Muscatblüthe
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MuScatbutter
Preis herabgedrückt würde. Aus demselben Grunde ließensie sogar von Zeit zu Zeit die gesammelten Borräthe ver-brennen. Nur auf den 4 Banda-Jnseln Neira, Lon-thoir-Banda, Pulo-Ay und Rhun wurde der An-bau der Bäume gestattet; doch mußte das ganze jährlicheErzeugniß zu einem gewissen Preise an die Beamten derholländisch-ostindischen Compagnie (s. den Art. Maat-schappy) abgeliefert werden. Bormals verkaufte diesejährlich im Durchschnitt 250,000 Pfd. Muskatnüsse u. 90,000Pfd. Blüthen. Bon 1810 bis 1815 hielten die Engländer dieMolucken besetzt, und steigerten die Kultur der Muscat-bäume bedeutend. Neueren Angaben zufolge werden jähr-lich in Rera 2700 Pfd. Muscatblüthen und 8060 Pfd.Muskatnüsse, in Pulo-Ay 52,000 Pfund M.-Bl. und128,000 Pfd. M.-N., in Banda 142,000 Pfd. M.-Bl. und568,000 Pfd. M.-N., zusammen also auf diesen drei Inseln196,700 Pfd. Muscatblüthen und 704,060 Pfd. Muskat-nüsse erzeugt. Bon letzteren geht etwa der dritte Theil nachEuropa, das Uebrige bleibt in Indien. England führtezum Verbrauch für das vereinigteKönigreich1840: 118,664,1841: 115,441, 1842: 170,064 Pfund ein. In Hollandverkaufte die Handels-Maatschappy in ihrer Auction am17. September 1000 Fässer Muskatnüsse und 360 FässerMuscatblüthe, und behielt einen Vorrath von 1130 FässernMuskatnüsse und von 232 Fässern Muscatblüthe. Im Jahr1843 kamen in den Auktionen 1873 Fässer Nüsse und 635Fässer Blüthe an den Markt, aber zu so niedrigen Preisen,wie sie bis dahin noch nicht gewesen waren. Nüsse Prima-Sorte gab man im September zu 108 Cents, später in Las-sen 113 Cents; gute 0 Blüthe zu 96 Cents, später etwasmehr. Man notirt diesen Preis pr. Kilometer in Fässern.Im Verhältniß zu diesem niedrigen Preise stellte er sich auch1843 in Hamburg, wo die Nüsse von 19.29 Schill. auf18.23 Sch., Blüthe von 20.30 Sch. auf 19.24 Sch. zurückgingen. Eingeführt wurden in Hamburg Nüsse 1842: 150,1843: 232 Fässer; Blüthe 1842: 200, 1843: 198 Fässer;Vorrath waren anfangs: Nüsse 1842: 13,000, 1844:20,000 Pfd.; Blüthe 1842: 15,000, 1844: 14,000 Pfd.Man sortirt Nüsse und Blüthe, zunächst in weiblicheNüsse, die auch ächte oder zahme, franz. muscottos ko-mmenes, engl. nutmexs, heißen, und von dem angebautenBaum kommen. Die männlichen Nüsse, auch wildeund lange, franz. mLlvs oder longues, engl. male oder Wieg,holländ. »emneijesnooten genannt, sollen die Fruchtkerne deswilden Muscatnußbaumes, dlz-risiica wmenws» Ittumtt-,sein. Die weiblichen sind kleiner, runder und fester, als diemännlichen, die eine filzartig lockere Masse, einen wenigergewürzhaften und etwas herben und rauhen Geschmack ha-ben, und deshalb weniger werth als die weiblichen sind.Die weiblichen sortirt man wieder in ganze und ge-sunde, franz. entiöres oder samos, engl. sounä nulmozs,holl. gavo nooton; in gestochene, franz. pigues, engl.unsounä oder skrivolleä oder rvorm-eacen, holl. xostvkon noo-tcn, die von Insekten angefressen sind; in Rampen, franz.rompuos, on morcoaux, holländ. rompen, gobroben, die inStücke gebrochen und von den Insekten zerfressen sind. Un-gestalte heißen Zwillings-, Diebs- oder Königs-nüsse, holl. vieljesnooten, Hsotlingnooten. Die holländ.Handels-Maatschappy sortirt die Nüsse in Nr. 1 bis 4 und
die Blüthe in die Sorten 4 bis L. In Bremen unter-scheidet man die Nüsse: sortirte, unsortirte und Rampen,die Blüthe: blanke und braune. Auch unterscheidet man dieNüsse nach ihrem Batcrlande in moluckische, Bourbon-/ ^Islo-äo-pronce-, Cayenne-Rüffe !k. Früher war der Handelmit diesem Artikel ausschließend >» den Händen der Hollän-der, aber schon seit längerer Zeit müssen sie ihn mit denEngländern und Franzosen theilen. Die Insel Bourbo »liefert jährlich etwa 3000 Pfd. Muskatnüsse, welche einelängliche Form und einen etwas wilden Geschmack haben-Nüsse, welche im Innern viel Weißes haben, werden gerin-ger geschätzt als die, bei denen eine rochbraune Farbe vor-herrscht. — In Guyana hat man die dunkelbraunen, hitz'kund gewürzbaft schmeckenden Nüsse des faden Wuscatnuß-baumes, öl^risttca kutu» 8,rorir, in Brasilien die Nüsse desofsicinellen Muscatnußbaumes. Auch Bengalen liefert Mus-katnüsse. — Im Jahr 1790 kostete das Pfund Nüsse inAmsterdam noch 20 Fl. und das Pfund Blüthe 5 Fl., i>NJahr 1825 die Nüsse nur 5 Fl. und die Blüthe 14 Stüber-Gute Muskatnüsse müssen beim Zerschneiden nicht in Brocke»zerfallen, mit einer heißen Nadel gestochen, etwas gelblichesOel geben. Man hat schon mehrmals künstliche Mus-katnüsse in den Handel gebracht, die aus einem mit gestoße-nen Muskatnüssen gemengten und dann in Formen gedrück-ten Mehlteige gemacht waren. Solche falsche Nüsse erkenntman an der geringen Festigkeit, den wenigen Runzeln, kewie daran, daß beim Hineinstechen mit einer heißen Nadelkein Oel herausfließt. -
Muscatblüthöl, Macis öl, franz. Nutte äe mocisvolsttte; engl. Ott ok moce ; ital. Otto (tt knsee; lak. Oleuwklaciäis. Man erhält dasselbe sowohl durchs Auspressen derMuscatblüthen, als auch wenn man dieselben einer Destil-lation unterwirft und das obenauf schwimmende Oel saw- Imelt. Es ist ein flüchtiges Oel, farblos oder gelblich undetwas dickflüssig, von sehr starkem Geruch, sein spezifischesGewicht 0,931 bis 0,947, und wird in der Medizin ange-wandt. Durch Auspressen erhält man aus 2 Pfd. Macis3 bis 6 Loth Oel. Das im Handel vorkommende ist seltenrein, sondern ein Gemisch von Muscatnußöl und gereinigten!Terpentin- und Steinöl.
MuScatbutter, Muscatbalsam, Museal-wachs, franz. beurro äe inuscscke, engl. »utmeg soap, holl-musbaatoueras, ist ein festes, talgartiges Oel, sowohl aus Mus-katnüssen, als auch aus Muscatblüthe gewonnen. Es hat eineröthlichgelbe Farbe, muscatartigen Geruch und Geschmack-Man preßt es aus den zerstochenen Nüssen, nachdem man siezerstoßen und dem Dampf kochenden Wassers ausgesetzt hat,
Es kommt öfters als Bandaseife in viereckigen Stückenvor. Im Handel unterscheidet man 1 ) englischen Mus-catbalsam. In Pisangblätter eingewickelte länglich vier- ^eckige Stücke von Pfund Schwere. Er hat eine weichtConsistenz, ist beim Durchschneiden fein grieslich, gleichmäßigröthlichgelb oder gelblichroth. — 2) Holländische^Muscatbalsam. Weit größere, breitere und oblongeStücken, deren Ecken schärfer begrenzt sind. Sie kommensowohl in Blätter als in Papier eingepackt vor und wiege»1'/, bis l'/s Pfund. Von Farbe sind sie mehr weißlichgelbund grobkörniger. Ihre Consistenz ist fester; Geruch und