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Vier Jahre in Spanien : die Carlisten, ihre Erhebung, ihr Kampf und ihr Untergang. Skizzen und Erinnerungen aus dem Bürgerkriege / von A. von Goeben
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die Minister in Madrid waren nicht immer bedacht, der Noth-durst und damit der Gefahr rasch abzuhelfen. In der carlisti-scheu Armee dagegen waren Aller Kräfte auf den einen Punkt,die Betreibung des Krieges und die Beförderung des großenallgemeinen Zweckes, des Sieges, gerichtet. So wie der Generalden Plan entworfen, konnte er auch Hand an die Ausführunglegen, und die Civil-Verwaltung, deren Funktionen fast daraufbeschränkt blieben, war thätig bemüht, die Mittel herbeizuschaf-fen, die das Gelingen erleichtern konnten.

Charakter und Kriegsart des Volkes, die Eigenschaften desTerrains und der Geist seiner Bewohner, die Nähe der Gränze,die Verhältnisse endlich, unter denen die Anführer der sich entge-genstehenden Armeen befehligten, erleichterten die ursprünglichenFortschritte der Carlisten. Ich gehe zu den Umständen über,durch die das Aufhören jener Fortschritte bedingt und der endliche Ruin der Sache Carls V. eingeleitet ward.

Zumalacarregui, der große Schöpfer uud Führer des bas-kisch-carlistischen Heeres starb vor Bilbao; mit seinem Tode, be-gann das^inkW^de^HarA^' die er so erfolgreich vertheidigthatte. Mit festem, eisernem Willen begabt, gefürchtet zugleichund angebetet wußte er alle Mittel, alle Anstrengungen seinesVaterlandes dem einen großen Ziele zuzuwenden und vereinigtedie widerstreitendsten Interessen für den einzigen Punkt, denKampf. Mit Stolz sahen die Basken auf den Basken, der sooft ihre Söhne zum Siege geführt; sie fanden ihre Größe inder seinigen, sahen in seinem Ruhme den Ruhm des baskischenNamens und opferten, da ein Landsmann sie dazu aufforderte,freudig Alles, was sie jedem Andern versagt hätten. Und Zu-malacarregui verstand diese Stimmung trefflich zu nutzen, wieer die dadurch ihm gebotenen Mittel in seiner Hand unerschöpf-lich zu machen wußte. Ein Wort von ihm reichte hin, seinekräftigen Freiwilligen zur Ertragung der äußersten Beschwerden