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Zweiter Band. H - Z.
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Nürnberg — 365 — Nürnberg

ibm Theil wohl noch jetzt nach allen Erdtheilcn versendet'»erden. Den Werth dieser Ausfuhr rechnete man in frei-erer Zeit jährlich 8,000,000 Fl.; jetzt beträgt er kaum noch^V-Mell., denn veränderte Zeitumstände, veränderte Moden,Mtstandene Conkurrenz im Auslande, begünstigt durch dasstarre Festhalten der Nürnberger an veralteten Zunft- undHandwerkseinrichtungen, hemmende Zollschranken in den^bsatzorten!c. haben dieses Sinken herbeigeführt, welchesNürnberg auch um 30,000 Bewohner ärmer gemacht hat,^n>, es zählte in seiner schönsten Blüthe deren 90,000. —Die noch bestehenden Fabriken, Manufakturen und Kunst-ateliers liefern: Alabasterwaaren aller Art, künstliche Blu-ten aus Batist, Tastet, Federn, Papier!c., Bürsten jederGattung, Branntweine und Liköre, Buchdruckerlettern, che-mische Waaren jeder Art, Cichoricn, Dvscn und lackirteMaaren. Man fertigt wohl an 1000 verschiedene Arte»aus Holz, Papiermache oder Metall. Früher gab es an VODosenfabrikantcn mit 3000 Arbeitern, jetzt deren etwa 17Mit 600 Gehülfen. Ferner werden hier gemacht Draht vonallen Metallen, Radeln, Drcchslerwaaren jeder Art, Fayence,Farbenstifte, Bleistifte, Malerfarben und Malcrgeräthschaf-^n, Folien aus Silber, Kupfer, Zinn, Galanteriewaaren,^laswaaren, geschliffene und optische Gegenstände, Holz-»nd Mctallwaaren in den verschiedensten Gegenständen, alsSpielzeug für Kinder, musikalische, physikalische, mathema-tische Instrumente, Spiel- und Landkarten, Kupferstiche rc.,knöpfe, Kammmacherwaaren (sonst 120 Meister, jetzt 80),Geübtes aller Art, Leb-, Honig- oder Pfefferkuchen, Leder"nd Ledcrwaaren, leonisches Gold und Silber, Messing und^esstngwaaren, Nudeln, die eigentlichen nürnberger Waa-tkn, eine Unzahl kleiner Gegenstände aus allen möglichensoffen, theils zum Spielwerk für Kinder, theils auch zumHausgebrauch, zu Verzierungen !c., welche theils hier, theilsder Umgegend, in Tyrol, auf dem Thüringer-Walde undSchwaben gefertigt und von Nürnberg aus versendet'»erden,— Oblaten, Papier in jeder Größe, Farbe und Qua-Ütät, Pergament, Darm - und Metallsaiten, Spiegel, Ta-daksgeräthschaftcn, wie sie immer den Namen haben mögen,»»d aus den verschiedensten Stoffen, Teppiche, Uhren nebstZubehör, Wachs und Wachsarbeiten, Wollcngarn (besondersHarrasgarn), aber auch feines Stick- und Strickgarn,^'»irnwaarcn ic. Die nürnberger Kaufleute beziehen indessenMancher^; von auswärtigen Fabrikanten, um es in demHandelsverkehr in den Handel zu bringen. In dem indu-It»iellen Betrieb so wie im Handel hat sich das nahe Fürthein glücklicher Concurrent erhoben. Ansehnlich istNürnbergs Handel mit den Produkten der Umgegend,"mulich Getreide, Hopfen, Tabak und anderen Handels-^'»ächfln rc. Die Stadt besitzt ein Handels-, Appellations-»»d Wechselgericht, Hauptzoll-Amt, polytechnische Schule,»eis-, Landwirthschafts- und Gcwerbsschule, Zeichncn-'chule, Spezialzcichnenschule für Schreiner, Kunstgcwerbe-schule, Handelsschule, Bank, und treibt bedeutende Wechsel-3ffchäfte. Jährlich werden drei bedeutende Märkte (Messen)behalten, die erste am Dreikönigstag, die zweite am Mitt-M»ch nach Ostern, die dritte am Egidi-Tag, und seit 1826

besteht ein achttägiger Wollmarkt, der am 1. Juli be»ginnt.

INünzeu und llechnuug.

Man rechnet jetzt hier, wie in ganz Baicrn, »ach Gul-den zu 60 Kreuzern i> 4 Pfennige im 24>/r-Guldenfuß, d.h. in sogenannten Vereinsgulden, auch imWechsclwesen.Früher, nämlich so lange der 24-Guldenfuß gesetzlich, wardies die sogenannte Waarcn-Zahlung oder Münz-Rechnung. Daneben waren noch andere Währungen ge-bräuchlich, indem man nach Reich-s gülden zu 20 Schil-lingen b 12 Pfennigen in Curant rechnete, so daß 6 Fl.Münze — waren 8 Fl. Curant; — ferner die Bank-Valuta, wesentlich nur der Conventions-20-Guldenfuß; —die Rechnung in ölcmeta ä'oro (Goldmünze), nach welcherder Gold-Carolin zu 10 Fl., der französische Schild-Louis-d'or zu 92 /; Fl. gewürdigt wurden, aber so, daß der Werthdieser Rechnung um etwa 9 Procent geringer als Curantwar; — die Rechnung in ölsnola dianca (weiße Münze),eigentlich der 24-G«ldenfuß, oder vielmehr die ehemals ge-prägte neue Silbermünzc zu 2-, 4-, 6-, 12-, 18- und 30-Kreuzern, die jedoch um ohngefähr 20 Proc. geringer alsdas Curant war. Zuweilen wurde auch die fränkischeWährung gebraucht, nach der 4 Fl. fränkisch-—- 8 Fl.rheinisch oder im 24-Guldenfuß waren.

Als freie Reichsstadt prägte Nürnberg:

In Gold: Ducaten, gesetzlich nach dem Reichsfuß,gewöhnlich zu 4'/2 Fl. Curant oder 3^ Fl.

- Münze; jedoch veränderlich; auch halbe undViertel-Ducaten. — Goldgulden, ge-setzmäßig nach dem Reichsfuß, das Stück ge-wöhnlich zu 3'/o Fl. Curant oder 3«/z Fl.Münze.

In Silber: Speckest Haler, nach dem Reichsfußvon 1736 und 1738 geprägt, zu 2 Fl. 13>/z Kr.Curant oder 2 Fl. 40 Kr. Münze, und 9 Stückauf die köln. Mark fein Silber. Im Verhältnißhalbe und Viertel. Neuere, nach dem Con-ve»tions-20-Guldenfuß geprägte ganze, halbeund Viertel-Speciesthaler zu 2, 1 undV-rFl. Cur. oder 2-/^, 1>/, und Fl.Münze.—Ganze, halbe und Viertel-Kopfstücke zu20, 10 und 8 Kr. Cur., oder 24, 12 und 6 Kr.Münze, 240 Viertelstück auf die köln. Mark seinSilber.

Silberscheide münze: Stücke zu 3 und 1 Kreuzer.Auch sind Stücke zu 1, 2, 2>/2, 3, 4, 3, 6, D/?,12 und 13 Kr. Münze geprägt worden.

Lursverhiillnisst. Der Curszettcl Nürnbergs bedarfin seiner jetzigen einfachen Gestalt keiner Erklärung; früherallerdings wurde der Curs auf die einzelnen Wechselplätzesehr abweichend von einander notirt, z.B. auf Berlin undLeipzig,n Kreuzern Münze gegen 1 Thlr. im 14-Tha-lerfuß, auf London in 10 Fl. Wechselzahlung m. oder w.gegen 1 Pfd. Sterl., auf Paris in Gulden nürnb. Curantgegen 300 Frcs. -— Auch der Curs der Geldsorten wurdefrüher nach Procenten notirt,;. B. Ducaten ä 111-/,.