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Zweiter Band. H - Z.
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Niederlande

einer der Bundesstaaten in Central-^merika, auf der großen Landenge zwischen Nord- undSüd-Amerika, stößt R. und O. an das caribische Meer, S.an Costa-Rica, SW. an den großen Ozean, W. an San-Salvador, RW. an Honduras. Die Küsten sind sehr zer-bissen und buchtenreich; im caribischen Meer an der Süd-ßrenze der Hafen San-Juan, im großen Ozean der GolfPapagago und Fonseca oder Amapala und die Häfen Rea-ie'io, Desolada, San-Juan-del-Sur und Brito. Das Landwird von der Anden-Kette durchzogen und hat mehrere Vul-Eane, daher Erdbeben und Orkane häufig. Das Klima istheiß und auch ungesund; der Boden fruchtbar an tropischenGewächsen, besonders Früchten, Eacao, Zucker, Indigo,Baumwolle, kostbare Holzarten, besonders Farbeholz,^ummi- und Harzbäume. Der Staat ist ohngefähr 1700^M. mit 198,000 Einw., die meist Jndier, viel Mischlingeand auch Weiße sind.

Nikaragua-Holz, Blutholz, s. den ArtikelNothholz.

Nickel, franz. und engl. Mclrol, ist ein ziemlich selte-nes und beinahe stets in Verbindung mit Kobalt vorkom-mendes Metall. Im reinen Zustande hat es eine zwischenSilberweiß und Stahlgrau liegende Farbe, hakigen Bruch,starken Glanz, bedeutende Härte und ein spez. Gewicht von8,4 (im gegossenen) bis 8,9 (im geschmiedeten Zustande).Es ist schweißbar, schmilzt erst in der heftigsten Weißglüh-hihe, wird vom Magnet angezogen und nimmt, so wie dasEise», auch selbst Magnetismus an. Das wichtigste Rickelerz'st der Kupfernickel, eine Verbindung von Nickel mitArsenik. Da derselbe eine metallische Kupferfarbe hat, so"°rmuthcten die deutschen Bergleute, welche ihn zuerst fanden,^ möge Kupfer enthalten; weil sie aber sich vergebens be-mühten, das Metall daraus abzuscheiden, so nannten sie dasErz Kupfernickcl. Der bekannte schwedische Mineralogbronstedt entdeckte im Jahr 1781, daß ein eigenes Metall^Mrin enthalten sei, welchem er den Namen Nickel gab.Es wird dies Metall aus dem angeführten Erz, so wie auch

der sogenannten Kobaltspeise (s. dies. Art.) auf ver-schiedene Weise bereitet. Die Hauptanwendung des Nickels'st die zum Neusilber (s. den Art.). Das Nickelorydö'ent m der Porzellanmalerei zu grünen Farben. Die wich-''3sten Fundorte des Nickels sind Riegelsdorf und Bieder inHessen-Joachimsthal in Böhmen; Johanngeorgenstadt,Schnceberg, Annaberg, Freiberg in Sachsen rc.

Niederlagen, öffentliche, Speicher, Docks,Eckhäuser, Magazine, Pack räume, sind die demKaufmann nothwendigen sicheren Gebäude, Plätze, Maga-ö'"e, in welchen gegen eine gewisse Abgabe, Lagerzins,Niederlagsgebühr, Waaren von Einheimischen oderfremden unter dem Schutz der Behörden möglichst sicher vorBerderben oder Dicbstahl aufbewahrt werden. Es sind dieseAnstalten höchst wichtige Erleichterungsmittel des Handels,deren Werth man in England, namentlich in Liverpool, soM'e in Frankreich in den großen Handelsplätzen zu erkennen"erwäg. Eine besondere Wichtigkeit haben die öffentlichenNiederlagen, Entrepots (s. d.), in Bezug auf das'teuerwesen erlangt, indem der Kaufmann hier unter ge-"ffen Bedingungen steuerbare Waaren so lange unverzolltlaern lassen kann, bis er darüber verfügen will. Vgl. die

Artikel Frankreich, London rc. — Niederlage,Niederlag 6 recht heißt an mehreren, besonders Hafen-Orten die Berechtigung, daß daselbst alle vorbeikommendenWaaren abgeladen und zum Verkauf ausgeboten werdenmüssen. Man vgl. Stapelrecht.

Niederlande, ein Königreich im nordwestlichen Eu-ropa, das seit 1818 bis in das Jahr 1830 auch das jetzigeKönigreich Belgien umfaßte und jetzt auf 873^ LlM., imJahr 1843: 2,983,783 Ew. hat, ohne das zu Deutschlandgehörige Großherzogthum Luxemburg von 46^ QM. mit178,223 Einw., welches, von dem Königreich getrennt, amSOEnde von Belgien liegt. Das Königreich stößt im W.und N. an die Nordsee, die hier den tiefen Busen dieZuyder-See und den kleineren Lauwcr-See bildet; grenzt O. anHannover und Preußen und S. an Belgien. Das Land bil-det das westliche Ende des großen norddeurschen Tief- oderNiederlandes, worin nur hie und da einzelne künstliche Hü-gel, Terpen oder Vliedberge genannt, ehemals zur Zufluchtbei großen Ueberschwemmungen stehen. Drei gleichlaufendeDünen-Reihen, 80 bis 180 Fuß hoch, den Küsten entlang,schützen das Land gegen das Eindringen des Meers, den» inden Provinzen liegt der Boden tiefer als der Meeresspiegel.Die tief liegenden Ländereien nennt man Polder und dienoch tieferen Tiefpolder, die aus einem sehr fruchtbarenSchlammboden bestehen und größtentheils als Grasland fürdie Viehzucht benutzt werden. Die Deutschland benachbar-ten Provinzen bestehen aus Heide-, Moor - und Sändland;das Großherzogthum Luxemburg ist durch Ausläufer derArdennen bergig. Das Klima ist in den niederen Gegendenfeucht, nebelig, veränderlich und im Winter stürmisch. Pro-dukte sind Pferde, aber vorzüglich schönes Rindvieh, Schafe,viel Geflügel, einiges Getreide und vorzüglicher Käse. DieIndustrie schafft namentlich ausgezeichnete und feine Lein-wand, Zwirn, Papier, Tuch, Baumwoll- und Seidenzeugc,Leder, Tabak, Zucker, Seife, Farben, namentlich Krapp,der durch starken Krappbau erzeugt wird, Fayence, Thon-pfeifen. Beträchtlich ist die Fischerei, aber noch viel an-sehnlicher Handel und Schifffahrt. Der Binnenverkehr wirddurch viele Kanäle, so wie durch einige Eisenbahnen be-fördert.

Betrachtet man neben der Industrie, die durch Weberei,Krapp-Bereitung rc. ein sehr ergiebiger Erwerbszweig ist,den Handel, so treten hier als Hauptplätze Amsterdam undRotterdam, und außerdem in der Handelsschifffahrt nochHelvoel, Brielle, Maasluis, Schiedam, Brouwershavcnund Zierikzee entgegen. So liefen z. B. im Jahr 1846 inAmsterdam aus See 2822 Schiffe ein, die meisten aus Ham-burg, Cronstadt und Petersburg, Danzig, Bremen, Dram-men, Java, Riga, Newcastle, Sunderland, Archangel,London, Hüll, Rostock, Stettin, Surinam, Bergen, Aren-dal, Narwa, Odessa, Pillau, Wismar, Cardiff, Emden,Leer, Memel, Faaborg, Hartlepool, Flensburg, Genua,Havana, Lriest, Fiume, Windau, Stockholm, Stockton,Glückstadt, Alton«, Baltimore rc.; in Helvoel und Briellekamen 1846 an 2683 Schiffe, ohne die längs derZeeuw'schenStröme oder über die Watten und binnen durchgekomme-nen, sowie auch ohne die Heringsbuysen und Fischerfahr-zeuge, also 633 mehr als im Jahr 1843, darunter 2 vonChina, 1 von China und Batavia, 32 von Batavia, 1 von