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Zweiter Band. H - Z.
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Lampen

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Lampen

des unsichtbaren Zusammenhanges der flüssigen und entzünd-lichen Theile, die aus dem Oel oder Fett aufsteigen alsbrennbares Gas, sobald sie durch ein enges, unmittelbarauf der Oberfläche des Fettes oder Oels angebrachtes, Röhr-chcn zusammengehalten werden. Aethcrische Oele lassen sichauf ihrer Oberfläche leicht entzünden, geben eine stark leuch-tende Flamme, es ist aber ein kräftiger Luftzug nöthig, derin die Flamme dringt, und deren Rauch zu vermindern.Nach diesen Grundsätzen ist die von Beale in London 1834erfundene und 1837 verbesserte Lampe für Steinkohlen-theeröl eingerichtet und namentlich mit einem Gebläse, umden Luftzug zu erzeugen, versehen.

Die Lampen mit Docht unterscheidet man in solchemitvollem runden Docht, mitflachemDocht, mithalbrundem Docht, mit hohlem Docht. Die Lam-pen mit vollem runden Docht sind die unvollkommensten,weil durch den vollen Docht der größte Theil der brennba-ren Dünste in der Mitte der Flamme nicht eigentlich ver-brennt, sondern nur verdunstet und also rußet, weil sienicht von der Luft unmittelbar, wie die an der Außenseiteder Flamme, berührt werden. Wegen dieser Uebclstände,die sich nicht beseitigen lassen und noch durch den unnützenstarken Verbrauch von Brennstoff vermehrt werden, sinddiese Art Lampen nur in der Küche rc. zu brauchen. DieBeobachtung, daß die Lumpe, je stärker der Docht, destomehr rußet, führte zu dem Bau einer Lampe mit flachemDocht, weil hier die Flamme auf einer viel größeren Flächeder Luft zugänglich ist. Die Erfindung des bandartigenDochtes scheint Leger in PariS 1783 gemacht zu haben.Indessen leidet sie an sehr fühlbaren Mängeln, nämlich diesehr schmale und dünne Flamme flackert stark, wodurch dieLichtstärke vermindert wird; dann verbreitet dieselbe mit-telst der nur zwei breiten Seiten überwiegend den Lichtscheinauch nur nach diesen Seiten hin, während er nach den übri-gen Seiten wenig leuchtet. Um diese Mängel zu beseitigen,machte man den breiten Docht Halbrund, und auch hohl.Der nöthige Luftzug findet theils am äußeren Umkreise,theils durch den innern hohlen Raum des Brenners statt.Die Lampe mit hohlem Docht ist die folgenreiche Erfindungvon Argand 1783, nach dem sie auch benannt werden.Uebrigens kommt bei diesen Lampen Alles auf die zweck-mäßigste Weite des Umfanges des Dochtes und auf den nö-thigen Luftzug um den Docht an. Um die Leuchtkraft derLampen mit hohlem Docht zu verstärken, kann man nachRumfords Vorschlag mehrere Hohldochte konzentrisch ineinander setzen, und im Jahr 1821 wendete Fresnel dieseEinrichtung zur Beleuchtung der Lcuchtlhürme an.

Eine wesentliche Verbesserung der Lampen sind dieGlascylinder oder Zuggläser entweder über oder umdie Flamme, um durch das Zusammenhalte» der erwärm-ten Luft zugleich den Zutritt der äußeren kalten Luft, undtheils das durch diese» Zusammenstoß bewirkte Flackern derFlamme zu verhindern, theils auch den nöthigen gleichmäßi-gen Luftzug um die Flamme zu bewirken. Die Gläser überder Flamme sind durchaus Cylinder, diejenigen um dieFlamme umschließen dieselbe durch eine größere Weite, densogenannten Bauch und sind weiter nach oben enger. ZumVortheil des Lichts sind die verhältnißmäßig engsten und

längeren Gläser zu wählen, weil dadurch die Wärme natür-lich mehr zusammengehalten wird, als bei den weiteren undkürzeren. Vorthcilhaft ist es auch, wenn die Stellung desCylinders, höher oder tiefer gegen die Flamme durch eineVorrichtung an der Lampe, zum Schieben, verändert werdenkann.

Auf der verschiedenen Richtung des Luftzuges gegen dieFlamme einwärts, oder von der Flamme auswärts beruhtdie verschiedene Einrichtung der von Ruhl und Benkler inWiesbaden erfundenen oder wenigstens verbesserten Lampeu. der Liverpool-Lampe. Bei jener wird der Luftzug gegen dieFlamme einwärts gerichtet durch eine in geringer Entfernungdarüber befindliche Metallscheibe mit einem dem Umfang derFlamme entsprechenden Loch, über dem das CylindcrglaSbefestigt ist; bei der Liverpool-Lampe befindet sich innerhalbder Lampe auf einem Metallstiel ein rundes Metallscheibchcn,worin die Flamme auswärts gerichtet wird, so daß sich die-selbe tulpenförmig ausbaucht gegen die bauchigen Glas-cylinder.

Eben so wichtig wie die Form des Dochtes ist die Stel-lung des Brenners, nämlich desjenigen röhrenförmigen Theilseiner Lampe, worin sich der Docht befindet, im Verhältnißzu der Form und Lage des Brennstoffbehälters, weil davondie Beleuchtung nach außen, so wie der Zufluß des Oels zurFlamme abhängt. Die Lampen, wo der Docht unmittelbarin einem Oelglase sich befindet, sind, auch auf einem säulen-artigen Fuß und mit einem Glascylinder versehen, nichtzweckmäßig. Von dieser Art ist die sogenannte Wormser-Lampe. — Kranzlampen nennt man diejenigen, beidenen der Oelbehälter ringförmig, in einer gewissen Entfer-nung, um den Brenner steht. Au dieser Art gehören die so-genannten Astrallampen (von Bordier-Marcet in Paris1809 erfunden) und die sogenannten Sinumbralampen(d. h. ohne Schatten, von Parker in London 1819 erfunden)die beide hauptsächlich in der Form des Kranzes und derdarauf befestigten Glaskuppel von einander abweichen.

Wegen der Abnahme des Brennstoffes, von der dieLichtstärke wesentlich abhängt, muß man die Stellung desOelbehälters bei der Wahl einer Lampe hauptsächlich berück-sichtigen. Die schnelle Abnahme des Brennstoffes im Ver-hältniß zur Stellung der Flamme vermindert die Helligkeitder Flamme; deshalb gewährt die Wormser-Lampe und alle,bei denen der Brenner unmittelbar im Oelbehälter steht,keineswegs das wünschenswerthe Licht. In Rücksicht aufden für die Entwickelung der Flamme so wichtigen Zuflußdes OeleS zur Flamme versuchte man sehr verschiedene Ein-richtungen der Lampe. So giebt es:

Flasch enlampen, bei denen nämlich der Oelbehälterbeweglich ist mit Selbstsperrung, eine mit Oel gefüllte undumgestürzte Flasche, aus welcher gerade so viel Oel durch einRohr in den Brenner zur Lampe abfließt, als durch dieselbeverzehrt wird. Bei diesem Verhältniß des Zuflusses zurFlamme muß das Oclgcfäß etwas über dem Brenner stehen,so daß dessen Schatten nach oben geworfen wird, und des-halb diese Art Lampen sich vorzüglich zu Hängelampen eignet-Indessen muß man dabei auf die Größe der Flamme und aufdie Menge des Zuflusses zu derselben achten, weil von den>im Bau der einzelne» Theile richtig getroffenen Verhältniß

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