547
stinos übergegangen war und sich der besondern Gunst des Sie-gesherzoges erfreute, da er genau mit dem Kriegsschauplatze be-kannt war und versprochen hatte, seine früheren Cameraden zubearbeiten. So gab er ein treffliches Werkzeug ab für die Be-stechungsplane seines neuen Anführers.
Kleinere abgesonderte Detachements sollten die Communi-cationen sichern, das Land besetzen und dadurch seine Hülfsquel-len den Carlisten unzugänglich machen und auch wohl die Bewoh-ner, indem sie das ganze Land von den Schaaren der Christinesüberschwemmt sahen, heilsame Furcht vor der Macht des gerühm-ten Feldherrn lehren. So schweifte Martin Barea in dem Ge-biete von Montalban und Segura, das Bataillon der portugie-sischen Fremdenlegion, welches so lange schon unter Borso diCarminati's Befehlen brav gegen Cabrera gekampft hatte undaus einer Brigade zu einem Bataillon zusammengeschmolzenwar, zwischen Segura und der großen Heerstraße umher.
Bisher hatten die Feinde, wenn auch stets von unsern Co-lonnen beobachtet und oft in günstigen Stellungen ausgehalten,keinen ernstlichen Widerstand gesunden, und jubelnd wähntensie, daß die Kraft unserer Krieger gebrochen sei, und daß ra-sches Vorwärtsschreiten ihnen hinreiche, um der leichten Beutesich zu versichern. Viele glaubten selbst, daß Cabrera nur dieUnterwerfung verzögere, um bessere Bedingungen für sich unddie Seinen zu erpressen. Espartero hatte schon seine Siegcs-künste in Thätigkeit gesetzt; wenn das Gold über den Ober-general nichts vermochte, sollte es bei den Untergebenen destomehr seine Macht bethätigen. Er erließ Proclamationcn, indenen er das Volk aufforderte, sich ihm anzuschließen, um dieSegnungen des Friedens zu erringen; den carlistischen Soldatenversprach er eine Geldbelohnung und die Entlassung in die Hei-math, wenn sie den tollen Widerstand aufgäben und zu densiegreichen Truppen der unschuldigen Königinn übergingen,während er den Officieren, die sich ihm prasentiren würden,
35 *