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Handbuch der Geschichte des Europäischen Staatensystems und seiner Colonien, von der Entdeckung beyder Indien bis zur Errichtung des Französischen Kayserthrons / von A.H.L. Heeren
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76 I. Per. I. Th. Gesch. d. südl. Eur. Staatensyst.

seine Verbindung mit Frankreich zeigte auchdieser Macht/ wie sie die Streitigkeiten zwischendem Haupt und den Gliedern des Reichs für sichnutzen könne. War auch Erhaltung der deutschenFreyheit Frankreichs Interesse, so fand man es da-mit doch nicht im Widerspruch sich auf Kosten desdeutschen Reichs zu vergrößern.

Entwurf des Churfürsten, durch einen Ueberfall de»Kayser zur Sicherung des Religionszvstandes und zurBefreyung seines Schwiegervaters Philipp zu nöthigen;vorbereitet durch die ibm übertragene Ausführung »erAcht gegen das stolze Magdeburg. Belagerung und Ca-pitulation der Stadt, Z. Nov. izzl. Geheime Ver-bindung mit Heinrich il. von Frankreich zu Frie be-walde den 5. Oct. 1551. Ausbruch und rascher Gangdes Kriegs, März bis Juli 1552, wodurch zugleich dasConcilium zersprengt wird. Der Kayser siebt sich zumPassauer Vertrage genöthigt, 2. Aug. 1552. Bedin-gungen: I. Befreyung der gefangenen Fürsten, und Re-stitution Philipp's von Hessen. 2. Völlige Religionsfreyheitder Protestanten, sowohl von Seiten des Kaysers als derkatholischen Stande, z. Künftige Bestätigung auf einemdinnen sechs Monathen zu haltenden Reichstage, jedochohne daß ihm etwas derogirt werden dürfe. Enthielt als»der Passauer Vertrag auch nur die Präliminarien,so ward doch der Definitivfriede» dadurch schon im vor-aus gesichert; doch sollte sein Urheber ihn nicht mehr er-leben; der schon im nächsten Jahre, im Kampf mit demFriedensstörer Markgraf Albrecht von Culmbach, beySievershausen den y. Jul. IZ 5 Z seinen Tod fand.

14 Indem aber Mori; den Passauer Vertragohne seinen Verbündeten Heinrich H. geschlossen

hatte.