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Zweiter Band. H - Z.
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Tabak

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Blätter nimmt man besonders gern zum Umwickeln der fei-nen Cigarren und bezahlt sie sehr hoch. Gute Scrubsblät-ter müssen leicht, von Heller Farbe und ohne Sand sein.Der Maryland-Tabak lagert am besten in einem trocknenUnterraum, ohne Luftdurchzug. Wenn er etwa warmwird, so müssen die Fässer sogleich geöffnet, an drei Stellendurchbrochen und einige Stücke trockneS Buchenholz, aberkeine Steine dazwischen gelegt werden. Man kann alsdanndie Fässer wieder zuschlagen, doch muß man sie hernach plattlegen, wodurch die Fermentation mehr begünstigt wird.

2) Im Staat Ohio erzielt man eben so guten Tabak,als in Maryland und das herrliche neue Land liefert reicheErnten, die sich durch die vielen neuen Einwanderer jährlichvermehren. Der größte Theil des Tabaks ist gelb und vonHeller Farbe; die Blätter der zweiten Sorte sind röthlichund hellbraun. Sie sind vorzüglich wegen ihrer Größe unddünnen Rippen Vortheilhaft für den Fabrikanten. Vorzüg-lich schön, aber nicht so wohlriechend wie beim Maryland,sind die Scrubs oder Sandblätter. Um dem Maryland unddem Ohio seine gelbe Farbe zu lassen, läßt man ihn garnicht, oder nur sehr wenig schwitzen. Aus diesem Grundehaben auch beide Sorten einen, bei ausgeschwitztem Tabaknicht vorhandenen süßlichen Geruch und Geschmack. InCincinnati sind die Hauptniederlagen und der Transportaus dem Innern nach den Seehäfen wird durch die vielenschiffbaren Flüsse, Kanäle und Eisenbahnen außerordentlicherleichtert-

3) Im Staat Virginia wurde der Tabaksbau zuerstund bis jetzt allgemein betrieben. Am lamor rivor (Ja-kobsfluß) befinden sich die wichtigsten Pflanzungen. Sieliefern die besten, dünnen, großen, süßlich riechenden undvorzugsweise zu feinem Schnupftabak geeigneten Blätter.Gewöhnlich lassen die Engländer die reifen und fetten Blät-ter entrippen, um einen Theil des hohen englischen Zolleszu ersparen. Man nennt diese Gattung L u x-Ta bak. So-wohl von dieser fetten, als von den geringern Sorten, gehenjährlich bedeutende Partien nach Europa. Unter der zwei-ten, aus kleinern Blättern bestehenden Sorte (seconck gua-lit^) befindet sich stets noch gute, zu Schnupftabak geeigneteWaare. Die feinen, röthlichbraunen Blätter von sehr an-genehmem Geruch sind sowohl zu Rauch - als Schnupfta-bak geschätzt. Zu Richmond ist die Hauptniedcrlage. —Hierauf folgt der Tabak von Alexandria und Peters-burg h Inspektion. Er steht in der Güte ziemlich dem vori-gen gleich, ist aber weit besser, als der südlicher, an derGrenze von Südcarolina erbaute, dessen Blätter braun,trocken und gering sind und nur zu gemeinem starkem Rauch-tabak dienen. Die genaue Kenntniß der zum Schnupfta-bak geeigneten feinen Sorten erfordert viele praktische Er-fahrung und kann durchaus nicht theoretisch erlernt werden.Zur längern Erhaltung der Güte des fetten Tabaks ist esnöthig, daß man die Fässer zuschlägt und in einem kühlenUnterraum lagern läßt.

4) In den Staaten Carolina und Georgia wirdjetzt die Labakskultur nicht mehr in dem Umfange betrieben,als früher, weil jetzt viel von dem besten Boden für dieergiebigere Baumwolle in Beschlag genommen ist. DieAusfuhr ist daher jetzt nicht von großem Belang. Die be-sten, fetten, dünnen Blätter sind von Tabaksspinnern, na-

mentlich in Norwegen, gesucht; aber nicht brauchbar zuSchnupftabak.

8) Im Staat Kentucky ist der Tabaksbau in starkemZunehmen begriffen und die Pflanzer liefern mit jedem Jahrein besseres Produkt. Eine vorzüglich gute, fette und wohl-riechende Sorte gewinnt man in den höher gelegenen, vonFlüssen nicht überschwemmten Gegenden. Sie ist in dünneDockengebunden, kommt im Ansehen dem besten virgini-schen Tabak gleich und übertrifft diesen noch an Feinheit deSBlattes. Die leichten, dünnen Blätter eignen sich beson-ders zum Umwickeln der Cigarren (Deckblättern), die ge-ringern zu Rauchtabak sind leichter in der Pfeife als derBirgini-Tabak. — Während der spanischen Herrschaft bauteman in Louisiana viel Tabak aus Havana-Samen. Erkam unter dem Namen des Staates in den Handel undwurde als Monopol nur nach Spanien gesandt; diejenigenPartien, welche die königliche Fabrik zu Sevilla nicht ge-brauchen konnte, wurden nach den andern europäischen See-städten wieder ausgeführt. Die leichten, angenehm rie-chenden, aber etwas starken Blätter, werden zu feinemRauchtabak, die braunen und schwarzbraunen aber nur zugeringern Sorten benutzt. Seitdem Louisiana an die Ver-einigten-Staaten abgetreten ist, hat man die Anpflan-zung der vortheilhaftern Sorte von virginischem Samenvorgezogen.

6) Tabaksstiele in allen Sorten. Dadurch,daß man jetzt in Amerika jährlich mehrere Will. Pfd. Lux-und Kau-Tabak verfertigt, fallen eine bedeutende MengeStiele ab, die größtentheils nach den Hansestädten undHolland ausgeführt werden. In früherer Zeit benutzte mandieselben sowohl in Amerika als in Europa, entweder alsBrenn - oder Düngematerial; aber seit etwa 30 Jahren ge-braucht man sie noch zu Rauch- und Schnupftabak. Diebesten und theuersten Stiele sind die von den feinen, röth-lich- und hellbraune», süßriechenden, trocken ausgerippten,virginischen Jamesriver-Blättern, so wie die von fettemoder leichtem Lux-T., die trocken gerippt, hell- oder schwarz-braun sind; beide lassen sich zu Rauch- und Schnupftabakverwenden. Die Stiele von gesauceten, zu Kautabak be-stimmten Blättern sind meist feucht, fett und haben einensäuerlichen Geruch. Man benutzt sie zu geringerm Schnupf-tabak, oder auch gewaschen und breit geplättet zu starkemRauchtabak. Die Stiele des Kentucky-T., von braunerFarbe, dienen zur Vermischung unter Rauchtabak, stehenaber den virginischen nach. Außerdem kommen auch nochdie sogenannten Cigarren-Stiele von Maryland, Virginia,Kentucky und westindischem Tabak in verschiedenen Sortenvor. Verpackt sind die Tabaks-Stiele in Fässer von 800bis 1300 Pfund, oder in geschrobene, länglich viereckigePacke von 400 bis 800 Pfund. Man führt sie aus allenNordamerikanischen Häfen, vorzüglich aber von Richmond,Alexandria und Petcrsburgh in Virginien, so wie vonNcw-Orleans aus. Früher bezogen die Hansestädte vieleStiele von den französischen Tabaks-Fabriken, sie sind abermeist schon mit europäischen Tabaks-Sorten vermischt, vonder Salz-Sauce gewöhnlich feucht und nicht so zu gebrau-chen, wie die reinen amerikanischen. — Die gesaucetenStiele von deutschen und holländischen Karotten-Fabrikensind noch feucht und von starkem Geruch. Die Havana-