Band 
Zweiter Band. H - Z.
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Smegambien — 896 — Skssuin

Nantes 300,000 Pfund. Gebrauch: wie bei'm Gummiarabicum.

Sencgambicn, ei» Küstenland im westlichen Afrika,welches seinen Namen von den beiden dasselbe durchströmen-den Flüssen, dem Senegal und der Gambia, hat, ColonienBritanniens, Frankreichs und Portugals enthält, und die-selben Produkte in den Handel liefert, wie das benachbarteGuinea.

Senf, nennt man sowohl den rohe», als auch den alsSpeise zubereiteten Samen des weißen und schwarzen Sen-fes , 8m:,pis und 8. nigra. Der weiße Senfsame hateine gelbliche oder weißgelbe Farbe, ist kuglig und klein, derschwarze ist roth- oder schwärzlichbraun und netzförmig ge-ädert. Letzterer unterscheidet sich dadurch von dem weiße»,daß er weniger ölreich und nicht so scharf ist, aber beide Ar-ten habe» einen scharfen, bitterlich öligen Geschmack, undzeigen bei'm Zerkleinern einen flüchtigen scharfe» Geruch.Sie enthalten (der schwarze 20, der weiße 30 Proc.) fettesDel, welches man durch Auspressen aus ihnen erhalten kannund auch ätherisches, welches man dadurch gewinnt, daßman die Same» mit Wasser dcstillirt und in das Destillatetwas Sodaauslösung tröpfelt; auch etwas Schwefel ist imSenfsamen enthalten. Die Hauptverwendung des Senf-samens ist die zu dem eingemachten Senf oder Mostrich ;franz. sluuwnlo; engl. zinstanl. Zu diesem Zweck wird erganz fein gemahlen und zwischen Reibsteine» mit Most oderEssig und verschiedenen gcwürzhaftcn Substanzen, auchwohl mit Meerrettig oder auch Salpeter zusammengcriebcn,so daß er einen dickflüssigen Brei bildet. Diesen versendetman in irdenen, porzellanenen oder gläsernen Fläschchcn mitweiter Oeffnung oder in kleinen Fäßchcn. Besondere Be-rühmtheit in der Senffabrikation haben einige düffeldorferHäuser erworben, welche vorzüglich sauern Senf liefern,während der französische mit Zucker angemacht und also süß,auch nicht so fein gerieben ist. Der beste Tafelsenf oderMostrich in England, der viel ausgeführt wird, ist dervurdam mustarä. Derselbe kommt von Pork in North-Riding. Der Senfsame wird vorzüglich in Oesterreich,Mähren, Frankreich, namentlich bei Dijon und Chalons,so wie in Thüringen (bei Erfurt), Baicrn (bei Bamberg,Eßlingen) und Holland stark angebaut. Der eingemachteSenf oder Mostrich wurde früher hauptsächlich aus Frank-reich, wo (zu Straßburg, Paris und Chalons) bedeutendeFabriken bestehen, so wie aus Düsseldorf und Frankfurt be-zogen ; jetzt bestehen aber an vielen Orten, z. B. Erfurt,Brandenburg, Magdeburg, Frankfurt a. d. Oder, Stein cc.Scnfsabriken. Der Senfsame dient in der Arzneikundc zuSenfpflastern u. dergl. Der Gebrauch des Mostrich ist erstin neuerer Zeit als Gewürz an Fleisch allgemeiner gewor-den. — Auch zu Mehl wird der Senf gemahlen und ge-siebt. Biel wird in Frankreich und England bereitet, aberauch sehr verfälscht durch Mehl, und mit Curcume oderOcker, gepulverten Raps - oder Oelkuchen ic. — Auch be-reitet man aus Senf durch Destillation mit Spiritus einensehr scharfen Senfspiritus. Ucbcrhaupt ist Senf ein sehr be-trächtlicher Handelsartikel. In der Heilkunde wird er zublasenziehenden Umschlägen gebraucht.

Scni, Sen, Scheidemünze in Japan, und Längen-maaß in Siam.

Sennaar, Land in Afrika, in Nubien, um den unte-ren Lauf des blauen Nils (Bahr-el-Azrek), zwischen demweiße» Nil (Bahr-el-Abiad) im W. und dem Guangue imO. Die hauptsächlichsten Produkte sind Gummibäume,Pferde, Kamele, Esel, Rindvieh, Schafe, Ziegen rc. DieBewohner sind kupferbraun und von den Negern verschieden.Das Land wird durch Karavanenstraßen, vom arabischenMeer her in das Innere Afrikas, und von N. gegen S., demBahr-el-Azrek entlang, durchschnitten. Die Bewohner derglcichnam. Hauptstadt, am Bahr-el-Azrek, etwa 0000, be-schäftigen sich mit Lederbereitung, Baumwollweberei undHandel, indem sich jene Straßen hier durchschneiden.

Teiinesblättcv, lat. I'»IM sonnao; sranz. k'emllos ässöno; engl. Sonnn loavos; ital. lwglio äi sonn, nennt man diein der Arzneikundc als Absührungsmitlel sehrstark gebrauch-ten und deshalb einen wichtige» Artikel des Droguenhan-dels ausmachende» Blätter verschiedener Sträucher aus derGattung ilassi:,. Der Name stammt wahrscheinlich von derStadt Sennaar ab, woher dieser Artikel durch Karavanengebracht wird. Es kommen folgende Sorten vor: 1) dieächte oder alexandrincrSenna, von der in Nubien undDongola einheimischen lanzcttblättrigen Cassie, L. Icmcco-l:N:>, abstammend. Die oval zugespitzten, kurzgestieltcn,ganzrandigcn, fast lcdcrartigen Blättchen sind 6 bis 13 Li-nien lang und 4 Linien breit; sie kommt durch Karavanennach Bulak bei Cairo, und wird von da über Alexandrienausgeführt; — 2) Tripolis-Senna ; hellgrüner vonFarbe, dünner und weniger zerbrochen als die vorigen,übrigens von derselben Cassiaart herrührend, kommt durchKaravanen nach Tripolis, von wo sie in Ballen von 200Pfund seewärts versandt wird; — 3 )Aleppo-Senna;kommt von Cppern nach Triest in den europäischen Handelund stammt wahrscheinlich aus der Gegend von Aleppo undDamascus. Die Blätter dieser sind länger, bleicher undfast welk. Dies ist eine der wohlfeilsten Sorten. — Die 3eben angeführten Scnnesblätter-Sorten kommen nach Eu-ropa noch mit Blattstielen und Hülsen vermengt, und wer-den entweder in den Seestädten, namentlich Marseille, oderin letzter Hand sortirt, wodurch folgende Untersortcn ent-stehen: a) rein e Senn a, lat. 8onna elocia: franz. Senn»grodolo; englisch xcn'lüoä sonn:,; ital. 8. intiera, die durchSchwinge» von dem beigemengten Staub, Sand, denBruchstücken >c. befreite; I>) kleine Sen na, lateinisch8. PM'VN; franz. polit sonnn oder xrodoau >Io ssno; cngliscdxarlllo of sonnn; ital. 8. roUn, minntn, pnrvn oder xnrbeH">>o sonn . der Abfall bei der ersten Reinigung; c) Sc» na'Stiele, lat. Slipilos sonnnc, die bei der Reinigung erhalt?'ncn Stiele; ü) S e n n a - B ä lglei n, lat. I'ollioull sonn:»' -franz. willenlos üo sonnn, die bei der Reinigung gewonnen?"Hülsen; 4s die ostindische, arabische oder Mokka'Senna, erst seit 1821 allgemeiner in Europa bekannt, ve"der in Arabien wachsenden spitzblättrigen Cassie, il. „enulob"'abstammend. Diese Sorte wird aus den Häfen des arodnscheu und persische» Meerbusens nach Ostindien gebrach^dort umgepackt, sortirt und in Kisten oder Ballen von tObis 200 Pfd. nach Europa versandt. Es finden sich wed^Hülsen noch Stiele darunter.

Tensal, Scnsarie, s. Mäkler,s- Zec ch i n e.