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Doch Entsatz war nicht möglich, das Wasser fehlte, undendlich setzte eine Bombe auch das Magazin der Mundvorrathein Brand. Da vereinigten sich die 87 Mann, welche noch leb-ten, ließen sich bei Nacht an Stricken von der 50 Fuß HohenFelswand in den Fluß hinab und schlugen sich durch den stau-nenden Feind, der hier am wenigsten angegriffen zu werdenerwartete. — Arevalo belohnte einen jeden Freiwilligen miteinem real vitulioio — einem Real täglich auf Lebenszeit, inSpanien gewöhnliche Prämie für kriegerische Auszeichnung derSoldaten —; die Officiere bekamen einen Grad.
Nach dem Verluste von Chulilla ward Chelva, wo eineKirche zur Sicherung gegen einen Handstreich befestigt war,geräumt, worauf der Feind es sofort besetzte und nebst Tuejar,Titaguas und Aras befestigte, wo er dann seine Depots für dieauf das Frühjahr aufgeschobene Belagerung der übrigen carlisti-schen Festungen bildete.
Arevalo, der sich im Allgemeinen ganz auf die Defensivebeschrankte, überfiel im Februar 1840 eine feindliche Colonnein Peralejos de las Lruchas in Castilien und nahm dreihundertMann gefangen, gab aber im März das Commando an denBrigadier Don Salvador Palacios ab, welcher bis dahin mitAuszeichnung die Brigade von Tortosa befehligt hatte.
Im Norden arbeitete indessen Espartero eifrig, um seinenKaufplänen Eingang zu verschaffen. Schon im December warCabrera genöthigt gewesen, eine General-Ordre mit der Be-stimmung zu erlassen, daß Niemand etwaigen schriftlichen Be-fehlen, selbst wenn sie mit seiner Unterschrist und seinem Siegelversehen und aus das dazu gebräuchliche, lithographisch reichverzierte Papier geschrieben seien, in irgend zweifelhaftem Fallegehorche, wenn sie nicht persönlich durch einen der — in derOrdre mit Namen bezeichneten — Adjudanten und Ordonnanz-
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