Kuxsns
— 790 — GypS
Theile Kohlenstoff und 12,18 Theile Wasserstoff mit Ver-lust von 1,49 Theilen gesunden. Um den Saft zu gewin-nen, wird der Baum umgehauen, die Rinde abgeschält undder nun abfließende Saft in dem hohlen Stengel desPisang-blattes aufgefangen, worin er bald gerinnt. Mit demKautschuk verglichen, dessen Bestandtheile in 100 Theilen87,2» Theile Kohlenstoff und 12,80 Theile Wasserstoff sind,ist das Gutta Percha demselben ähnlich. Dies ist sehrbrennbar, aber nur bei einem sehr hohen Hitzgrade entzünd-lich; in flüchtigen Oelen auflösbar, aber in fetten undschleimigen Oelen unlöslich; kaltes Wasser und Dünste sindebne Wirkung darauf, aber durch heißes Wasser und Dämpfewird es so weich, daß es sich in jede beliebige Form fügt;trocken und fest ist es biegsam und sehr zäh, aber wenig ela-stisch. Um die Elasticität zu vermehren, so mischt man dasGutta Percha mit etwas Kautschuk und einem kleinen TheilSchwefel. Der Gebrauch soll nach den verschiedenen daraufin England ertheilten Patenten sehr vielartig sein, z. B.zu Druckerschwärzwalzen, zu Wasser- und luftdichten Zeugenund Geweben, zu Spiegel- und Bilderrahmen, Bällen,Spazierstöcken, Mefferheften, Knöpfen, Platten zum Pfla-stern, zu Ueberschuhen, Röhren, Kapseln ic. Ob dem soist, muß erst längere Erfahrung erweisen, obschon das GuttaPercha bei weitem wohlfeiler ist als Kautschuk.
ist das Hochland im nordöstl. Süd-Ame-rika, zwischen dem atlant. Ozean, dem Amazonenstrom unddem Orinoco. Der Besitz desselben ist zwischen dem Frei-staat Venezuela, England, Holland und Frankreich getheilt.Das britische Guyana s. unter Demerary, dasfranzösische unter Cayenne, das niederländischeunter Surinam.
Küstenstadt in Beludschistan, ProvinzMakran, Distr. Kesserkend, an der Mündung des Nagor
in die gleichnam. Bucht im indischen Meer, mit Hafen undDattelhandcl.
Gyps, franz. Oxpoe; engl. 6xpsum; ital. llerso, einin der Erdrinde sehr verbreitetes und häufig vorkommendesMineral, welches aus Schwefelsäure und Kalk besteht. Manunterscheidet davon folgende Arten: 1)Gypsspath (Ma-rienglas oder Fraueneis) in farblosen, oder weißen,grauen, röthlichen krystallinischen Massen, vorzüglich inden Flötzgebirgen vorkommend, läßt sich leicht in die dünn-sten Blätter zerspalten und hat" ein spezif. Gewicht — 2,26;2) körniger Gyps oder Alabaster (s. d. Art. Ala-baster; 3)Fasergyps, saftige Massen von weißer,grauer oder röthlicher Farbe; 4) dichter Gyps (Gyps-stein, Flötzgyps) von dichtem, meist feinsplittrigemBruch. 3) Gypserde, verwitterte Massen irgend einerder vorigen Arten. Seiner chemischen Zusammensetzungnach besteht der Gyps aus 33 Proc. Kalk, 46 Proc. Schwe-felsäure und 21 Proc. Wasser; zu seiner Auflösung sind 462Theile Wasser, gleichviel ob warm oder kalt, erforderlich.Schon bei mäßiger Hitze verliert er sein Krystallwasser, wirddadurch locker und mürbe, zerfällt und heißt nun gebrann-ter Gyps. Bringt man diesen mit Wasser in Berührung,so verschluckt er dasselbe unter Erwärmung begierig undnimmt seine ursprüngliche Härte schnell wieder an, indem erdas eingesogene Wasser wieder im Zustande des Krystall-wassers mit sich verbindet, wobei eine Ausdehnung oder Zu-nahme des Umfangs stattfindet. Hierauf gründet sich seineAnwendung zu Estrich, Gypsmörtel, Stukkatur, Figuren rc.Der gebrannte Gyps heißt Spar-, Gyps-, Deck- oderDüngekalk. Der Gypsspath wird roh in der Porzcllan-und Glasfabrikation, der Fasergyps gepulvert als Streu-sand benutzt. Die Gegenden, welche Alabaster ss. dies.Art. I.) liefern, haben auch die andern Gypsarte».
Druck von Otto Wlgand in Leipzig.