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so daß dir ganze Felsenwand mit spielend hinunterhüpfendenFlammen bedeckt schien. Aber die Christines rückten dennoch mu-thig vor und gelangten bis zu der ersten Biegung des Weges.Erst als dort das Gewehrfeuer aus tödtlicher Nähe sie nieder-schmetterte und fortwährend Bomben und Granaten aus sie reg-neten, wandten sich beide Colonnen zur Flucht und stürzten innie gesehener Verwirrung in die Stadt zurück. — Morella warunser!«
»Da sank ich mit Thränen im Auge aus die Knie undmit mir alle die braven Burschen, und laut dankte ich der gna-denreichen Jungfrau der Schmerzen, daß sie so herrlichen Sieguns gegeben habe. — Dann befahl ich, ein großes Feuer an-zuzünden, um den Gefährten das Zeichen zu geben.«
So weit der wackere Alio. In zehrender Unruhe horchtesein Commandeur und der Adjudant Garcia auf das leiseste Ge-räusch, ob es Nachricht bringe von den kühnen Genossen. AberStunde auf Stunde verging in lautloser Stille, nichts Gutesverkündend; — und plötzlich ertönte wildes Gewehrfeuer, baldvon dem Krachen der Geschütze übertäubt, das immer heftigerin die Nacht hinausschallte; der furchtbare Felsen schien ein ringsFlammen sprühender Vulkan, Tod und Verderben ausspeiend.Sie zweifelten nicht mehr: ihre braven Gefährten waren entdecktund lagen schon begraben unter dem immer dichter fallendenSchnee; im stummen Schmerze starrten sie bewegungslos dasmajestätische, Unheil verheißende Schauspiel an. — Da trat ge-räuschloses Schweigen an die Stelle des Tumultes, jedes Lebenschien ersterben; einen Augenblick später erhob sich hoch über diedunkle Felsenmasse eine hell aufleuchtende Flamme — das Glückverkündende Zeichen des Sieges!
In stürmischer Freude umarmten sich die beiden Männerund eilten, ihre Truppen, die sie, auf Alles vorbereitet, verei-nigt gehalten hatten, dem fliehenden Feinde entgegenzuschicken.