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Vier Jahre in Spanien : die Carlisten, ihre Erhebung, ihr Kampf und ihr Untergang. Skizzen und Erinnerungen aus dem Bürgerkriege / von A. von Goeben
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XXXVIII

Unerwartet war Brusco nach Canete zurückgekommen. DaValmaseda, der von Fortisication gar keinen Begriff hatte, inBeteta die unthunlichsten Dinge vollbracht sehen wollte, warBrusco mit ihm in lebhafte Streitigkeiten gerathen und verließendlich die Festung, um sich nicht wehrlos der wilden Leiden-schaftlichkeit des Brigadiers hinzugeben, dessen erstes Wort, woer festen Widerstand erfuhr, »Niederschießen« zu sein pflegte,was er denn auch nicht lange anstand auszuführen.

Da saßen wir denn oft, drei oder vier Cameradcn, auf diealten hölzernen Lehnsessel hingestreckt bis tief in die Nacht umdas knisternde Feuer denn die Abende waren noch immersehr frisch, so daß der Sitz am Herde in der Küche ganz hei-misch war und unterhielten uns traulich über das, was dienächste Zukunft bringen mußte. Wenige Tage vorher warendie beiden Kavallerie-Regimenter von Aragon angelangt, welchenach dem Vordringen des Feindes in das Innere des Gebirgesdort unnütz nach Castilien detachirt waren. Sie brachten unsdie General-Ordre, durch die Brusco und mir der Grad vonOberstlieutenant verliehen war; und durch sie erfuhren wir denStand der Dinge bei der Armee. Bald kam auch mein wacke-rer Manuel, ein Bedienter, den ich krank in Morella zurück-lassen mußte, mit zwei andern Sappeurs von dort an, da derWunsch, ferner bei mir zu sein, durch alle Gefahren des Wegesihn getrieben hatte. Da hörten wir, daß Morella bereits, wennauch wegen des Terrains nicht vollständig, blokirt sei, und daßder Gouverneur von Ares del Mestre dieses Fort dem Feindeverkauft habe, indem er, als die Garnison in der Kirche zurMesse versammelt war, die Christines einließ, so daß eine Com-