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Zweiter Band. H - Z.
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Vara

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Venedig

und verpackt diese sogleich in Blechkästchen. Im Handelkommen folgende Sorten vor:

1) Vanille äu Isx oder leg der Spanier, die besteund theuerste. Sie ist 6 Zoll lang, 3 bis 4 Linien breit,Uiit Längsrunzeln und Längsfurchen versehen; an beidenEnden wird sie dünner und an der Basis ist sie gekrümmt;ist etwas weich und klebrig, dunkel röthlichbraun und vonsehr starkem, angenehmem Geruch, der dem peruvianischenBalsam sehr ähnlich ist. Wird sie an einem trocknen Ort>n einem nicht hermetisch verschlossenen Gefäße aufbewahrt,so überzieht sie sich bald mit glänzenden, aus Benzoesäurebestehenden Krystallnadeln; in diesem Zustande nennt mansie auch Vanille giriee (bereiste B.).

2) Unächte oder Simaronavanille, V. bdtaräevu Simarona, ist im allgemeinen in ihren Eigenschaften vonder vorigen Sorte durchaus nicht verschieden, nur etwaskleiner, weniger dunkelbraun, trockner, weniger aromatischund nicht mit dem weißen Reif (Benzoesäure) überzogen.Wahrscheinlich kommt diese Sorte von der wild wachsendenund die erste von der kultivirten Pflanze her.

3) Die geringste und wohlfeilste Sorte heißt Vanil-kvn, span. Vanilla poinpona oder bova. Die Schoten sind8 bis 7 Zoll lang und 6 bis 9 Linien breit, braun, weichund klebrig, fast ganz offen und wahrscheinlich im ganz rei-fen Zustande eingesammelt. Sie besitzen zwar einen sehrstarken, aber weniger angenehmen Geruch als die vorigenSorten.— Unter dem Namen Vanillon ist auch schon mehr-mals die sogenannte Laguayra-Vanille in den Handelgekommen. Die Schoten sind über zollbreit, auf beidenSeiten etwas zugespitzt, ganz schwarz, fettglänzend undvon nur unbedeutendem Wanillengeruch. Man erhielt siein neuerer Zeit öfters mit Zuckersaft überzogen ausAmerika.

Sehr häufig sucht man die geringere Vanille durch Be-streichen mit peruvianischem Balsam wohlriechender und denbessern Sorten ähnlicher zu machen. Die Aufbewahrungder Vanille geschieht am besten an ganz trocknen Orten,damit sie nicht schimmelt. Durch Verschließen in Zinn oderBleiblech muß man sie vor dem Zutritt der Lust schützen.Die Hauptanwendung der Vanille ist die als feines Gewürzunter Chocolade, Thee, Likör, Gefrornes. Früher ge-brauchte man sie auch als Arzneimittel, indem sie die Ver-dauung befördert und die Thätigkeit des Generationssystemssteigert. In Amerika selbst gebraucht man sie nicht.

die spanische oder portugiesische Elle.

Varahun , ein malabarisches Gewicht auf der ostin-dischen Küste Coromandel; s. Madras.

Varec, s. Soda.

Hauptstadt der gleichnam. Prov. in derRepublik Venezuela in Süd-Amerika, mit 10,000 Einw.Die Ausfuhrprodukte der Prov. sind Cacao, Kasse, Zuckerund vorzüglicher Tabak.

Varna, befestigte Hafenstadt in Bulgarien, am schwar-zen Meer, an der Mündung des Pravadi, in sumpfiger Ge-gend ; der beste Hafen der europ. Türkei am schwarzen Meer,Wit 12,000 Einw.

Vat, Faß, früheres und jetziges niederländischesFlüssigkeitsmaaß.

Veerken, Getreidemaaß in Jever.

Veerp, s. Vierdup.

Veilchenwurzel, Violenwurz, slorentini-sche Veilchenwurzel, lat.Ilaäix lriäis Norentiiwe; stanz.Iris äs klorence, eine weiße, mehr oder weniger gelbliche,ziemlich schwere, mit dunkleren bräunlichen Punkten verse-hene, angenehm veilchenartig riechende, schleimig, bitter-lich scharfschmeckende Wurzel, welche im südlichen Europa(Krain, Tyrol, Italien und Griechenland) gewonnen wird.Man unterscheidet davon im Handel 2 Sorten:

1) Veroneser Veilchenwurzel, weit auseinan-derlaufende Wurzelknollen, die klein, nicht sehr dickknolligund wenig wohlriechend sind. — 2) Livorneser Veil-chenwurzel, von größerer Gestalt und feinerem Geruch,deshalb auch mehr geschätzt. — Man muß die Wurzel, umsie vor Schimmel und Wurmfraß zu hüten, an trocknenOrten aufbewahren. — Gebrauch. Zu verschiedenenParfümerien, Likören, unter Zahnpulver, bei der Tabaks-fabrikation, in der Arzneikunde, beim Zahnen der Kinder,so wie zu Rosenkränzen, Arm- und Halsgehängen. — Sehrviel Veilchenwurzel kommt aus der Gegend von Florenz(besonders von Pontassieve); starke Ausfuhr findet überLivorno statt. Die in Jstrien und Dalmatien gesammelteVeilchenwurzel wird meist über Verona, Trieft, Venedigund Fiume versandt. Im südlichen Frankreich führt dieProvence Veilchenwurzel aus.

Veite, ein altes französisches Wein- und Brannt-weinmaaß (Viertel), dessen man sich in Bordeaux und denfranzösischen Seehäfen, aber auch in mehrern ausländischen,namentlich deutschen Seeplätzen (Hamburg ».) bedient.

Venedig, Venoria, die Hauptstadt der ehemaligenberühmten Republik, des jetzigen österreichischen gleichnam.Guvernements im lombardisch-venetianischen Königreich, aneinem Busen des adriatischen Meeres, auf 80 Inseln ver-schiedener Größe erbaut, welche durch 430 Brücken undSteige nebst 149 Kanälen untereinander verbunden sind.Sie liegt 48° 26' n. Br. 10° 0' ö. L., hat 116,000 Einw.Venedig war einst als Handelsstadt die erste der Welt, istaber in neuerer Zeit fast zur Unbedeutendheit herabgesunken,obgleich es wie Trieft zum Freihafen erklärt worden. Ebensogesunken sind die im Mittelalter blühenden Fabriken undManufakturen. Jetzt ist hier eine Bank, Börse und Asse-kuranz-Gesellschaft, großes Arsenal, Schiffswerften, einesehr große Seilerbahn, und von industriellen Anlagen sindnoch immer beträchtlich die Glasfabriken, die noch guteSpiegel und Glasperlen liefern, Farbenfabriken und Raffi-nerien, die venetianer Lack, Grünspan, Bleiweiß, Wein-steinrahm, Theriak, Kampher, Borax w. liefern; fernerGoldschlägereien, Golddrahtziehereien, Fabriken für Ro-soglio, Segeltuch, künstliche Blumen, Tressen, Wachs-masken rc. Die Fischerei von Austern, Sardellen undanderen Fischen ist ansehnlich. Die Einfuhr besteht nuraus Waaren, welche zum Consum der Stadt und umliegen-den Provinzen gehören; am größeren Handel nimmt es nurschwachen Antheil. Die Ausfuhr ist am wichtigsten in Ge-treide, Seide, Wollenfabrikaten und Papier. Im I. 1846liefen hier insgesammt 4339 Schiffe von 318,384 Tonnenein, darunter waren aber 3743 Küstenfahrzeuge von 224,700