henden Niederkunft mit einer Tochter ihn beschenken sollte, die-ser die Krone zu sichern beschloß. Ferdinand's Charakter zeich-nete sich durch größte Neigung zur Intrigue aus. Selbst Dem,was er leichter auf dem geraden Wege hätte erlangen können,mochte er lieber auf krummen Schlangenpsaden hinschleichendzustreben; und nicht selten machte ihn während der langen Zeit,in der er sein Königreich dem Untergänge zuführte, eben dieseunedle Denk- und Handlungsart sein Ziel verfehlen. Er ver-leugnete auch jetzt diese Neigung nicht, wiewohl die Furcht vor-dem Eindrucke, den sein Plan auf die zahlreichen Anhänger sei-nes Bruders machen würde, das Ihrige zu dem Entschlüsse bei-trug, auf seines Vaters, Carl lV., Schultern die Last zu laden,der er sich wohl nicht gewachsen fühlte.
Am 29. März 1830 erließ Ferdinand VII. das Decret, durchwelches er den direkten weiblichen Nachkommen des Herrschersin der Thronfolge den Vorzug vor dessen männlichen Seiten-verwandten einräumte. Als Hauptmotiv dafür ward angegeben,daß im Staatsarchive aufgefundenen Papieren gemäß schonCarl IV. im Jahre 1789 einen ähnlichen Gesetzesentwurf denCortes vorgelegt habe, so daß Ferdinand durch die Erneuerungdesselben nur die Absicht seines Vaters in Ausführung bringe. —Die bald nachher geborene Prinzessinn Jsabella ward demzu-folge für eventuelle Thronerbinn erklärt. Der König, durch dielangsam ihn auszehrende Krankheit an den Rand des Grabesgebracht, widerrief zwar das neue Gesetz, dessen furchtbare Fol-gen ihm einleuchten und doch zu schwer auf dem Gewissen desSterbenden lasten mochten. Da aber die augenblickliche Gefahr-auf kurze Zeit gehoben wurde, gelang es der Königinn, ihrenEinfluß auf den geistig und körperlich nur noch vegetirendenGemahl so auszudehnen, daß sie das Gesetz unter den nichtig-sten Verwänden wieder in Kraft treten und bis zu Ferdinand'sTode nicht weiter abändern ließ.