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Vier Jahre in Spanien : die Carlisten, ihre Erhebung, ihr Kampf und ihr Untergang. Skizzen und Erinnerungen aus dem Bürgerkriege / von A. von Goeben
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während seine ganze Macht selten zu 8000 Mann stieg. Ebendieser General sah sich später an der Spitze eines zahlreichen,gut geregelten Heeres aus dem Theater seiner früheren Triumphe;gegen ihn standen wieder einige tausend Bauern, wie damals ersie befehligt hatte. Sein Auftrag war, das Land zu unterwerfen,für dessen Befreiung er einst sich erhoben hatte. Da wurdenseine Colonnen geschlagen, seine Festungen genommen, seine An-griffe zurückgewiesen, bis der alte Guerillero mißmüthig das Com-mando niederlegte, da er den Erfolg als unmöglich erkannte.

Noch bleiben zwei Umstände zu berücksichtigen, welche zuGunsten der Earlisten großes Gewicht in die Wagschale legten:die Nähe der französischen Gränze und die Einheit im Commandoim Gegensatz zu der durch mancherlei Rücksichten bedingten Krieg-führung der Christines.

Wenn gleich das französische Gouvernement die Einfuhrvon Kriegsartikeln aus das strengste untersagte und dem An-scheine nach sie zu verhindern strebte, wenn Douaniers, Gens-darmen und Militair-Posten, längs der Gränze aufgestellt, mitGeräusch die Absichten ihrer Regierung gegen die Earlisten ver-kündeten, bezogen diese doch offen von dort her, was sie nurbedurften, und die Schließung des Verkehrs war nur währendweniger Monate so wirksam, daß Verlegenheiten in den Pro-vinzen daraus zu entstehen drohten. Nicht nur wurden alleArten von Lebensrnitteln eingeführt, so unentbehrlich wegen derAnhäufung von Konsumenten bei der durch Mangel an Händenverhältnißmäßig verminderter Production; auch die zur Aus-rüstung der Truppen nöthigen Stoffe, das Schuhwerk und dieBaretts wurden fast ausschließlich aus Frankreich erhalten, undwenn die Bataillone nicht immer vollständig gekleidet waren,so lag dieses nicht sowohl an den Ausfuhr-Verboten LudwigPhilipp's, als an dem traurigen Geldmangel, der so oft in derArmee fühlbar ward. Viele Waffen und ungeheure Transporte