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Vier Jahre in Spanien : die Carlisten, ihre Erhebung, ihr Kampf und ihr Untergang. Skizzen und Erinnerungen aus dem Bürgerkriege / von A. von Goeben
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werden mußte und konnte, da die Demonstration durchaus kei-nen Zweck hatte und nur durch den erbärmlichen Stolz, nichtohne Gefecht sich zurückziehen zu wollen, veranlaßt ward. Wirübernachteten in mehreren Dentas und gingen dann, ohne vomFeinde gedrängt zu werden, auf der Straße von Villacastin aufSegovia zurück, während die Brigade von Vizcaya über dennahen Escurial marschirte.

Vielfältig ist es dem General Zariategui zur Last gelegt,daß er zu jener Zeit nicht Madrid's sich bemächtigt habe, undin der That war bei unserm Vormärsche die Hoffnung, in dieHauptstadt einzuziehen, in der Division allgemein verbreitet.Selbst unterrichtete Officiere, die bei dem Zuge gegenwärtigwaren, haben behauptet, daß der General die Begeisterung derTruppen benutzend, die bei dem Anblicke Madrid's zu Allem siebereit machte, Mendez Vigo hätte schlagen und die Stadt neh-men müssen; sie ließen sich in ihrem Urtheile wohl nur durchihren feurigen Muth leiten, der ihnen jedes Hinderniß als un-bedeutend schilderte, da nur noch eine Kraftanstrengung zur Er-reichung des ersehnten Zieles nöthig schien. Wenn man dieStärke der Division Vigo 9000 Mann, die Zahl derNationalgarden acht Bataillone und der übrigen Trup-pen in dem großen befestigten Madrid und dagegen die Schwacheder Division Zariategui in Segovia nach den im General-stabe abgegebenen Rapporten der Corps 3950 und einige Mannund 300 Pferde schlagfertig und ihre gänzliche Entblößungvon Artillerie berücksichtigt, kommt man leicht zu dem Schlüsse,daß es Tollheit gewesen wäre, die Hauptstadt anzugreifen, selbstwenn Mendez Vigo den Weg dahin ganz frei gelassen hätte.Billig aber muß bewundert werden, wie dieses kleine Corps soVieles ausrichten konnte.

Da die Division am 13. Villacastin sich näherte, entfloh derGouverneur mit 120 Pferden und 40 Infanteristen, ward aber