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Erster Band. A - G.
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Dinte

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Disconto

Fernambukholz, 1 Loth zerstoßenen Alaun und 1 Loth Wein-steinkrystalle in 2 Quart oder 32 Unzen Wasser bis zurHälfte einkochen, füge alsdann zu der noch warmen Dinte1 Loth weißes arabisches Gummi und eben so viel weißenKandiszucker, d) Man nehme 8 Loth geraspeltes Fernam-bukholz, 1 Loth Curcumäwurzel, 2 Loth Salz, '/-LothSalmiak, 1 Loth Alaun, 32 Loth Regenwaffer oder unge-hopftes Bier, bringe Alles in einen neuen irdenen Topf,koche es, thue 1 Loth arabisches Gummi und '/-Loth weißenKandiszucker hinzu, wenn es vom Feuer genommen worden,und seihe zuletzt die Brühe in ein Glas. c) Ein Loth guter,auf's feinste gepulverter Zinnober wird mit Gummiwas-ser noch einmal abgerieben und die Flüssigkeit dann in einGlas geschüttet. Vor dem Gebrauch muß man jedesmalumrütteln. ä) 4 Grün des feinsten Karmins übergießt manin einer kleinen gläsernen Flasche mit 4 Loth ätzendem Sal-miakgeist, setzt 20 Gran weißes arabisches Gummi hinzuund läßt Alles so lange ruhig stehen, bis das Gummi auf-gelöst ist. Die Flüssigkeit stellt alsdann eine sehr schöne unddauerhafte rothe Dinte dar. — Blaue Dinte. Es giebteine Menge Pflanzenstoffe, die einen schönen blauen Farb-stoff enthalten, aber nur wenige geben eine dauerhafte Dinte.Die beste blaue Dinte bleibt die aus Indigo bereitete. Manlöse einen Theil Indiz in vier Theilen rauchenden Vitriolöls(Schwefelsäure) in einer gehörig großen Porzellantasse auf,verdünne die Auslösung mit destillirtem oder reinem Fluß-wasser hinlänglich, dann setze man nach und nach so vielfeingestoßene reine Kreide dazu, bis die Säure beseitigt ist,welches man daran erkennt, wenn beim fernern Einschüttenvon Kreide kein Aufbrausen mehr entsteht. Die Flüssigkeitwird nun von dem Bodensatz hell abgegossen und der sech-zehnte oder zwanzigste Theil gepulvertes arabisches Gummidarin aufgelöst. — GelbeDinte. Man übergießt in ei-nem Glase 1 Quentchen Safran mit 4 bis 6 Loth reinemFlußwasser, läßt dies einige Tage in der Wärme stehen, undschüttelt es zuweilen um; nun setzt man >/? Quentch. Alaunzu, drückt dann den Safran aus und bringt noch '/., Lotharabisches Gummi in-die Flüssigkeit. Sollte man die Farbeetwas zu dunkel finden, so kann man durch Wasser oderSpiritus verdünnen. Man kann auch eine gute gelbe Dinteaus der Abkochung der Curcumäwurzel bereiten. —Grüne Dinte. Man löst 2 Loth krystallisirten Grünspanin 12 bis 10 Loth Weinessig auf und setzt '/z bis Lotharabisches Gummi zu. Außerdem kann man auch wohldurch Vermischung von blauer und gelber Dinte eine grünebereiten.

Die sogenannten sympathetischen Dintcn sindFlüssigkeiten, die beim Auftragen auf dem Papier keinemerklichen Spuren zurücklassen, sondern erst dann farbigzum Vorschein kommen, wenn man Wärme oder gewisseSubstanzen darauf einwirken läßt. Sie werden zur Mit-theilung geheimer Nachrichten benutzt, und manche davonsind schon im Alterthum bekannt gewesen; so ertheilt z. B.Ovid den Rath, die Schrift mit frischer Milch aufzutragen;sie kommt erst zum Vorschein, wenn man Kohlenstaub dar-über streut. — Wenn man mit Bleizuckerauflösung schreibtund die Schriftzüge dem Dunste von Schwefelleber aussetzt,so erscheinen dieselben schwarz. Schreibt man mit schwachenSäuren, Salzauflösungen, Urin, Milch rc., so erscheint die

Schrift beim Erwärme» des Papiers schwarz. Eine Auf-lösung von blausaurem Kali giebt eine braunrothe Farbe,wenn die Schrift mit einer Kupfervitriolauslösung überstri-chen wird.

Dintcnfisch, s. Blackfischbein und Sepie.

Diptamwurzel, Asch Wurzel, liaäix Mctamni allst,die Wurzel des im südlichen Deutschland, in Frankreich undItalien wild wachsenden weißen Diptam, lliclamnus albusQ, hat eine längliche Form, ist ziemlich weiß, mit einerschwammigen Rinde und einem holzigen Kern. Der Geruchist aromatisch, der Geschmack bitter und schleimig. Gebrauch:in der Arzneikunde.

Diskonto, franz. escompte, engl. äiscount, italienischscvnw, heißt im Allgemeinen der Abzug auf eine Zahlung,welche der Zahlende früher entrichtet, als dieselbe fällig ist.Er wird, wie die Zinsen, nach Procenten bezeichnet, also imVerhältniß zu einem als Einheit üblichen Kapital, z. B.2 oder 3 Proc. auf 100, und man sagt: das Disconto steht2 Procent, oder ist auf 3 Proc. erhöht worden, wie dies beiBanken geschieht, je nach dem Verhältniß des Geldmarktes,nämlich ob baares Geld leicht oder schwer zu haben ist, odervon dem Werth und der davon abhängigen Sicherheit deszu discontirenden Gegenstandes oder Werthpapiers (Effek-ten). Oeffentliche Banken machen Erhöhung und Herab-setzung des bei ihnen gellenden Disconto öffentlich bekannt.Bei dieser Veränderlichkeit des Disconto ist es nothwendig,daß der Geschäftsmann stets auf den Stand des Discontoaufmerksam ist. Man muß zwei Gattungen des Discontowohl unterscheiden: 1) denjenigen, welchen man bei Bezah-lung von Wechseln und Kapitalschulden in Abrechnungbringt, und 2) den Disconto auf Zahlungen für empfan-gene Waaren. Im deutschen Handel wird der letztereRabatt genannt, und Disconto besonders im französi-schen und englischen Handel. Wir wollen beide Fälle etwasnäher betrachten.

Wenn der Inhaber eines Wechsels, welcher noch eineZeit lang zu laufen hat, ehe er fällig ist, den Werth diesesPapiers vor Ablauf dieser Frist zu besitzen wünscht, so giebter ihn entweder einem Gläubiger an Zahlungsstatt, wodurcher einer Baarzahlung überhoben wird, oder er wendet sichan einen Bankier, um sich von diesem den Wechselbetragbaar auszahlen zu lassen. Da nun aber im letzter« Fall derKäufer des Wechsels ebenfalls jene Frist abwarte» muß, eheer den baaren Belauf desselben beim Trassaten einziehenkann, so würde er, wollte er dem bisherigen Wechselinhaberdie volle Wechsclsumme vergüten, auf diese Weise die Zinsen,die er von einer gleichen Summe baaren Geldes bis zumVerfalltag des Wechsels hätte beziehen können, verlieren,und aus diesem Grunde muß er dem Verkäufer diese Zinsenals Disconto in Abzug bringen; wobei er sich entwedernach dem landesüblichen Zinsfuß oder einem deswegen ge-troffenen Uebereinkommen richtet.

Man müßte nämlich, genau genommen, den Discontoauf Hundert berechnen; der größeren Bequemlichkeit wegenaber hat man sich an die Berechnung in 100 gewöhnt. Die-ser Umstand gewährt Denjenigen, welche ihre Kapitalien inDisconto-Geschäften anlegen, einen kleinen Vorthsil gegendie gewöhnliche Verzinsung.