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Vier Jahre in Spanien : die Carlisten, ihre Erhebung, ihr Kampf und ihr Untergang. Skizzen und Erinnerungen aus dem Bürgerkriege / von A. von Goeben
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guel, einer der fähigsten Anführer der Feinde, von Zaragozazum Entsatze. Cabrera warf sich ihm entgegen, griff nur halbso stark wie der Feind bei Corvera ihn an und nöthigte ihnzum Weichen, konnte aber nicht verhindern, daß Sän Miguelohne weiteren Verlust durch geschicktes Manövriren die bedroheteStadt erreichte. Bei seinem Abmärsche führte er jedoch dieGarnison mit sich fort, da er die Unmöglichkeit längeren Wider-standes erkannte, und ließ so am Schlüsse des Feldzuges dieCarlisten in unbestrittenem Besitze des südlich vom Ebro gelege-nen Theiles von Catalonien, der durch seine Fruchtbarkeit undden Geist der Einwohner von hoher Wichtigkeit war und dieVerbindung mit dLr royalistischen Armee von Catalonien sicherte. Gandesa hatte eilf Belagerungen Cabrera's erlitten.

Der Winter von 1837 zu 38 war Zeuge einer Scene volldes unendlichsten Jammers und Elendes, einer Scene, die anherzzerreißendem Schrecken Alles überragt, was sonst der Bür-gerkrieg Entsetzliches mag hervorgebracht haben.

Da die Operationen im Verein mit der königlichen Expe-dition und später zur Vertheidigung Cantavieja's bis in denSpätherbst sich ausgedehnt hatten, war es dem carlistischenFeldherrn unmöglich gewesen, wie in andern Jahren aus denumliegenden Provinzen Lebensmittel nach dem Gebirge zu füh-ren, so daß dort bald der empfindlichste Mangel sich fühlbarmachte. Alle Magazine waren leer, alle Vorräthe erschöpft; dasVolk lebte von wenigen Kartoffeln, dem Einzigen, was nebstetwas Hafer in diesen unfruchtbaren Distrikten gewonnen wird,die Bataillone blieben drei und vier Tage lang ohne Lebens-mittel und waren während ganzer Monate auf halbe und Vier-tel-Rationen beschränkt.

Tausende von Gefangenen waren in den Depots der Car-listen aufgehäuft, der Mehrzahl nach von der glorreichen Actionvom Villar de los Navarros herrührend, wo der König das