Krapplack
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Kleide
Baumwollengarn; in derWollenfärbcrei gebraucht man ihnzu den stumpfern rothen Nuancen, zu Braun und zu zu-sammengesetzten Farben. Seide wird fast nie mit Krappgefärbt, weil das Roth wenig Feuer besitzt. Vorzugsweiseeignet sich der Krappfarbestoff für Baumwolle. Im Allge-meinen gehen die feinern Krappsorten mehr ins Gelbliche,die ordinären ins Bräunliche.
Krapplack, Krappkarmin, sranz. kague oderLarnüu cle garanco, engl. maücler lecke, ist der an Thon-erde gebundene rothe Farbstoff des Krapps, bei dessenBereitung es eine Hauptsache ist, denselben von dem gelbenFarbstoff und den übrigen extraktiven Substanzen zu tren-nen. Es giebt eine Menge Vorschriften zur Darstellungdes Krapplacks. Robiquet und Colin geben die Bereitungs-art folgendcrmaaßen an: Man läßt Krapp in 4 TheilenWasser 10 Minuten lang einweichen, preßt ihn dann starkab, wäscht ihn 2 bis 3 mal aus, läßt ihn dann mit >/, Th.Alaun und 3 Th. Wasser im Wasserbade 3 bis 4 Stundenunter stetem Nachgießen des verdampfenden Wassers dige-riren und setzt hierauf kohlensaures Natron, welches man in3 Portionen getheilt hat, zu drei verschiedenen Malen zu,wodurch jedesmal ein Riederschlag entsteht; der erste ist deran Farbcstoff reichste und kräftigste. Jetzt wird von denmeisten Farbenfabriken Krapplack bereitet.
Kratze, Krempel, sranz. caräe, engl. carck, ist einHandwerkstück oder ein Theil einer Maschine, wodurch manWolle, Baumwolle, Werg oder Floretseide, vor dem Spinnenderselben so auflockert und entwirrt, daß alle Knoten undUnreinigkeiten daraus entfernt werden. Von dieser Bear-beitung des Rohstoffs hängt das vollständige Gelingen derfolgenden weiteren Verarbeitung desselben ab, und deshalbist die Kratze eines der wichtigsten Werkzeuge für die Spin-nerei und Weberei. Eine Kratze oder Krempel besteht auseinem Stück lohgaren Kalb- oder Kuhleders, in das reihen-weise regelmäßig in einer gewissen schrägen Richtung vonder Narbcnseite kleine Löcher gestochen, und, in welche eben-falls regelmäßig Drahtzähne eingesetzt sind. Die Kratzenwerden theils nach der Feinheit der Zähne, theils nach demverschiedenen Gebrauch als Hand- oder Maschinenkrempelnunterschieden. Die Feinheit der Zähne richtet sich nach derFeinheit des Drahts, der dazu gebraucht worden ist. In-dessen unterscheiden sich die Fcinheitarten auch durch die Zahlder Löcher und Zähne auf den Raum eines Quadratzolles,indem darauf die feinsten Kratzen bis 900 einfache, und diegröbsten Kratzen nur 400 einfache Zähne haben. Die Zähnesind je ei» Paar aus einem Drahtstück so gemacht, daß dasDrahtstück in der Mitte, für jede Feinhcitnummer der Kratzein gleicher Entfernung, unter zwei rechten Winkeln zusammen,und darauf beide parallel stehende Enden wieder in einemstumpfen Winkel gleichmäßig gebogen werden. Dieses Bie-gen der Zähne geschieht entweder mit der Hand auf einemdazu mit den nöthigen Löchern versehenen Eisen, oder durcheine besondere Maschine. Die Zähne werden von der Nar-benseite des Leders aus in gleichmäßiger Richtung mit derHand eingesetzt. Die Maschincnkratzen bestehen aus Streifen,die bei etwa 2 Zoll Breite oft 00 bis 100 Zoll in der Längemessen; die Handkratzcn dagegen haben eine mehr viereckigeForm, von 4 bis 6 Zoll Breite und 8 bis 12 Zoll Länge.
Sie gehören stets paarweise zusammen. Die Handkratze»werden auf ein mit einem Griff versehenes Brett aufgcna-gelt. Die Güte und Vorzüglichkeit der Kratzen hängt sowohlvon der Zurichtung des Leders als von der Güte des gc-brauchten Drahtes ab. Das Leder muß auf der Fleischseitedurch eine besondere Lederhobelmaschine so abgeglichen sein,daß das Lederstück gleichmäßig dick ist, und der Draht mußsehr steif und hart, aber dabei nicht spröde und auch elastischsein, weshalb nicht jeder Draht dazu gebraucht werden kann.In Frankreich und England sind die Kratzen ein bedeutenderHandelsartikel. Sie werden stets paarweise, aber auch nachdem Dutzend verkauft.
Krausemünze, llorba dleotkae crispae, ist das Krautvon zwei in Deutschland wild wachsenden und auch in Gär-ten angebauten Pflanzen, Illentlia crlspaia Lckrack. und ^l.crispa Val. llvrü. Sie haben beide zugespitzte, wellenför-mige, krause, kurzbehaarte, runzelige, hochgrüne Blätterund einen aromatischen, angenehmen Geruch und Geschmack,und enthalten ein ätherisches, blaßgclbes, scharf kampher-artig schmeckendes Oel, welches, so wie das Pfeffermünzöl,eine bedeutende Kühlung im Munde zurückläßt. Im Han-del wird das Krausemünzöl, Oleum »enlkae crispao, oftmit Terpentin- oder Eitronenöl verfälscht. Durchs Alterwird es dicker und röthlich. Die Krausemünze gehört zuden häufiger gebrauchten Arzneimitteln.
Kraveel heißt in Hamburg eine eichene Bohle vonbestimmter Länge und Dicke.
Krebsaugea, Oculi oder kapille, cancrvrum, heißendie runden, auf einer Seite platten, auf der andern Seiteerhabenen weißen, erbsengroßen, blättrigen, steinartigenConcremente aus dem Magen der Fluß- oder Teichkrebse.Sie bestehen großenthcils aus kohlensaurem Kalk und wur-den früher weit häufiger als jetzt als säurctilgendcs Arznei-mittel angewandt. Sie kommen aus Preußen, Polen,Litthauen rc. in den Handel.
Kreide, weiße, franz. llraie; engl. llkalk; ital.liess»; llrola Klane» ist eine schnee-oder gelblichweiße, nurwenig Thonerde (2 Proc.) enthaltende kohlensaure Kalkerde,die sich in ganzen Gebirgsmaffen an den norddeutschen, dä-nischen, französischen und englischen Küsten findet, und zuwSchreiben, Mahlen, Uebertünchen, Putzen, so wie zur Ent-wickelung von Kohlensäure und als Grundlage mehrererFarben (z. B. Schüttgelb) gebraucht wird. Da sie in derRegel feine Quarzkörner und Feuerstein eingemengt hält,so schlämmt man sie vor dem Gebrauch und sie heißt danngeschlämmte Kreide, Klane cle crale, Klane äe Villelvup,Klane (le llleuäon, kl. ,Ie Iruzes, Klane ä'klspagne. Die letz-tere ist die feinste, d. h. mehrmals geschlämmte. Die soge-nannt brianconer Kr. ist grünlichweiß, weich undthonhaltig und wird zum Schreiben und Fleckausmachcnbenutzt. Bologncser Kr. wird eine leichte, feine Sortegenannt, die besonders zum Putzen von Silberzeug dient,und über Trieft aus Italien kommt. Unter der sogenann-ten venetianiscden und spanischen Kr. versteht manden Speckstein. Hier und da macht man auch eine kü n st-liehe Kr. aus Kalk, Thon und Gyps, die man zum Putzenund Weißmachen des Leders anwendet. Frankreich führtsehr viel Kr. aus; es hat einen großen Reichthum daran,