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That in ihren Folgen besonders unheilbringend, da schon dieerste Botschaft von dem beabsichtigten Verrathe des wackernGouverneurs und von seinem Tode auf den General so tiefenEindruck machte, daß man abermals für sein Leben zitterte.
Ich gestehe, daß ich außer mir war vor bitterm Schmerzund Grimm; ich lachte, aber das Knirschen der Zähne töntedurch das dumpfe Gelächter hindurch. Das waren entsetzlicheTage! Meine Gefühle machten mich ungerecht. Da sehnte ichmich und flehte, daß ich von diesen Spaniern befreit werde, daßEspartero rasch angreife und unter den Trümmern von Morellauns begrabe, um nur nicht in solcher Lage leben zu müssen.»So muß ich denn in jedem Gefährten einen Verräther fürch-ten,-« fügte ich der Schaudernachricht im Tagebuche zu, »unddarf Niemand mehr vertrauen! Schrecklich, schrecklich, von sol-chem Geschlecht sich umgeben zu wissen. Wenn doch Esparteromit einem Schlage Alles beendete, Alles zermalmte, wenn essein soll! Sollte ich das Ende des Krieges überleben, so wirdder Augenblick, in dem ich Spaniens Gränze überschreite, derherrlichste meines Lebens, der Tag auf immer ein Dank- undJubelfest mir sein!«
Wie wenig übrigens die Christines daran dachten, die Zu-sagen zu erfüllen, welche sie doch, so bald dadurch Hoffnung aufErfolg sich bot, überreichlich verschwendeten, trat um eben dieseZeit klar hervor, da die constitutionelle Regierung im König-reiche Galicia in einer Nacht alle die früheren Guerrilleros,welche dem Vertrage von Bergara sich angeschlossen hatten, ver-haften und nach den Colonien deportiren ließ. Über fünfzehn-hundert jener Unglücklichen wurden so, größtenteils wohl aufimmer, ihrem Vaterlande und ihren Familien entrissen, da siedoch volle Ansprüche auf alle die Vortheile hatten, welche derVertrag den ihm sich Anschließenden gewähren sollte. Wie schwer