436
Geschrei der Fechtenden und das Krachen der einstürzender Mau-ern schauerlich durch einander tönten- Am Abend hatte die Er-oberung der Trümmer von etwa zwanzig Häusern, die zumTheil mit dem Bajonnett genommen und wieder genommen wa-ren, uns schon über 300 Mann gekostet.
Mit immer gleicher Wuth von beiden Seiten tobte derKampf die Nacht hindurch; doch waren die Christinos wahrendderselben schon bedeutend nach der Mitte des großen Dorfeszusammengedrängt, rings von einem Kreise rauchenden Schuttesund halb eingesunkener Wände umgeben, wodurch das Vor-dringen unserer Freiwilligen bedeutend erschwert wurde. Auchdie noch vertheidigten Häuser brannten langsam weiter, indemdie Angreifer bemüht waren, brennbare Stoffe um sie her anzu-häufen. Die Einwohner des Dorfes aber, von denen freilicheinige getödet waren, retteten sich meistens zu uns und wurdenauf des Generals Befehl sofort in den nächsten Dörfern unter-gebracht.
Cabrera war wüthend. Er fluchte den Feinden und drohetefurchtbare Rache, da sie ganz ohne Hoffnung aus Hülfe nutz-loses Blutvergießen veranlaßten, *) er jammerte über seinearmen Burschen, wie sie fortwährend todt oder verwundet ausdem Getümmel zurückgebracht wurden; dabei waren noch immerkeine Lebensmittel vorhanden, und die Hitze wurde gegen Mittagfurchtbar drückend. Endlich erschien ein großer Convoy, von demnahen Canete gesendet, worauf der General sofort den geraderuhenden Truppen einen Theil der Lebensmittel austheilen ließund dann, da sie kaum gegessen hatten — an Kochen war natür-lich nicht zu denken, — zur Ablösung der sümpfenden Bataillonesie schickte, damit auch diese mit Brod und Wein sich stärkten.
*) Übrigens ließ er sie gar nicht zur Übergabe auffordern. Auch ge-schah das sehr selten in Spanien, indem der Bedrängte stets dieersten Schritte thun mußte.