Wein
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Wein
Franken-Weine, meist sehr angenehm schmeckende,dem Rheinwein ähnliche, aber weniger Säure habende Sor-ten. Die besten zieht man bei Würzburg, wo der Weinbauaußerordentlich stark getrieben wird. Der vorzüglichste derFrankenweine ist der Leisten wein. Dieser übertrifft,wenn er erst ein gewisses Alter erreicht hat, an Firne undWohlgeschmack alle deutsche» Weine. Er wächst an der so-genannten Festung bei Würzburg; aber die eigentliche Leiste,wo der gleichnamige Wein wächst, ist an der, dem Ricolai-berge zugekehrten Seite der Festung, die dieselbe Lage nachder Sonne hat, als der Steinberg. An der der Stadt zu-gekehrten Seite der Festung wächst zwar auch noch Leisten-wein, der aber, so wie der von den nahegelegenen Bergen,von geringerer Güte ist. — Der Stein wein hat nochmehr Feuer als der Leistenwcin, aber weder denselben aro-matischen Geruch, noch den lieblichen Geschmack, derbemLeistenwein eigenthümlich ist; er fällt vielmehr heiß undbranntweinartig auf die Zunge. Der Stein oder Stein-berg fängt an dem Wege nach Bei-Zechheim da an, wo dasgroße Rebengebirge, das sich um Würzburg hinzieht, amnächsten an den Main heranrückt, und von da läuft er gegendie Stadt hin. Der ganze Stein besteht größtentheils aussehr steilen Kalkfelsen. Ein Theil der dort gelegenen Wein-berge gehört dem Spital, und ein anderer Privatleuten.Das Spital in Würzburg verkauft alten Steinwein unterdem Namen Heiliger Geistwcin in versiegelten Flaschen vonbesonderer Form (sogenannte Bocksbcutel). Auch dieHarfe, eine harfenförmig gelagerte Berggruppe bei'mSteinberge, bringt ein dem Leistenwein fast ganz gleichesGewächs hervor. Auch der Schalksberger ist sehr ge-schätzt, und wird mit hohen Preisen bezahlt. — Der Cal-m u th, ein dem oberungarische» gleicher süßer Wein, wächstauf einem Felsen, Trieffenstein am Main, nach Aschaffenburghin; die dortigen Pflanzungen gehören meistens dem FürstenLöwenstein-Werthheim. — Der Werthheimer so wieder Haslocher kommen dem Rheinwein am nächsten. —Ebenfalls gute, aber weniger geistige Frankenweine sind derDistelhäuser, Klingenberger, Sommeracher,-RSdelseer, Enttzacker, Frickenhvsener, Volk-er ch e r rc. Den wichtigsten Handel mit Frankenweinen trei-ben Würzburg, Kitzingen, Bamberg, Fulda, Frankfurt a.M.,Benshausen bei Suhl rc.
Französische, sind sowohl rothe als weiße; s. Bor-deaux, Burgunder, Champagner, Elsaffer, Granaches, Her-mitage (Lrmilaxo), Languedoc, Roussilon, Maas, Provencer,Muscat, Rhüne rc. Viele der geringeren Sorten werdenzu Branntwein oder Weinessig verbraucht; z.B. zu vorzüg-lichem Branntwein in den beiden Charente-Departements,im Depart. Gers (Armagnac) rc., zu dem besten Weinessigin der Landschaft Loiret, ferner im Departement Eher(Orleans) rc.
Frontignan oder Frontignac, s. Muskatwcin.
Gerlachsheimer, s. Taubcrwein.
Granachcs-Wein, heißt im Handel ein dunkel-rother Likör-Wein der Roussilon-Gattung. Uebrigcnskommt auch ein unächter französischer Granaches in denHandel, der im Depart. Baucluse aus gekochtem Most mit-telst Vermischung mit Branntwein bereitet wird. Einvorzüglicher Baucluse-Wein ist der clrLleau-Keuk-e!u-kai>e,
der aber nur selten rein auf die Tafel der Reichen kommt/jedoch auch selten ganz rein.
Grünberger, um die gleichnam. Stadt im preuß.Schlesien, roth und weiß, gering, wird auch zu Champagnerverbraucht. Der jährliche Ertrag der hiesigen Weinbergeist ohngcfähr 18,000 Eimer.
Graves, s. vorher Bordeaux-Weine.
Haslocher, s. Frankenweine.
Hermitage, einer der vorzüglichsten französischenWeine aus dem Depart. Drüme, der auf den Hermitage-bergen bei der kleinen Stadt Tain wächst; ist stark u. markig,dunkelgefärbt, mit eigenthümlicher Blume; aber er mußvordem Verbrauch mindestens fünf Jahre lagern, und ge-winnt bei 23 bis 30 Jahren Lagerung; aber er hält sich beisorgfältiger Behandlung ein Jahrhundert. Er wird ge-wöhnlich zur Vermischung mit gutem Bordeaux verbraucht,um diesem eine lebhaftere Farbe zu geben. Andere Sortensind Ooro und Ilresüme. Man hat auch vorzüglichen weißenmoussirenden, Lioirelles äe Die genannt.
Hochheimer, einer der besten Rheinweine. Erwächst auf den Anhöhen des Dorfes Hochheim, Mainz ge-genüber, und zeichnet sich sowohl durch angenehmen Ge-schmack als Stärke aus. Am vorzüglichsten ist der aus denzur Domdcchanei in Mainz gehörigen Bergen (Dom Prä-senz genannt); es werden davon aber, je nach der Ergiebig-keit der Jahrgänge, nur 3 bis 12 Stückfässcr gewonnen, dieman oft an Ort und Stelle mit 1000 Gulden bezahlt. InEngland gehört der Hochheimer zu den beliebtesten undbekanntesten Rheinweine», und nennt ihn dort Hock, OIllIloclc.
Johann isbcrger, der edelste Rheinwein; weiß,von viel Geist und angenehmem Geschmack. Die am Johan-nisberge im Nassauischen gelegenen Weinberge gehören demFürsten Mctternich in Wien.
Italienischc Weine. Größtentheils süß und likör-artig, aber wegen der unvollkommenen Bereitungsart meistwenig haltbar, weshalb nur wenig in's Ausland ausgeführtwird, ausgenommen der syrakuser, sardinische, neapoli-tanische und toskanische W. — Man sehe die einzelnen Sor-ten unter Aleatico, Palermo, sardinische, neapolita-nische, Lacrimä Christi, sicilische, Vino-Santo,toskanischer Pozzuolo.
Iura - Wein, s. Chäteau-Chslons.
Juranoon, von dem gleichnam. Ort bei Pau, imDepart. der Nieder-Pyrenäen, ein sehr geschätzter rother undweißer Wein von sehr schöner Farbe, sehr reichen Sere undangenehmer Blume. Er wird über Bayonne ausgeführt.
Klingenberger, ein als Tischwein beliebter Fran-kenwein.
Lacrimä Christi, der beste von den neapolitanischenWeinen. Er ist sehr fein, likörartig, roth, süß, von schö-nem Geruch und Geschmack. Man gewinnt ihn in sehr ge-ringer Menge am Fuß des Vesuvs. Das, was unter die-sem Namen im Auslande in den Handel kommt, ist meistunächt. So führt man z. B. die Weine von Pozzuoli,Jschia und Nole als Lacrimä Christi aus.
Lqnguedoo, aus den jetzigen Depart. Ardeche, Lozere,