den Anarchisten die mindeste Aussicht gelassen hätte, der Herr-^ schaft sich zu bemächtigen und so die reichen Schätze der Krone,
! die hohen Ämter und die Verfügung über die Ressourcen desschönen Landes an sich zu reißen. Die Regierung eines Kindesunter der Regentschaft eines schwachen Weibes versprach ihnenleichteren Erfolg. Sie erkannten, daß Christina ohne Unter-stützung im Volke, ohne Hülfsquellen und Macht schnell ge-i nöthigt sein würde, sich ihnen in die Arme zu werfen, undedleren Gesinnungen ja ganz fremd, eilten sie, die ihren Zweckenso günstige Gelegenheit nicht aus den Händen zu lassen. Sieerhoben sich stürmisch für die Ansprüche Jsabella's gegen Ferdi-nand's gefürchteten Bruder; mit leicht erheucheltem Enthusiasmushuldigten sie dem Kinde, welches unbewußt seines Onkels Rechte^ usurpirte, und — entwanden den Händen der Königinn die Zü-gel der Regierung, zu schwer für die Kraft der ehrgeizigen Frau.
Die Ereignisse haben hinlänglich gezeigt, wie richtig Spa-niens sogenannte Liberale die Folgen ihrer Schritte berechnethatten. Es wäre ungerecht, das Gute mit Stillschweigen zuübergehen, welches sie durch Abschaffung von einigen der zahl-losen Mißbräuche hervorbrachten, unter denen Spanien dahin-! stirbt; aber eben so wenig darf übersehen werden, daß sie nurdiejenigen angriffen, durch deren Zerstörung sie sich bereichern,ihre Macht mehren konnten: daher die Aufhebung der überrei-chen Klöster, deren Schätze größten Theils in das Auslandwanderten, die Zurücknahme vielfacher Privilegien und der Ein-zelnen ertheilten Monopole u. a. Wo dagegen solche Mißbräuchedem Interesse der Parthei stöhnten, da bestanden sie fort in- ihrer schrecklichsten Gestalt oder tauchten gar ganz neu hervor;Bestechlichkeit, Erpressung, Unterschleif waren und sind an derTagesordnung, jeder Zweig der Verwaltung liegt in der tiefstenVernachlässigung danieder, Gerechtigkeit ist für Gold feil; Goldersetzt alle Tugenden, alle Talente, Gold giebt Achtung, Ehre,Macht; der Mann wird nach der Gewandtheit geschätzt, mit der