Mustapha
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Myrrhe
Mustapha, eine alte türkische Goldmünze, unter derRegierung des Sultans dieses Namens geprägt.
Musterrolle, französisch li»>e ä'sguipago; englischöluslerraU, heißt im Seewesen das Berzeichniß, in welchesdie ganze Schiffsmannschaft, so wie die Passagiere nach Na-men, Wohnort und Alter eingetragen werden, und welchesder Kapitän am Bord hat. In England heißt die Muster-rolle im Heuer-Contrakt arücles »5 sgreemenl, in den Berei-nigten-Staaten ist sie davon als list okper 80 NS, skippingpaper geschieden.
Musune, Rechnungs- und Silbermünze im Kaiser-thum Marokko.
Müthel, Kalkmüthel, österr. Kalkmaaß.
Muth, Müdde, ein Getreidemaaß in mehrerenSchweizer-Kantons; s. Appenzell, Bern, Ehur, Lu-zern, Schaffhausen, Solothurn, Zürich, Zug.
Mutsje, altes niederländ. Flüssigkeitsmaaß.
Mutterharz, s. Galbanum.
Mutterkümmel , römischer oder langerKüm-mel, Kumin, franz. Lamm ; engl. Lummin-soeä; italienischLommo, heißen die etwa 3 Linien langen Samen des inAegypten einheimischen und im südlichen Europa angebautenfeinblättrigcn Kreuzkümmcls, Luminum cvminum t>. Siesind rundlich eiförmig und von gelblich grünbrauner Farbe.Ihr Geruch ist stark, aber nicht angenehm, der Geschmackkümmelartig. Aus 10 Pfd. Samen erhält man durch De-stillation 3>/z Unzen ätherisches Oel. Der Mutterkümmelwird als Gewürz, unter Liköre und in der Arzneikunde ge-braucht. Man bezieht ihn über Amsterdam und Hamburg,wohin er aus Aegypten, Malta, Sicilien, Alicanteund Frankreich kommt. Den maltesischen schätzt man ammeisten.
Mutternäglein, Mutternelken, franz. >nlollssäo xirolle; englisch ölolker clovos; italienisch äntolili, sind dielänglichen, etwa 1 Zoll großen, ovalen Früchte des Ge-würznelkenbaumes. Wenn man sie in Wasser einweicht, sobemerkt man deutlich, daß sie aus zwei unregelmäßigen,über einander geschlagenen Lappen bestehen. Ihr Geruchund Geschmack ist derselbe wie bei den Gewürznelken, nur inweit schwächerem Grade. Gebrauch: in der Arzneikundeund in Ostindien mit Zucker eingemacht als Confekt.
Mutterzimmt, s. Iimmt.
Myl, die niederländische Meile, dem französischen Ki-lometer gleich.
Mykiagramm, Myriagramme, ein französischesGewicht.
Myrialiter , M yrial i tre, ein französ. Hohlmaaßfür trockne und flüssige Dinge.
Myriameter, Myriametrc, ein französischesLängenmaaß.
Myriare, ein franz. Flächenmaaß.
Myrobalanen, sind Früchte, die aus Ostindienstammen, schon in der ältesten Zeit als Heilmittel in Ansetzn
standen, jetzt aber fast gar nicht mehr gebraucht werden unddaher selten noch im Droguenhandel vorkommen.
Myrrhe, Myrrhengummi, lateinisch 6»inmi-liosina !üvrrl,u, ist ein Gummiharz, das von zwei Bäumengesammelt wird; 1) von dem wahren Myrrhenbaum,
Vulsamo-Ionüron Illxrrli:, öiees; und 2) von dem Katafbaum,liols.imoäelxlron Ivatak llumb. Der erstere wurde erst 1820durch den reisenden Naturforscher Ehren berg genauerbekannt. Bon beiden kommt die levan tische Myrrhe,französisch mxrrde äu I.evant, englisch lurlce^ mxrrb; jedochsoll von der letzteren Baumart auch die habessinischeMyrrhe, englisch adxssimon mxrrd, kommen. Diese letzterekommt durch den ostindischen Handel nach England, ist zer-brechlicher als die levantische und hat einen bitteren, aro-matischen Geschmack. — In neuerer Zeit hat man auch voneinem noch unbekannten Baume stammende ostindischcMyrrhe in den Handel gebracht. Es sind 2 bis 3 Zollgroße, unscheinbare, mit einem bräunlich-weißen Staube be-deckte Stücke, die im Inneren der gewöhnlichen Myrrheähnlich, aber ganz undurchsichtig und außen schwarz sind.
Ihr Geruch ist myrrhenartig, der Geschmack bitter. Inwiefern die beiden letzteren Sorten verschieden sind oder viel-leicht gleich, ist noch nicht bekannt. Die Myrrhe tritt ausder Rinde des Baumes hervor, ist anfangs ölig, dann but-terartig, und verändert die gelblich-weiße Farbe in Gold-farbe; im erhärteten Zustande ist sie röthlich. Man unter- >scheidet im Handel folgende Sorten ») Ausgesuchte oder >ausgelescne Myrrhe, ülxrrba eiern, oder soloem, franz.Illxrrlio en larines, rauhe, trübe, selten glänzende, gewöhnlichmit einem seinen Pulver bestäubte, unregelmäßige Stü-cke von verschiedener Größe und braunrother oder röthlich-gelber Farbe, eigenthümlich balsamischem Geruch und ge-würzhaftem, bitterem Geschmack, beim Kauen an den Zäh-nen hängen bleibend, den Speichel gelblich oder milchig ma- ^chend. Der Bruch ist uneben, schwach wachsglänzend.Bci'm Erhitzen verbreitet die Myrrhe einen sehr starken,nicht Übeln Geruch. Sie ist zum Theil in Wasser, zumTheil in Weingeist auflöslich. Die schönen rein hyacinth-rothen, in's Braune spielende Stücke, nennt man Gold-Myrrhe. — b) Gewöhnliche Myrrhe, ölxrrba nMuruIis,öl. in svrii«, franz. m^rrde on sorto. Diese Sorte bestehtaus vielen Stücken der vorigen, denen häufig größere un-förmliche , dunklere, undurchscheinende beigemengt sind,welche aus kleineren Stücken zusammengebacken scheinen.Man soll die Myrrhe zuweilen mit arabischem Gummi,Kirschgummi und Bdellium verfälschen. Gebrauch: inder Arzncikunde, unterParfümericn, Schönheitswaffer, undseit den ältesten Zeiten zum Räuchern, wozu man sie mitWeihrauch (Olidanum) vermengt. Man bezieht die Myrrhegroßenthcils aus den Häfen des mittelländischen Meeres,namentlich von Livorno und Trieft. Sie kommt dorthin aus iArabien, wo Mokka, Bassora und Maskat die Märkte fürdiesen Artikel sind. Die Versendung geschieht in Kisten oderledernen Ballen mit 1 bis 2 Ctrn.