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und bald, dumpfer und dumpfer werdend, im Brausen der Wo-gen verhallte, während erstarrte Körper, mit Mühe dem wildenElement entrissen, durch die Reihen leblos dem nahen Dorfezugetragen wurden, stürzten die Compagnien ungeschwächtenMuthes mit dem Rufe: »Es lebe der König!« in den Strom,der ihnen gleich furchtbares Geschick drohete. Um Mitternachtbefanden sich alle Corps auf der Südseite des Ebro und richte-ten ihren Marsch gegen den nahen ihm parallel laufenden Ge-birgszug.
Don Basilio entwickelte bei diesem Übergänge zuerst denMangel an Borsicht, der ihm so oft verderblich werden und dersehr Vielen der ihm anvertraueten Krieger frühen, leicht vermie-denen Tod bringen sollte. Ein bloßes ^Tmi, als Stütze gegenden Andrang der Wassermassen über den Fluß gespannt, hätteden Schmerz uns erspart, zwischen fünfzig und sechzig unsererGenossen, unter ihnen drei Officiere, rettungslos fortgerissen zusehen. Um der, Manchem bis an die Schultern reichenden unddurch grimmige Kälte doppelt gefährlichen, Fluth widerstehen zukönnen, stemmten sich die Freiwilligen auf das mit aufgestecktemBajonnett verlängerte Gewehr, und mehrere unter ihnen wurdendurch die Ungeschicktheit, mit der Hinter- oder Nebenleute dieStütze handhabten, in Fuß und Bein verwundet, während an-dere, da sie schon den schlüpfrigen Boden unter sich schwindenfühlten, alles Lästige in der Noth von sich werfend, überglücklichdas Ufer ohne Waffen und Gepäck erreichten. Einige wurden,durch die Kälte des Wassers und des Windes zugleich erstarrt,als sie kaum in den Fluß getreten waren, bewegungslos zurück-gebracht, Maulthiere und Pferde wurden fortgeschwemmt, undeinzelne kühne Reiter strebten umsonst, mit eigener Aufopferungüberall Hülfe zu leisten.
Mehr als zweihundert Mann, die schwächsten an Geist undKörper, und fünf Officiere mit ihnen, waren, durch die Gefahrzurückgeschreckt, in Navarra geblieben und gingen, nachdem sie