344
blutend, ohne Pferd und ganz erschöpft, ward mit Mühe durcheinen treuen Gefährten, den Oberst Don Rodriguez Cano— laDiosa genannt — gerettet, der den hülflos Daliegenden fort-schleppte, auf dem Fuße verfolgt durch unwegsame Wälder ihngeleitete und endlich den von Blutverlust und Anstrengung zumTode Müden in dem vom Feinde besetzten Städtchen Almazanunter der Pflege eines braven Pfarrers verborgen zurückließ.Cano eilte nach Aragon, kehrte im Fluge mit einer CompagnieLaneiers zurück und führte den noch nicht hergestellten Feldherrnden Seinen zu.
Cabrera fand die Armee, welche er so glänzend verlassenhatte, in dem Zustande der furchtbarsten Auflösung. Umsonsthatte der brave Oberst Arevalo, sein Stellvertreter, Alles gethan,die Fortschritte des Feindes zu hemmen: seine Kriegserfahrungvermochte Nichts, da die untergeordneten Anführer, die einst un-abhängigen und jetzt nur durch Cabrera's Ansehen zusammen-gehaltenen Guerrilla-Chefs, Mitwirkung und Gehorsam ihmversagten. Sie wurden einzeln von den übermächtigen Massender Christines erdrückt, und ihre Truppen zerstreuten sich zumTheil oder verloren doch ganz die Disciplin und das Selbstver-trauen, durch welche Cabrera so Viel mit ihnen vermocht hatte.
So war es denn dem General Don Evarista Sän Miguelmöglich gewesen, selbst Cantavieja, den Haupt- oder vielmehreinzigen Waffenplatz Cabrera's in dem Centrum des wilden Ge-birgsknoten von Unter-Aragon, am 31. October ohne Schwierig-keit zu nehmen, indem er mehr die Elemente und die Unzu-gänglichkeit des Terrains als den Widerstand der Carlisten zubesiegen hatte. Die Garnison verließ die Stadt, nachdem siean dem Versuche, die 3000 Christinos nebst dem Brigadier Lopez,welche Gomez gefangen dorthin gesandt hatte, vor ihrem Rück-züge zu ermorden, durch dreihundert Mann von Gomez's Divi-sion verhindert waren, die, zur Bewachung der Gefangenenzurückgelassen, die Ankunft der Feinde in der Stadt erwarteten,