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Zweiter Band. H - Z.
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Wein

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Wein

Soumoussat. Die meisten Anjouweine werden häufig zumVersetzen anderer Sorten gebraucht. Saumur und Angershaben den Haupthandel damit. In Angers macht man auchseit 1839 Champagnerwein, franz. Vin clwmpanise. DieWeine von Saumur kommen theils wie sie sind, theils zuvorzüglichem Weinessig bereitet, in den Handel (Vmaigro so8aumur). Die Weine aus dem Departement Mayennesind gering.

Ardöche in Frankreich sendet viel Wein nach Bor-deaux, theils zum Verschneiden, theils zum Versenden nachdem nördlichen Europa.

Aß mannshäuser, einer der besten rothen Rhein-weine von dem gleichnam. Ort in der Nähe von Rüdesheimin Nassau. Wegen des starken Begehrs nach dem Auslandwird er viel mit andern geringern Sorten vertauscht.

Auvergneweine, aus den Depart. Puy de Dome,Loire, Cantal und Ober-Loire. Frühreife, wenig haltbare,aber zum Vermischen geeignete Weine, von denen besondersfolgende Sorten vorkommen: LlmnUirxuo, roth, leicht undangenehm, dem Bordeaux-Wein dritter Klasse fast gleich;cimtdüon, blaßroth (vin xris), leicht aber geistig; Luppe,kenoison, Lbavcna^, Lbarlieu, haltbarer als die erster», aberNicht so gut zum Vermischen mit ander» Sorten zu ge-brauchen. Von den weißen Auvergneweine» ist der liorentdem Champagner ähnlich, der ciiauriat gut, aber geringer,der c>,meau-6ril>es angenehm, wohlriechend, geistig, junglikörartig, später mehr trocken.

Auxerre, eine Sorte Burgunder aus der Gegend desgleich». Ortes.

Bacharacher, ein sehr angenehmer Rheinwein vondem gleich«. Orte.

Bagnol, ist eine Roussilon - Sorte, und einerder schönsten französischen Weine, aber selbst in Frankreichzu wenig gekannt. Die Franzosen nennen ihn corse, mool-leux; er hat einen ausgezeichneten Geschmack, einen seltenenfeinen Parfüm, und hält sich fünfzig Jahre in voller Stärkeund Kraft.

Bandol, ist ein angenehmer Wein des Depart. Bar,der auf der ganzen Küste des mittelländischen Meeres gerngetrunken wird.

Barsac, s. Bordeaux.

Beaune, s. Burgunder.

Beaujolais, aus der gleichnamigen Landschaft imRhone-Departement, ein angenehmer Tischwein, der häufigals Ma?o» (Burgunder) in Paris verbraucht wird.

Benicarlo, aus der spanischen Prov. Valencia, vonsolcher Stärke (Alkoholgehalt), daß man ihn kaum reintrinken kann. Man benutzt ihn vorzüglich zur Verbesse-rung der jungen Bordeauxweine. Den Namen hat dieserWein von dem Hafen Benicarlo, aus dem er hauptsächlichausgeführt wird.

Bergerac, ist ein wegen seiner Farbe und sei-nes Parfüm geschätzter französischer weißer Wein, der aufdem linken Ufer der Dordogne wächst.

Beziers, s. Muscatwein.

Bleichert wird am Rhein und der Ahr der blaßrotheWein genannt,

Bloiswein, aus dem Depart. Loire und Cher. Manhat davon sowohl schwarzen, als rothen und weißen. Derschwarze ist sehr dunkel und dient besonders zum Färbenanderer Sorten; mit einem Faß kann man 4 bis 7 Faß wei-ßen Wein roth machen. Der rothe Wein wird mit demAlter leichter. Der weiße ist in guten Jahrgängen ange-nehm und süß.

BöhmischerWein. Meist von geringer Güte; ambekanntesten und besten sind der aussiger oder sogenanntepodskaler, der tschernoseckcr, der mclnicker, lobo-sitz er und seh recke »stein er, überhaupt die in dem leit-mcritzer, bunzlauer, kaurzimer, rakonitzer, saatzer Kreise, imGanzen durchschnittlich 18,110 Eimer rothen, 31,330 Eimerweißen Weinmost. Bemerkenswerth ist die Eigenthümlich-keit des aussiger Weins, daß er im ersten Jahr einen sü-ßen Geschmack hat und wie der Champagner perlt, nachheraber bitter, und erst nach zwölf Jahren vortrefflich wird.

Bordeauxweine, auch Bordelais weine nachder ehemaligen Benennung der Landschaft im DepartementGironde benannt, worin sie wachsen, sind theils rothe,theils weiße Weine, aber beide Arten werden, je nach denVorzügen des Gewächses, wieder in verschiedene Sorten ge-theilt; indessen entscheidet hierin der Geschmack. Die Weineersten Gewächses (vins des Premiers crus, VMS des grondscrus) sind die LIMeau-darKoux, LliMeou-LollUe, Lbüteou-l-atour und liaut-llrion; — die des zweiten: Ilauran,Lrcmne-Illouton, Leoviilc, 6ruau, Larose, Piciion-Longuevilie,vurlort, vegorse, Loscomde, Los-I>eslo»rnelie;— die desdritten: Llckteau-d'Isson, kougets, einige Berge von Lon-tenac und ölargeaux, lilalescot, kerriere, l-iscours, Langon,Lerxeran, Lsbarus, Lalon-8egur, illonlrose, I.anoir; — diedes vierten, mit zwei Redensarten: 8aim-.Iu>icn, kecke-velle-8aim-?ierro, LI>atcmi-dc-l!ecIievcI>v, LbSdeau-Lornot,nebst einigen von Vlarxaux und Leinen:»:;— die von pauillacund 8mnt-kistep>ie und einige von Loliorde und lUarZaux. —Zu denen eines fünften Gewächses zählt man die noch ge-schätzten von Lauillac, 8aint-kistepl>e, 8onN-1u!>en, 8oussgns,Lobarde, Ludon, Mcau, Lantenac. Dies sind die sogenann-ten Medoc-Sorten, von denen freilich einige in eineandere Klaffe gestellt werden, je nach dem Urtheil des Ge-schmacks. Der Preis, von der Kelter weg, so wie auf demFaß richtet sich nach dem Ertrag und dem allgemeinen Be-gehr im Handel. Eine vorzügliche Sorte Bordeaux-Roth-wein ist der Laint-Lmilion, schön von Farbe, angenehmem u.vollem Geschmack und gutem Bouquet, den man gewöhnlichzum Mischen mit Medoc braucht. Man unterscheidet dieSorten des vierten und fünften Gewächses auch in kourgeoissuperieurs, 6ns oräinairos, und Vins de pn^snn. — Die6ravos-Weine sind ebenfalls ein beträchtlicher Handclsgcgen-stand, und ihr Preis steigt zuweilen bis auf 3000 Frcs. pr.Tonneau. Sie werden um Bordeaux in Inlence, kessnc,dlerixnae, Lradignon, »stelnau-de-xiedoc etc. gebaut. Alsvorzüglichste Sorte gehört dazu eigentlich der oben erwähnteUaute-Lrion. Eine auffallende Ähnlichkeit mit dem Oraveszweiten Gewächses hat der weiße Wein Louili^ im Depart.Niövrc, der in Paris zur Mischung gebraucht wird. Diesogenannten Palus- und Cütes-Weine werden inbeträchtlicher Menge auf dem rechten Ufer der Gironde vonder Bastide, der Brücke in Bordeaux, bis Blaye gewonnen,