Kamclott
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Kaperei
Zeuge (s. d. folg. Art.). Das schönste ist von der Angora-ziege und von schneeweißer Farbe, die geringern Sorten sindröthlich, braun oder schwarz, die geringste grau. Außer demweißen ist das schwarze gesucht. Die Ausfuhr hat sehr ab-genommen, ist jedoch immer noch stark nach England, Hol-land und Frankreich.
Kamclott, heißen eigentlich die aus dem Kameelhaargewebten, dichten Stoffe, die ursprünglich in Kleinasien ge-macht wurden; jetzt werden sie aber auch in Europa sabri-zirt, und zwar hat man sie aus Kameelgarn mit Seide, odermit Wolle und Seide. Die brüsseler und leidenerK.sind fast ganz von Kameelhaar.
Kanarische Inseln, s. C.
Kanariensaame, s. C.
Kandia, s. Candia.
Kanefaß, Kannefaß, s. Canevas.
Kang, ein kleines, unten sehr rund und flach gebau-tes Fahrzeug, welches, um bei einem Seitenwinde nicht aufdie Seite getrieben zu werden, ein besonderes Werkzeugnöthig hat, welches wie ein Schwert an jeder Seite herab-hängt und deshalb auch den Namen Schwert führt.
Kangan, heißt ein grobes Leinenzeug, welches aufden Philippinen und Sunda-Inseln als Münze dient.
Kaninchenfelle, sranz. keaux <Ie lochn, engl. Nobbit-bins, ital. I'oll, 6i conixlio, sind die behaarten Felle des ge-meinen (wilden und zahmen) und des angorischen Ka-ninchens (auch Seide »Hase genannt). Das gemeineKaninchen ist fast in ganz Europa, mit Ausnahme der nörd-lichsten Theile, so wie in Rordasien und Nord-Amerika ein-heimisch und wird auch als Hausthier gezogen. Das ango-rische lebt im Orient, von wo aus es nach Europa undAmerika verpflanzt worden ist. Die Felle kommen entwederstückweise oder in Säcken, wovon jeder 2 Tafeln zu 20 bis28 Stück enthält, in den Handel. Die derwildcn Kanin-chen sind größtcntheils von röthlichgrauer, die Ohrenspitzenvon schwarzer Farbe, selten sind sie ganz schwarz; die derzahmen K. sind etwas größer als die der wilden, weiß,gelblich, braun, grau, schwarz, auch gefleckt; die Felle derangarischen K. sind in der Regel von weißer Farbe undlassen sich durch ihre längeren, feinen, seidenartigen Haarevon den übrigen unterscheiden. — Die Felle der gewöhnli-chen Kaninchen werden vorzüglich zu Pelzwerk aller Artverbraucht; die hasenfarbenen des wilden K. werde» amwenigsten hierzu gebraucht. Außerdem verarbeiten auch dieHutmacher die Haare zu Filz zu, zu welchem Behuf dieFelle besonders nach Frankreich in großer Menge gehen.In England benutzen dic Hulmacher vorzugsweise die gelbenKaninchenhaare. Die Kürschner benutzen die weißen Felle,um damit die theuern Hcrmelinfelle nachzumachen, indem siejene mit den schwarzen Schweifspitzen der Hermeline, mitden grauschwarzcn Ohren des Grauwerks, oder mit schwarzgefärbten Haarflocken besetzen. Die schwarzen Felle ausRußland sind am meisten geschätzt, nach diesen die weißen,die am häufigsten, und vorzüglich in Polen, Schlesien,Baiern und Thüringen vorkommen, braunen, buntge-fleckten und grauen (von denen man die holländischen,nächstdem die von Bologna, am höchsten schätzt). Bon den
vorerwähnten Sorten werden die rauchsten zuweilen schwarzoder braun, auch wohl blaugrau, gefärbt und zu gerin-gere Besätzen rc. verwendet. Brabanter Kaninchenfelleheißt die größte der zahmen, in Holland und Frankreich ein-heimischen Gattung, und man versteht darunter vorzüglichdie blaugrauen, zuweilen in's Bräunliche spielenden Fellemit einzelnen weißen Spitzen. Sie sind eine bessere Art.Aus England kommen silbergraue oderenglische Ka-ninchenfelle, die den vorigen an Farbe ähnlich sind, gewöhn-lich aber etwas dunkelblauen Grund und mehr weiße Spitzenunter dem Oberhaar haben; die Felle selbst sind kleiner undvon dünnerem Leder als die vorigen. Sie gehen hauptsäch-lich nach Polen, Ostindien und Ehina und werden nach100 Stück verkauft. — Rußland führt viele Kaninchenfelleaus, man unterscheidet daselbst schwarze, graue und weiße;Petersburg allein führt jährlich 16 bis 20,000 Stück aus.Ueber Kiächta werden sehr viele nach China verkauft. —Italien, Sicilien und Sardinien liefern ebenfalls Kaninchen-felle und Haare, und es sind die sardinischen von feineremHaar als die sicilischen. — Auch Spanien bringt welche inden Handel, die besser als die sicilischen sind. — Polen lie-fert wenig und versendet einiges nach Deutschland. DieAnzahl der von Nord-Amerika auf den Markt gebrachtenFelle ist bis jetzt auch noch unbedeutend. — Deutschland hatnicht genug für seinen Bedarf und führt daher, ebenso wieFrankreich, aus dem Ausland ein. Auf dem HamburgerMarkt werden außer den russischen auch polnische, hollän-dische und amerikanische zum Kauf gebracht; die holländi-schen sind am feinhaarigsten. England, welches selbst vieleKaninchen hat, führt trotz dem in der Regel jährlich nochzwischen 300,000 und 300,000 Stück Felle ein. Die HaarederSeidenkaninchen werden sowohl zu Hüten, als ge-sponnen zu Zeugen, Strümpfen und Handschuhen verar-beitet, weil sie alle Farbe» annehmen.
Kanne, Flüssigkeitsmaaß in vielen GegendenDeutschlands, in den Niederlanden, Dänemark und Schwe-den; Getreidcmaaß im Herzogthum Oldenburg.
Kaperei. Wenn Staaten in Krieg gegen einandergerathen, die beide Kriegs- oder Kauffahrtei-Schiffe aufdem Meer haben, so geschieht es, daß beide oder auch nureiner derselben sogenannte Kaperbriefe, gewöhnlich ge-gen ein gewisses Kaufgeld, an Privatleute ausgiebt, wo-durch sie diese ermächtigt, seien es eigene Staatsangehörigeoder Fremde, unter der Staatsflagge den Schiffen des be-kriegten Staates Schaden zuzufügen, zum eigenen Bortheilzu plündern oder aufzubringen. Dies Berfahren nenntmanKapern und Kaperei.
Zur Ausrüstung eines Kaperschiffes und Bestreitungder Kosten treten meist mehrere Privatpersonen in eine Ge-sellschaft zusammen und übertragen einem von ihnen odereinem Dritten, dem sogenannten Kaper-Kapitän, dieFührung des Schiffes. Jeder der Theilnehmer wird Ka-per, franz. ornwteur, engl. priratoor, genannt. Jeder, derKaperei treiben will, muß einen Kaperbrief (Commis-sions - oder Markbrief, franz. lettrs üe nwrguos, engl. lettcrok marguo !>»>> roprisol) besitzen, widrigenfalls er als See-räuber betrachtet und behandelt wird. Der damit verseheneKaper kann in der Regel fordern, daß das erbeutete Schiff