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auf: »Schütze mich, o Herr, vor meinen Freunden, vor denFeinden werde ich selbst mich schützen)«
Unser Marsch war gefährlich, da wir über dreißig Meilenweit von dem eigentlichen Gebiete der catalonisch-carlistischenArmee entfernt waren, während auf dieser ganzen Strecke nurdann Truppen sich fanden, wenn die Communication zwischenden beiden Heeren sie dort nöthig machte. Der Weg, dem wirzu folgen beschlossen, führte uns fortwährend durch einen wildenGebirgszug, in dessen schmalen und scharf abgesetzten, aberfruchtbaren Quer-Thalern, welche wir sämmtlich durchkreuzenmußten, unansehnliche Dörfer dicht neben einander lagen. ZurRechten und zur Linken ließen wir, oft nur eine halbe Stundeentfernt, die Forts liegen, mit denen die Christines, wie allent-halben, das Terrain besäet hatten, welches sie das ihre nann-ten;*) und wiederholt verdankten wir ken Warnungen der ganzroyalistisch gesinnten Bauern unsere Rettung von den kleinenStreifcvrps, die unaufhörlich das Gebirge durchschwärmten, umdie Passage zu verhindern.
Es verdient bemerkt zu werden, daß in allen diesen Dör-fern zwei Behörden etablirt waren, eine christinosche und einecarlistische, die, wie sie mit der einen Parthei oder mit der an-dern zu thun hatten, abwechselnd ihre Functionen ausübten.Diese Einrichtung, von den beiderseitigen Anführern stillschwei-gend anerkannt, hatte für die Truppen sowohl, als für die Ein-wohner viele Vortheile und Annehmlichkeiten. Doch entstanddaraus für einzelne Reisende, wie wir es waren, der gefährliche
*) In Catalonien besaßen die Christines nicht weniger als hundert undeinige zwanzig feste Punkte. Es ist einleuchtend, wie solche Zer-splitterung ihrer Macht die Offensive paralysiern mußte; dagegenhinderten sie auch sehr die Fortschritte der Carlisten.
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