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Zweiter Band. H - Z.
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Soda — 608 — Solothum

porös und trocken, enthält 28 bis 30 Procent kohlensauresNatron, und wird gewöhnlich Barilla genannt. Mangewinnt dieselbe aus der Asche der 8a!sola soäa. Sie wirdin Binsen- (Matten-) Ballen, die zuweilen mit Leinwandüberzogen sind, versandt. Die vorzüglichste Art (lwrillcüoucc) ist sehr gleichförmig und hat ein geflossenes Ansetzn;eine zweite Art (ll. molangse) ist dunkler, poröser und we-niger fest; die schlechteste (I!. bouräo) ist mit Kohlenstückchenverunreinigt. An Güte zwischen der 2. und 3. Sorte deralicantischcn stehend ist die Cartagcna-Soda. Siebesteht aus aschgrauen, unregelmäßigen schweren Stücken.Die Teneriffa-Soda steht der spanischen an Güte nach.Im südlichen Frankreich fabrizirt man verschiedene Sorte»Soda, z. B. in der Gegend von Narbonne das8alicor, vonder 8alicornia annua, welche man aussäet und nach der Sa-menentwickelung einsammelt. Diese enthält 14 bis 18 Proc.kohlensaures Natron und wird zu Grünglas verwendet.Zwischen 4ixncs-mvrtes und ?ron>ixnan fertigt man die lllun-quello aus wildwachsenden Salzpflanzen s8alicornia europea,8a!sola Varec, 8 Iragus, 8. 4lrip!ox porlulacoiäes,8ialico llimomum), sie enthält nur 3 bis 8 Proc. kohlensau-res Natron, aber viel Kochsalz. Auch an den Küsten deskaspischen Meeres, in der Gegend von Astrachan, in Sici-lien, Syrien, Egypten bereitet man Soda, lloclieua ge-nannt. Die sicilianische Soda, von Catanca, Marsala,Lrapanirc., wird in loca (größere Stücke), locala (klei-nere Stücke) undllolvere (griesigc) unterschieden. Die egyp-tische Soda ist graubraun, körnig und etwas durchscheinend.Die in Großbritannien, Schottland, Irland und auf denOrkneyinseln aus verschiedenen Salsola-Artcn, engl. 8eaveoeä, 8. wrack, gewonnene Soda führt den Namen Kelpoder Barcc. Sie wird in gemauerte», in Gruben ange-legten Brennöfen dargestellt, enthält aber nur sehr wenig,etwa 2 bis höchstens 3 Proc. kohlensaures Natron. DieKap'sehe Soda (vom Kap der guten Hoffnung) gewinntman durch Verbrennen einer Seetangart, kucuo bucinalis.Die Debreziner aus Ungarn, durch bloßes Abkehren desauf dem Boden alter Salzseen ausgewitterten Salzes ge-wonnen, ist gelblich weiß, matt, staubartig, mit vielen erdi-gen Theilen vermischt und enthält wenig kohlensaures, da-gegen viel schwefelsaures Natron (Glaubersalz). In derneuern Zeit ist auch surinam'sche Soda im Handel vor-gekommen. Sie ist bläulich grau und an Güte der alican-tischen gleichstehend. Die Soda von Trona wird amFuß eines in Tripolis gelegenen Felsens in zolldicken Rindenabgekratzt. Die sogenannte Varec-Soda, VVarock,Louäe äc biormanckic, wird an den Küsten des atlantischenMeeres, besonders bei Fecamp in der Normandie, aus derAsche verschiedener Scetangarten gewonnen. Sie enthältfast gar kein kohlensaures Natron, dagegen viel Glauber-salz, Kali, Kochsalz, Jodkalium w. und wird i» Frankreichvon den Seifensiedern als Ersatzmittel für das starkbesteuerteKochsalz gebraucht. Jetzt kommt die in den chemischen Fa-briken in großer Menge bereitete künstliche rohe Sodaals eine graue, feste Masse im Handel vor und wird beson-ders gern zum Bleiche» und Scifensicden verwendet; dieschlechtem, wenig kohlensaures Natron enthaltenden Soda-Sorten werden in der Glasfabrikation gebraucht. Dasreine krystallisirte kohlens.Natron dient vorzüglich in

der Färberei, Kattundruckerei, Medicin, zur Darstellungchemischer Präparate und Seife.

Sockel, Sukel, ein Gemäß auf der molukkischenInsel Banda. Die Muskatblüthe wird in demselben vcr- ^kauft und sein Inhalt von diesem Artikel beträgt 28 dortigeEatkies. Siehe übrigens d. Artikel Molukkische In-seln.

Sol, Sou. 1) 8»! lournois, eine ältere franz.Rechnungs- und Kupfermünze, der zwanzigste Theil desI.irre. 2) 8 o I Uc lrancc, eine Rechnungsmünze, derenman sich in Frankreich »och zuweilen bedient und der zwan-zigste Theil des Franc, also --- 3 Eentimes. 3) 8c>!, ,bau, Rechnungsmünze im schweizer Kanton Lausanne, derzwanzigste Theil des schweizer Franken. 4) In mehreren ,Theilen der ehemaligen spanischen oder österreichischen Nie- >dcrlande (Belgien) bediente man sich früher ebenfalls desSol oder Sou als Rechnungsmünze und rechnete den Gul-den , Florin oder Livre zu 20 Sols oder Stübern (s. Lüt-tich). 8) Auf einigen westindischen Inseln ist auch die älterefranzösische Rechnungsart nach LivreS Tournois zu 20Sols gebräuchlich.

Sola-Wechsel, s. Wechsel.

Soldo (in der Mehrzahl: Soldi), 1) eine Rechnungs-und Kupfermünze im größten Theil Ober- und Mittel-Italiens und in der italienischen Schweiz, der zwanzigsteTheil der Lira, zum Theil der frühern Zeit angehörig, zumTheil aber auch noch in Gebrauch; — 2) Längenmaaß >a .Toscana. ^

Solidarisch, in soliüum, s. In soliäum.

Solingen, Kreisstadt in Preußen, RegierungSbez.Düsseldorf, an der Wipper, mit 6000 Einw.; berühmtdurch seine Stahl- und Eisenwaaren in Messer, Scheeren,Degenklingen, treibt auch Seidenband-, Leinen-, Baum-woll- und Siamoisenfabrikation.

Solothurn, im Volksdialekt Soledur, Haupt-stadt des gleichnam. schweizer Kantons, an der Aar, unter47° 12* n. Br. u. 7° 31V ö. L. von Greenwich, mit 8000 E>m, :welche einige Fabrikation von Baumwollenzeugen, Tabak,Papier, Leder und Holzessig und daneben nicht »»bedeuten- >den Transitohandcl, so wie Verkehr in Landesprodukten .unterhalten. .

Münzen und Acchnung. !

Man rechnet jetzt im'Kanton nach Schweizer*Francs oder Livres zu 10 Batzen ä 10 Rappen und derWerth eines Franc ist 1°/, schw. Frc. — 1 franz. Franc42 Eent.

Die sämmtlichen hiesigen Rechnungsmünzen erge*ben sich aus folgender Vergleichung: 1 Krone — 1°/z Gut*den ---- 2>/2 Francs — 3>/, Pfunden — 28 Batzen :662 /, Schillingen ----100 Kreuzern — 280 Rappen — 800 «Hellern.

Krone, Gulden und Pfund sind blos fingirttMünzen.

Wirklich geprägte Münzen des Kantons.

In Gold: Dublonen oder Pistolen, an Gewick*und Gehalt den neuen französischen und schweizer Louisd'argleich, zu 16 schweizer Franken. — Doppelte, Halbe