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Zweiter Band. H - Z.
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Matten

Insel Cuba, O. von Havanna, an der Mündung des Rio-San-Juan, mit etwa 30,600 Einw. Es ist nächst Ha-vanna der bedeutendste Handelsplatz der Insel, dessen Aus-fuhr hauptsächlich in Zucker, Kasse und Melasse besteht.Im Jahr 1832 betrug die Ausfuhr 2,873,673, 1836:3,167,400, 1840: 4,333,744, 1842: 4,368,926 Dollars(Piaster), und die Einfuhr 1832: 1,133,087, 1834:1,624,403, 1836: 1,478,392 Dollars (Piaster). Im Jahr1818 betrugen die Zollabgaben überhaupt 184,400, 1830:727,710 ?esos cluros; im Jahr 1842: 833,430 Dollars.

«, Hafenstadt in Spanien, NO. bei Barce-lona, am mittelländ. Meer, mit ohngefähr 13,000 Einw.,Baumwollspinnereien, Fabrikation von Seiden- undBaum-wollstrümpfen, Spitzen, Blonden, Percals, Sammt, Glas,Korkstöpseln, Schiffbau.

Materialwaaren, Materialhandlung, Ma-terialist. — Materialwaaren werden alle diejeni-gen Waaren genannt, welche in dem Zustande, in welchemsie derHandel liefert, zu ihrer letzten Bestimmung noch nichtgeschickt sind, vielmehr erst den Stoff (das Material) einerwettern Verarbeitung oder Zubereitung abgeben, z. B. diemeisten rohen Produkte des Mineralreichs. Doch beachtetman beim Gebrauch dieses Wortes die Grenzen seiner ei-gentlichen Bedeutung wenig oder gar nicht, und pflegt allejene Waaren, welche die Hauptartikel unserer gewöhnlichenKleinhandlungen ausmachen (Kolonialwaaren, Gewürze,Früchte, Sämereien w.), die man auch Spezereiwaarennennt, damit zu bezeichnen. Diejenigen Handlungen, welchesich vorzugsweise mit dem Vertriebe der Materialwaarenbeschäftigen, werden Materialhandlungen, in derwettern Bedeutung auch Spezereihandlungen, ge-nannt, die Eigner derselben Materialisten oderSpe-zereihändler. Besonders ist in Süd-Deutschland dieBenennung Spezerei-Waaren (franz. öpicenes, engl.spices) gebräuchlich. — In einigen Gegenden unseres Va-terlandes versteht man unter Materialwaaren dieDroguen oder Apothekerwaaren, und unter Materiali-sten die Droguisten, Droguenhändler, und in diesem Sinnbedeutet reines MaterialgeschäfteineApotheke, worinblos Droguen käuflich sind.

Mathee, s. Paraguay thee.

Mutier, Mattier, Matthier, Rechnungs-undScheidemünze in Hannover, Braunschweig und Lippe-Bückeburg.

Matrosen-Leinen, eine Art blau-, weiß- undviolett-gestreifter oder gegitterter Leinwand von '/^, und«/-> Ellen Breite und gewöhnlich 60 Ellen Länge. In denmeisten Gegenden nennt man sie Bonten. Sie werdenzu Vorhängen, Bett- und Möbelüberzügen. Kleidungsstü-cken für Matrosen u. dgl. verwendet und vorzüglich zu Har-tem, Elberfeld, Bautzen, Löbau, Herrnhut, Schönbach,Cunersdorf und Cuncwalde fabrizirt. Die Harlemer-Bonten sind die besten, die sächsischen und böhmischen diegangbarsten. Sie gehen über Hamburg, Bremen undAmsterdam nach Amerika. Die in Sachsen gemachtenBonten halten 83 sächsische Ellen und sind breit. DieStücke werden in 3 Drittclstücke geschnitten, gemandclt, derSchaufleck eines jeden Coupons geglättet, halbgebrochcn,

buchförmig gelegt, ohne Papierumschlag mit rothem schmalen ü

Bande zweimal gebunden und in Kisten von 100 Drittel- ^

stücken oder 33>/, ganzen Stücken verpackt. Sie werden 2

gewöhnlich mit Nr. 2 bezeichnet. Früher hatte man auchnoch eine Sorte Nr. 1, die besonders in Westphalen gemachtwurde und besser und feiner war. In den sächsischen Ma- ^nufakturorten notirt man den Preis pr. Stück, in Hamburg ?!und Bremen xr. Drittelstück. Früher bestanden die Bontenganz aus Leinengarn; bei den jetzigen niedrigen Preisen mi- ^

scheu die Weber aber oft starke Baumwollenfäden bei. Die „

böhmischen Matrosenleinen werden im chrudimer und bi- >,

schower Kreise in Stücken von 30 Ellen Länge und 2 Ellen ^

Breite gemacht. Man hat sowohl ganz weiße, als auch y

weiß und blau gestreifte. Sie werden rund zusammengelegt, y

dreimal gebunden und ohne Papierumschlag verpackt. Ihr ^

Hauptabsatz ist über Trittst nach Italien. f

Matrosentuch , franz. 8inxonnc; engl. ^xneline, einaus sehr starkem ordinären Wollengarn dicht gewebtes Zeug, rwelches auf einer Seite glatt und auf der andern so zottig <rist, daß es den Lammfellen ähnlich sieht. Es ist so stark ge-walkt, daß das Wasser nicht durchdringen kann, und dahereine vorzügliche Winterkleidung für die ärmere Volksklasse;auch braucht man es zu Satteldecken. Man macht es inBöhmen, Mähren, österreich. Schlesien. ^

Mattaro , ein Flüssigkeitsmaaß in der Berberei. ^

Matte , heißt ein Feldmaaß in Iev er, und zuweilen ;der spanische Piaster oder kos» lluro. >

Matten, franz. Kaltes ; engl. Uals ; ital. Kalte, 8luoje, I

sind die bekannten, aus verschiedenen Pflanzentheilen, be- >

sonders aus Schilf, Binsen, Stroh, Baumbast, Palmblät- !

lern rc. geflochtenen Decken, welche vorzüglich zum Verpa- <

cken verschiedener Waaren angewandt werden. In mehre-ren Gegenden Europa's und Asiens werden Matten in gro-ßen Quantitäten gemacht. Die gemeinen oder eins»- ^

chen (russischen, italienischen, portugiesischen, levantischcn) ,

werden nur zum Verpacken gebraucht. Cabas oder Ca-bassen nennt man die zu Körben geflochtenen Matten, indenen Feigen, Rosinen und Droguen versandt werden. Diefeineren Matten hat man in verschiedenen Farben undFormen, einfach und doppelt, glatt und f-wonnirt, ein - undvielfarbig >c. Man verwendet diese zu Fufidecken und zumBedecken von Tischen. Dazu gehören hierher die feinenholländischen Binsenmatten und die spanischenLstoras kinus oder Juncen, franz. Ittpis ä'Lspoxne.

Sie werden in Valencia, namentlich zu Crevillent, aus ei-ner Binsenart, .luncus cllusus, auf eigenen kleinen Weber-stühlen gemacht und zum Theil von den Arbeitern selbst nachParis, London und Genua zum Verkauf gebracht. Diefeinsten und schönsten Matten werden in der Levante, Ehina >und Ostindien gemacht. Sie zeichnen sich sowohl durch fei*nes Flechtwcrk als schöne Farben aus und werden häufignach den größeren Handelsstädten gebracht. — Die russi^schen Matten werden aus Lindenbast gemacht (vgl. denArt. Bast), und bilden in mehreren Gegenden an der OkN/Wetluga, Wolga einen Haupterwerbszwcig der ärmerenVolksklasse, denn es werden jährlich für den Werth voNmehreren 100,000 Rubeln ausgeführt. Die meisten gehennach England, Holland und Hamburg. Schilfmatten