Sochsischblcm
840
Safflor
probirgmicht ist die Mark, mit der fast in ganz Deutsch-land gebräuchlichen Eintheilung.
Verarbeitetes Silber ist 12 Loth fein und mitzwei über's Kreuz gelegten Schwertern bezeichnet.
Das Edelstein - und peilengemicht besteht in dem Karatzu 4 neuen sächs. As, — 4,1612 holl. As. Bisher hatte es4 Grän und wurde in >/-, V«/ Vs, Via, V 22 und >/§, Karategetheilt.
Medizinal- und llziathekergemicht war früher das nürn-berger, seit dem 1. März 1837 ist es das preußische.
Sächsischblau, wird sowohl das Neublau alsauch die Smalte genannt (s. diesen Art.). In der Fär-berei versteht man darunter den in Schwefelsäure aufgelöstenIndigo.
Sack. 1) Getreidemaaß im nördl. Deutschland,in der Schweiz und den Niederlanden; — 2) Wollge-wichtin England.
Sackatu, stark bevölkerte Stadt in Haussa, einemgroßen Binnenlands in Afrika, W. von Kaschna; Sitz einesFürsten, und steht in lebhaftem Handelsverkehr mit Tripo-lis, dem Aschanti-Reich und den nördl. wohnenden Tuariks.Die Einwohner sind meist Fcllatahs.
Dorf im Wcst-Niding der Graf-schaft Pork in England, SSW. bei Halifax, mit 16,000 E-,und Mittelpunkt der Fabrikation feiner Tücher, treibt auchBaumwollweberei und Handel.
Saffian, Maroquin, türkisches Leder, franz.Naroquin ; cngl. Uoracoo ; ital. Illoioccdino, ist ein sehr schö-nes, feines, gefärbtes, glänzendes Leder, wovon man sowohlglatte, als gerippte und gekörnte (chagrinirtc) Sorten hat.Der Saffian dient vorzüglich zu den feinern Arbeiten derSchuhmacher, Sattler, Buchbinder, Futtcralmacher rc.Man macht ihn hauptsächlich aus Ziegensellen, aber auchhäufig aus Schaffellen, die man aber in Frankreich »wulonMaroquins nennt. Seine Erfindung wird den Arabern zu-geschrieben. Den Namen Maroquin hat der Saffian des-halb erhalten, weil in den marokkanischen Staaten zu Fezund Tetuan schon seit langer Zeit sehr bedeutende Fabrikenin diesem Artikel sind. In Europa wurde erst in der Mittedes vorigen Jahrhunderts die Fabrikation des Saffians ein-heimisch, als die pariser Societät zur Aufmunterung derKünste und der französische Marineminister Maurcpas imJahr 1730 Leute, namentlich den Chirurgen der königlichenMarine, Granger, zur Erlernung dieser Kunst nach der Le-vante sandten. Granger gab 1736 eine besondere Schriftüber die Bereitung des Maroquin heraus. In Deutschlandentstanden erst zu Anfang dieses Jahrhunderts Safslan-fabriken, jetzt sind deren zu Berlin, Wien, Offenbach, Calv,Pforzheim, Jdstein, Mainz und andern Orten, die größten-teils sehr bedeutende Geschäfte machen. In Frankreichzeichnet sich vor allen die Fabrik zu Llwisz-Ie-lloi durch ihrvorzügliches Fabrikat, besonders in schönen Farben, aus,das von den Buchbindern in Paris stark verbraucht wird;außerdem bestehen Safsianfabriken zu Paris, Marseille,Straßburg, Lyon, Mühlhausen rc., in England zu Londonund Bristol. In Rußland liefern Jaroslawl', Uglitsch,Kolomna, Arsamas, Wiätka, Kasan, Tula, Nischni-Now-
gor^d, Wladimir, Pskow, Wologda, Minsk, Astrachan (aus-gezeichneten), Torshok und Tauren Saffian. Die Türkck,Kleinasien und Marokko haben die ältesten Saffianfabriken,die aber nur rothes und gelbes Leder liefern. Außerdemwird aber auch in Polen, Ungarn, der Schweiz u. Spa»>c»Saffian gemacht. — Zum Gerben des Saffians wendetman Galläpfel und Sumach an. Soll er roth gefärbtwerden, so ertheilt man den Fellen diese Farbe vor demGerben, alle übrigen Farben, von denen gelb, grün, blauund schwarz die beliebtesten sind, werden erst nach demGerben aufgetragen. Der Corduan unterscheidet sichvom Saffian nur dadurch, daß er mit gemeiner Lohe gt-gerbt wird, nicht so glänzend, dabei kleinnarbiger und wei-cher ist.
Safflor, franz. Lartlwme; englisch SaMovvor; ital.Lalldi-oim, AollMnonc, sind die getrockneten Blüthenblätterder Färberdistel oder des wilden Saffians, 6-mümmus linclo-rius, als dessen Vaterland man Aegyptcn u. Ostindien ansieht,der aber jetzt in vielen Gegenden Europas, z.B. in Deutsch-land, Spanien, Frankreich, Italien und Ungarn angebautwird. Es giebt zwei Spielarten, die eine mit großen, dieandere mit kleineren Blättern, deren erstere besonders i»Aegypten gebaut wird und einen beträchtlichen Ausfuhrar-tikel gewährt. Der Safflor wächst in trocknem Boden undblüht bei uns im Juli und August. Die Pflanze hat Ähn-lichkeit mit einer Distel; die einzelnen Blüthen erscheinen a»den Enden der Aeste, die röhrenförmigen saffranrothe»Blümchen ragen weit über den gemeinschaftlichen, mit steift»Schuppen besetzten Kelch hervor. Wenn die Blüthen auf-zubrechen anfangen, zupft man sie aus, wobei man aber die -noch nicht gehörig entwickelten, von gelber Farbe, bis zu ei-ner zweiten Einsammlung zurückläßt. Nach dem Einsam-meln wird der Safflor getrocknet, aber vorher in manche»Gegenden, z. B. Cairo, mit Wasser gewaschen und ausge-preßt, um den gelben Farbstoff zu entfernen, damit der >»den Blüthenblättcrn außerdem enthaltene rothe Farbestofsi ^allein zurückbleibt. Gewöhnlich unterscheidet und benenntman im Handel den Safflor nach dem Vaterlande. Hftc-nach hat man folgende Sorten: persischer, der Vorzügelichste, er zeichnet sich durch eine dunkelrothe Farbe undReinheit aus; auf ihn folgt in der Güte der spanischewovon namentlich der von Valencia und Granada ausge-führt wird. Der ägyptische, levantische, türkiscd 2oder alexandri Nische Safflor ist der am häufigsten ü»Handel vorkommende; ist stets etwas feucht und stark ge-preßt, so daß er klumpige Massen bildet. Dies rührt vo»der Behandlung nach der Ernte her, wo man nämlich de»Safflor zwischen zwei Steinen quetscht und den Saft aus-preßt, woraus man den Rückstand zu wiederholten Male»mit Salzwasser auswäscht, mit den Händen ausdrückt, a»lMatten streut und an einem schattigen Orte trocknet.gleicher Behandlung steht der europäische Safflor dem le-vantischen nicht nach. Der bei Cairo gebaute und Bellasgenannte Safflor ist die beste ägyptische Sorte. Der deutschSafflor ist, da er ohne Zubereitung in den Handel kowmsisehr locker und trocken. Früher bestand ein bedeutend^Safflorbau bei Speier und in Thüringen, in der Umgcgt»von Erfurt; da man aber nicht die gehörige Sorgfalt amdas Einsammeln rc. verwandte, so sank er gegen den ägvp^