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schon ihre Kraft nach dem langen, blutigen Ringen erschöpftwar.
Das Benehmen aber der Alavesen und Navarresen bis zumletzten Augenblicke zeigt wohl hinlänglich, daß das Heer unddas Volk, wo es treue Anführer an seiner Spitze sah, bereitwar, Alles für seinen Herrscher zu opfern.
Aber Schande, ewige Schande dem Mann, der sich nichtscheute, zum Verrathe die erhabene Stellung und die Macht zumißbrauchen, welche das unbeschrankte Vertrauen seines Mo-narchen ihm schenkte; der um des schnöden Goldes willen Ge-fährten, Vaterland und König verkaufen konnte! Die Rachewird ihn zu ereilen wissen. — Und Schande den Elenden, diewissend und willig zur Ausführung der ehrlosen That ihreHand liehen!
Die Regierung der unmündigen Jsabella würdigte den un-schätzbaren Dienst, geleistet hatte, und sie stand
nicht an, öffentlich ihn dafür zu belohnen. Der abtrünnigeGeneral ward in den Grafenstand *) erhoben und zum Präsi-denten des höchsten Kriegsrathes ernannt; er prunkte seitdemin Madrid mit den Millionen, die jener Handel ihm eingebrachthatte. Auch seine Helfershelfer, Cabancro, Urbiztondo, la Torreund die Führer der vizcaischen, guipuzcoanischen und castiliani-schen Truppen, wurden reich abgelohnt. ,
Espartero aber, da nun seine Gegenwart im Norden Spa-niens überflüssig ward, beeilte sich, indem er die Provinzenstark besetzt ließ und zugleich ganz sie entwaffnete, mit 45000Mann nach Unter-Aragon aufzubrechen; auch detachirte er einestarke Division nach Catalonien zur Hülfe des Baron de Meer,der dort schwer gedrängt wurde. Er hoffte, daß sein gefürchteterName und der Anblick der Massen, die er heranführte, hin-
*) Als Graf Casa-Maroto.