Band 
Zweiter Band. H - Z.
Seite
84
JPEG-Download
 

Japan

84

Japan

Hafens von Nangasakl, mißt in der größten Länge 236Schritte und in der Breite 82. Mit der Stadt Nangasakisteht er mittelst einer Brücke und eines Thores in Berbin-dung, ist rund herum verpalisadirt und bewacht. Aus die-sem Gefängniß dürfen die Holländer des Jahres zwei- oderdreimal heraus sehen, oder werden vielmehr den Großen alsMerkwürdigkeit gezeigt. Eine Schaar von Polizeidienernund Dolmetschern hat die geringfügigsten Handlungen der-selben zu beobachten, und die geringsten Diener der japani-schen Regierung verlangen von den vornehmsten Holländerndie demüthigendsten Dienste.

Der chinesische Handel mit Japan soll von dem HafenNingpo in der Provinz Schakiang aus betrieben werden,der so Vortheilhaft liegt, daß selbst die plumpen Dschonkender Chinesen jährlich zwei Reisen machen können. DieWaaren, welche die Chinesen den Japanern bringen, sindroher Zucker, Kuh- und Büffclhäute, verarbeitete Seide,Adler- und Sandelholz, Zink, Zinn, Blei, feiner Thee, undvor mehr als 100 Jahren brachten sie auch europäische Luche.Die Ausfuhr aus Japan besteht in Kupfer, das aber auf18,000 Piculs, oder etwa 000 Tonnen beschränkt ist,Kampher, Säbelklingen, Perlen, einigen Arten Papier undPorzellan und etwas japanischem Geschirr, das entwedermerkwürdig oder schön, aber nicht so dauerhaft ist als daschinesische.

Die ansehnlichsten Städte des Landes sind Jeddo, Nan-gasaki und Miako.

Man rechnet in Japan nach Tales oder Tails(Tehls) zu 10 Mas b 10 Cvndrins oder Candorins.(Dies sind die niederländischen Namen). Der Tale wirdvon den Holländern zu 3>/2 Gulden holl. Ct. (nach andernAngaben zu 1 Gulden 13 Stüber holl. Ct.) gerechnet, undes ist hiernach der Zahlwerth: 72/^ Tales auf dieköln. Mark f. Silber. Nach dieser Annahme ist der Wertheines Tale: 3'/z Gulden holl. Ct.; 6 Schilt. '/-Penny Ster-ling; 7 Francs 47>/, Centimes; 2 Thaler preuß. Cur.;2 Gulden 822/z Kreuzer im 20-Guldenfufi, oder 3 Gulden

o Ar, 24>/2 Guldenfuß. — Nach dem Werth desTales von 33 Stübern — 1 Fl. 13 Stübern holländ.,betrugen 1432/zz Tales eine köln. Mark fein Silber. DiesVerhältniß besteht nach v. Siebold's Angabe noch fort,wenn auch die Benennungen der Münzen anders sind. DieRechnung-Einheit der eingeborenen Japaner ist dasMonme, nicht der Tail oderTehl, das eine dem chinesischenTael entnommene niederländische, auf dem Comtoir zu De-cima (Desima) gebräuchliche Benennung für Iju Monme,d. h. 10 Monme, ist, und wonach man auf diesem Comtoirrechnet. Gewichte und Rechnungsmünzen haben inJapan eine und dieselbe Eintheilung und Benennung, unddie Rechnungmünzen drücken den Werth aus, welchen eineihrem Namen entsprechende Gewichtsmenge Silber besitzt.So drückt z. B. ein Monme, von den NiederländernMaas genannt, als Rcchnungmünze aus: eine MengeSilber von 1 Monme Gewicht. Darunter ist stets feines,unlegirtes Silber zu verstehen, und es ergeben sich demge-mäß für den Werth des Monme folgende Resultate: da dasMonme 13/. franz. Gramm wiegt, so betragen 1334/7Monme eine köln. Mark fein Silber und der Werth des

M 0 nmeist also 0,18248663 Gulden oder 3 Stüber 10,398?Pfennige niederländisch Curant ---- 0,104813 Thaler oder3 Silbergroschen 1,733 Pfenn. preuß. Cur. Da nun 10Monme (Zju Monme) -- 1 Tail des niederländischen Com-tors zu Decima, so betragen hiernach 1323/70 (--- 133/,,)oder circa 13>/z Lailen eine köln. Mark fein Silber, und derWerth des Tail ist also 1,824866 Gulden oder 1 Gulden16 Stüber 7,987 Pfennige niederländ. Cur. — 1,048128Thaler oder 1 Thaler 1 Silbergr. 8,3262 Pfenn. preuß-Curant ---- 0,9982173 Thaler oder 23 Groschen 11,487 Pf-(— circa 1 Lhlr.) Conventions-Münze. — Auf dem Com-tor zu Decima wird dagegen der Tail etwas niedriger,und zwar zu 1 Gulden 13 Stüber niederländ. Curant an-genommen , was --- 0,9477 Thlr. oder 28 Silbergr. 8,172Pfenn. preuß. Curant ist, und wonach das Monme---3Stüber 4,8 (44), Pfennige niederländ. Curant wäre, was— 0,09477 Thaler oder 2 Silbergr. 10,1172 Pfenn. preuß-Curant ist.

Die erwähnte holländische Annahme des Tail zu 1Gulden 13 Stüber nieder!. Curant gründet sich auf wirk-liche Untersuchungen japanischer Münzen, wonach man in1 Tail, d. h. in 10 Monme, einen Gehalt von 10"/,z Engelsan feinem Silber fand. Hiernach kommt der Werth desTail zu 1 Gulden 12,8891 Stüber oder nahebei 1 Gul-den 13 Stüber niederländisch Curant aus.

Die Eintheilung der eigentlichen japanischenRechnungsmünzen ist nun, wie beim Gewicht, die desM 0 nmein 10 Pun zu 10 Rin a 10 Moo.

Wirklich geprägtcMünzcn:

Die japanischen Münzen sind einfach und schlecht ge-prägt; die wenigste» haben einen erhabenen Rand, oderetwas von den Verzierungen europäischer Münzen. Daauch der Werth der meisten nicht genau bestimmt ist, so wer-den sie von den Kaufleuten fast stets gewogen, und es setzendiese ihr Zeichen darauf, um anzudeuten, daß das Stück voll-wichtig, vollgiltig und unverfälscht sei.

Goldmünzen. Ilsi-lijoo Goldes (Kin) entspricht60 Monme Silbers, und wird in der Goldmünze Kobandargestellt. Der Werth des Goldes steigt und fällt im Reichnach umständen, und das Koban gilt außer Jedo 38 bis 68MonmeSilbcrs.— Die Münze öii-pu beträgt die Hälfteund Itsi-pu ein Viertel des Koban; beide sind vonGold. — Für den Werth des öii-sju oder des achtenTheils eines Koban tritt eine Silbermünze (seit d.I. 1767, früher eine Goldmünze) ein, und für das Is-sju,das Sechzehnte! eines Koban, besteht wieder eine kleineGoldmünze; in neuerer Zeit hat man aber auch für dasSechzehntel-Koban eine Silbermünze eingeführt.

Die erwähnten Münzen sind vermöge ihrer Stempelgiltig, ohne gewogen zu werden; Gewicht und Feingehalthängen von der Willkür des Sjoogun ab, dessen Wappen sietragen. Seit 1707 wurden dieK 0 ban an Korn und Schrotgeringer, und man unterscheidet daher die alten von denneuen. Die alten waren 22 Karat fein, und 278 (auchnur 273) engl. Grän oder 17'/, franz. Gramm schwer, undgalten im Lande 64 Mas oder 62/^ Tales. Die neuensind nur 16 Karat fein und 180 englische Grän oder 11'/,0franz. Gramm schwer, und sollen im Lande 60 Mas oder 6