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Zweiter Band. H - Z.
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Madras

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Madras

fruchtbaren Thälern. Zwei ansehnliche Hocheben-Landstrichesind die Gebiete von Mysore und Bengalen. Der bedeu-tendste Fluß ist der Cavery, über den mehrere Brücken undKanäle führen. Die Stadt liegt in der Provinz Carnatic,einem niedrigen, sandigen und unfruchtbaren Lande, undhat keinen Hafen, da sie dicht am Rande einer offenen Rhedeliegt, deren Ufer immer von einer schweren Brandung ge-schlagen werden. In jeder Hinsicht ist der Ort deshalb zumHandel unpassend, und derselbe steht auch dem Calcuttasund Bombays nach. Die Stadt mag 400,000 Einwohnerhaben, ist unregelmäßig gebaut, wie andere indische Orte,und ein Gemisch von Stein - und Bambushäusern. Ma-dras ist, wie Calcutta und Bombay, dem engl. Rechtunterworfen. Es besteht hier ein oberster Gerichtshof. ImAllgemeinen ist die Zeit vom Oktober bis Januar dieungünstigste im Jahr für die Rhede, weil während dieserZeitdie Strömungen und die Stürme herrschen. Um die La-dungen durch die Brandung zu den Schiffen zu führen,braucht man besondere Boote, Massula-Boote genannt, diebreit und leicht sind. In dem Fort steht ein Leuchtthurm,ohngefähr 90 Fuß hoch über dem Meer, der von dem Deckeines Seeschiffes gegen 16 engl. Meilen, und von der Mast-höhe desselben auf 26 engl. Meilen weit gesehen wird.

Madras handelt mit Großbritannien und andern euro-päischen Ländern, besonders Frankreich, milden Vereinigten-Staaten, den südamerikanischen Staaten, Madeira, Tene-riffa, Arabien, dem Caplande, den östlichen Inseln, dembirmanischen Reiche, Calcutta, Ceylon, Malacca, Java,den Maldiven, Mauritius, Bourbon, Reu-Süd-Wales,Pegu, Tranquebar, Travancore, der Westküste von Sumatra.Der Handel von Madras ist fast gleichbedeutend mit demHandel von Coromandel. Die Haupteinfuhrartikel sindGetreide, besonders von Bengalen, Baumwollenwaaren,britische Manufakturwaaren, Baumwollengarn, Metalle(verarbeitet und unverarbeitet), Perlen, Edelsteine, Thee,rohe Seide von Bengalen und China, nebst Arccanüffen,Goldstaub, Zinn und Pfeffer von den Malaienländern,Pfeffer und andere Gewürze von der malabarischcn Küste,Likholz von Pegu, Wein, Liköre, Droguerie-Waaren. DieAusfuhr dagegen besteht in glatten und gedruckten Baum-wollenzeugen, Baumwolle, Betclnüffcn, Sandelholz, Sal-peter, Gewürzen (Cardamom, Cassia, Cinnamon, Pfeffer),Zucker, Thee, Ghi, Salz, Perlen von Ceylon, Chankmu-scheln, Tabak, Seife, Natron, Farbcstoffen und etwas Kassevon Mysore. Der Handel wird theils durch Privatleute,theils durch die ostindische Compagnie betrieben. Die Ein-fuhr des Privathandels betrug 18^: 13,606,227, 18»»/««:13,040,871 ; die Ausfuhr 18-»/g,i 20,828,223, 18-»/.<,-21,070,032 Compagnie-Rupien; die Einfuhr der ostindischenCompagnie 18^:14,828,928 , 18^/,»: 13,831,882;die Ausfuhr 18^,: 23,412,773, 18-°/^: 30,290,611 Com-pagnie-Rupien.

Es giebt in der Präsidentsch. Madras, wie im engl. Ost-indien überhaupt, verschiedeneMünz-u.Rechnungs-Systeme,welche man in drei Klassen theilen kann: 1) das alte, bis 1818bestandene; 2) das neuere von 1818 bis 1838, und 3) dasneueste, gegenwärtig und seit 1838 bestehende.

Münzen und Aechnung.

1) Altes System.

Bis 1818 bediente man sich einer Gold-Valuta undrechnete nach S ternp a g od e n (Star- oder Lurrent-l'ago-llas) zu 42 Fan ams ä 80 Cashes. Die ostindische Com-pagnie aber und die hier ansässigen europäischen Kaufleutetheilten die Sternpagode in O'/z Rupien zu 12 Fanams.(Den Aahlwerth s. u. d. wirklichen Münzen.)

Wirklich geprägte Münzen sind:

JnGold-Sternpagoden oder Curantpagoden,welche nach den Untersuchungen in London 32?/, engl. Gränwiegen und 19 Karat bis >/s Grän sein sind, wonach 86,3088Stück derselben auf die köln. Mark fein Gold gehen, und derWerth eines Stücks —7 Schilt. 8'/, Pence, gewöhnlich zu8 Schilt, gerechnet, oder — 3'/^ Compagnie-Rupien, oder(den preuß. Fricdrichsd'or zu 3°/, Thlr. preuß. Curantgerechnet) 2 Thlr. 18</z Sgr. preuß. Cur. beträgt.

In Silber: Arcot-Rupiensin Madras geprägt),176>/2 engl. Grän schwer, 13 Loth 1,68 Grän fein, 21,668Stück auf die köln. Mark fein Silber; Werth eines Stücks: ^— Thlr. 19 Sgr. 4,6 Pf. preuß. Cur. — — Thlr. 14 Gr.9,2 Pf. Conv.-Münze. — Doppelte und einfache >Fanams. — Im Jahr 1811 prägte man spanische Piaster >in doppelte, einfache, halbe und Biertel-Rupien, und in ^Stücke von 1, 2, 3 und 8 Fanams um. — Man schlug iauch halbe und Viertel-Silberpagoden von derFeinheit der spanischen Piaster. Die halbe Silberpagodewiegt 326,73 engl. Troy-Grän und galt I^Arcot-Rupien.

In Kupfer: Pices oder Stücke von 20 Cashes,Doodees oder Stücke von 10 Cashes, und halbe Doodeeszu 8 Cashes; ferner: Stücke zu 1 Cash. — Die Kupfer-münzen wurden in England geschlagen, und es ist ihnen ihr 'Werth aufgeprägt.

Hieraus ergiebt sich folgendes Verhältniß der alte»Rechnungs- und wirklichen Münzen.

§

Rupien.

Fanams.

-K

Doodees.

A

i

3'/-

42

68

336

3360

1

12

48

96

960

1

4

8

80

1

2

20

1

10

2) Neueres System von 1818.

Einer Bekanntmachung vom 7. Jan. 1818 zufolgewurde die Silber-Valuta eingeführt, und die ne»kSilber-Rupie (llupoo) als Hauptmünze der Präsiden^schüft Madras festgestellt. Man rechnete nach diesen sog^nannten Madras-Rupien, welche man in 16 Anna-zu 12 Pices oder Pies eintheilte. Uebrigcus muß n>a"diese Silber-Rupien nicht mit den Gold-Rupien ve^wechseln.

Die bisher in Sternpagoden geführten öffentlich^Rechnungen wurden der Art auf Madras-Rupie» reduci^daß man 330dieserRupien--»100Stecnpagodcn rechnete-

Wirklich geprägte Münzen der neuer^Act sind:

Jn Silber: Rupien (Madras-Rupien), seit l^i 'in London 180 engl. Grän (242,73 Holland. As),schwer u»163 englische Grän oder 14 Loth 12 Grän fein befunden,!

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