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Handbuch der Geschichte des Europäischen Staatensystems und seiner Colonien, von der Entdeckung beyder Indien bis zur Errichtung des Französischen Kayserthrons / von A.H.L. Heeren
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60
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6o I. Per. I. Th. Gcsch. d. südl Eur. Staatcnsyst.

Staatensystem überhaupt, gleich wichtig. Es wardadurch a. das System des politischen Gleichge-wichts nach seinen Hauptprincipen praktisch be-gründet: da die beyden Hauptmächte des Conri-nentö jetzt die Gegengewichte ausmachten, k. Durchdie Allianz Frankreichs mit der Pforte, die Ver-hältnisse in Ungarn, und die, wenn gleich in ih-rem Erfolge nie sehr wichtige, Theilnahme Eng-lands an jenen Kriegen, war das ganze südlicheEuropa in viel engere Verbindungen, als je vor-her, gesetzt worden, c. Wenn gleich Frankreichseinen Zweck der Herrschaft in Italien verfehlte,so verhinderte es dagegen seine Zerstückelung, undbehauptete seine Selbständigkeit. Ebendaher 6.blieben die Entwürfe von Carl V. nur halb erfüllt,indem er zwar den Principal in Italien und denin Deutschland, aber nie den über Frankreicherrang.

War der Verlust des Principals j Italien für Frank-reich wahrer Verlust? Allerdings bedurfte es dort einesgewissen Einflusses a. wegen der hierarchischen Verhältnisseauf den Pabst. b. Wegen der Sicherung seiner S. O.Grenzen, auf den Herzog von Savoyen. Aber waren da-zu Länderbesitzungen, war dazu Herrschaft nö-thig? Haben überhaupt dabey die frcmven Nationen ge-wonnen, die diese hatten; wenn auch vielleicht die Herr-scher gewannen?

H.