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Erster Band. A - G.
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Eisenvitriol

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Eisenwaaren

Alaunerde, welche alle auf Vitriol, durchs Verwittern undAuslaugen benutzt werden können. Häufig benutzt manauch vitriolhaltige Alaunrohlaugen auf Vitriol, so wie auchder umgekehrte Fall eintritt, daß nämlich die Vitriollaugeschwefelsaure Thonerde enthält und aus derselben noch Alaundargestellt wird. — Die in den Laugebehälrcrn gesammelteBitriolrohlauge, welche von verschiedener Dichtigkeit (Con-centration) ist, wird nun in großen bleiernen Pfannen (de-ren Guß auf dem Vitriolwerke selbst geschieht) vcrsotten;da ein zweimaliges Sieden nothwendig ist, so hat man meh-rere Pfannen nöthig. Wenn die Lauge gleichzeitig auchnoch Kupfervitriol enthält (was oft der Fall ist, da demSchwefelkies oftmals Kupferkies beigemengt ist), so zersetztman denselben dadurch, daß man die klare Lauge aus demLäuterkasten in einen andern Behälter überzieht, in welchemaltes Eisen liegt; dieses schlägt, wie bekannt, das aufgelösteKupferoxyd als Kupfer nieder, während sich an dessen Stattdas Eisen auflöst und zu schwefelsaurem Eisenoxydul wird.Das erste Siede» der Vitriollauge (der Vor- und Rohsud)bezweckt die vorläufige Verstärkung (Concentcation) dersel-ben. Hierbei trübt sich die Flüssigkeit und setzt dann in denLäuterkästen einen Schlamm (schwefelst Eisenoxyd) ab, dernoch, eben so wie der Niederschlag in den Rohlaugenbehäl-tern, vortheilhaft zu rother Farbe benutzt werden kann. DerVorsud dauert nur 4 bis 6 Stunden, der zweite Sud hinge-gen (der Gaarsud) währt 24 bis 36 Stunden lang.

Wenn die Lauge völlig concentrirt ist, so wird sie zumAbklären einige Stunden lang auf die Sedimentirkästcn ge-zapft, dann in die Wachskästen geleitet, welche, zur Er-leichterung des Anschießens der Krystalle, mit Reißig oderStäbchen versehen sind. Der Anschuß erfolgt vollständigin 12 bis 14 Tagen. Gewöhnlich giebt ein Gaarsud 36 bis40 Centner Vitriol, von denen der Schmant zur Vitriolöl-brennerci benutzt wird. Der im Großen bereitete Eisenvi-triol, wie er gewöhnlich in den Handel kommt, ist nie rein;er enthält gewöhnlich schwefelsaures Kupseroxyd, Jinkoxyd,Manganoxydul, Thonerde, Magnesia w. Der Kupftrgehaltkann, wie schon erwähnt, durch Eisen entfernt, die andernSalze aber können nicht getrennt werden. Enthält derEisenvitriol schwefelsaure Thonerde in sich, so zeigt sich diesbeim Färben mit Krapp; dann erhält man kein Violett, wiemit reinem Eisenvitriol, sondern eine ins Rothe und Braunenüancirte, violette Farbe, weil der Farbestoff des Krappsmit der Thonerde eine rothe Verbindung eingeht. — Willman ganz reinen Eisenvitriol haben, so löst man Eisen (z.B. Eisenschrot, Brucheisen, jedoch kein Roheisen, weil dieseszu unrein ist) in verdünnter Schwefelsäure auf. Es ent-bindet sich hierbei viel Wasserstoffgas. Im reinen Zustandekrystallisirt der Eisenvitriol mit 44 Proc. Wasser verbundenin meergrünen, durchsichtigen, rhomboidalen Säulen, welchegeruchlos sind, säuerlich zusammenziehend (dintcnartig)schmecken, an der Lust theils sich schnell oxydiren, theils ver-wittern; bei gewöhnlicher Lufttemperatur findet Letzteres ineinem sehr geringen Grade statt, mehr aber bei höherer Tem-peratur, wobei er in ein Weißes Pulver zerfällt.

Der Eisenvitriol löst sich in 1"/im Wasser von 18" undin ^/i°o von 90° auf, aber picht in Alkohol. Bei mäßigerHitze schmilzt er in seinem eigenen Wasser, wird gelb, inOrydsalz umgewandelt, und bei erhöhter Hitze zersetzt er sich

gänzlich, indem sich Vitriolöl entbindet und Eolcothar (siehediesen Artikel) zurückbleibt. Die Verhältnisse seiner Be-standtheile sind: 26,10 Eisenvxydul, 29,90 Schwefelsäureund 44 Wasser. — Auf den Vitriolhütten werden mehrereverschiedene Sorten Eisenvitriol erzeugt, die, je nach demVerhältniß ihrer Bestandtheile, auch mehr oder wenigerVeränderungen in ihrer Farbe zeigen; so hat man hellgrü-nen, dunkelgrünen, rostigen und schwarzen Vitriol. Ge-mischten Vitriol nennt man diejenigen Sorten, welcheaus Eisen - und Kupfervitriol in verschiedenem Verhältnißbestehen und dessen sich die Färber bedienen. Die verschiedenbenannten Sorten werden zwar auf mehreren Vitriolhüttenbereitet, aber nicht immer in denselben Verhältnissen. Deradmonter Vitriol (benannt nach dem gleichnamigen Ortin Steyermark) ist zusammengesetzt aus 3 Theilen Eisen-und 1 Theil Kupfervitriol; bei dem sogenannten d o p p c l-ten admonter ist das Verhältniß 4:1; beim baire ri-eh er 7:1; beim salzburger 17:3°/z; man nennt letz-teren auch doppelten Adler-Vitriol. Obgleichsämmtliche gemischte Vitriole nur in guten Krystallen in denHandel kommen, da aller Gries und Schmant aufs neueaufgelöst und versotten wird, so zieht es doch jeder aufge-klärte Färber vor, die Mischung aus Eisen- und Kupfer-vitriol, je nach seinem Bedürfniß, selbst zu machen, da eralsdann nicht von den Vitriolsiedereien abhängig ist undobendrein noch billiger wegkommt. Der Name Adler-Vitriol rührt von den auf die Fässer gebrannten Adlernher. Im Allgemeinen bezeichnet man damit überhaupt jedenkupfervitriolhaltigen Eisenvitriol, Man unterscheidet 1, 2und 3 Ldlervitriol. — Gebrauch: Man verwendet denEisenvitriol zur Darstellung mehrerer Farben, z. B. desBerlincrblaus, des Eolcothar, zur Bereitung des Vilriolöls(Schwefelsäure), des schwefelsauren Ammoniaks, des essig-sauren und Holzessigsauren Eisenoryduls. Ferner in derMedizin, in der Färberei, zum Schwarzfärben, Blaufärbenmit blausaurem Kali. Die Hutmacher bedienen sich seinerzum Färben der Hüte, und endlich ist er noch ein Haupt-ingredienz zur Dinte. — In Deutschland wird an sehr vie-len Orten Eisenvitriol gemacht. Die österreichischen Staa-ten erzeugen eine sehr große Quantität, indem die meistenProvinzen, welche Alaun gewinnen, auch zugleich die Vi-triolsiederei betreiben. Den meisten gewinnen Böhmen,Mähren, Ungarn, Steyermark, Kärnthen, das Salzburgi-sche, Agordo im Venetianischen, Sovignaco in Jstrien rc.Frankreichs Produktion betrug im Jahr 1826: 23,941 me-trische Etc. Schottland hat ein großes Vitriolwerk zu Bre-stanzons, England zu Newdly bei Bristol.

Viscnwaaien. Man bringt dieselben gewöhnlich infolgende Hauptabtheilungen:

1) Gußwaare, als Oefen, Töpfe, Pfannen, Kano-nen, Kugeln und dann die feinern, meist zu Luxusgegcnstän-den dienenden Arbeiten, als: Leuchter, Briefbeschwerer, Uhr-gehäuse, Kettchen rc.

2) Schwarze Eisenwaare, als: Schaufeln, Zan-gen, Nägel, Pfannen, Lichtscheeren, Kohlpfannen rc.

3) Verzinnte Eisenwaare, Sporen, Pferdegebiffe,Steigbügel u. dergl.

4) Schwarze Blechwaare, z. B. Ofenrohre, Brat-röhren, Windöfen rc.