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Handbuch der Geschichte des Europäischen Staatensystems und seiner Colonien, von der Entdeckung beyder Indien bis zur Errichtung des Französischen Kayserthrons / von A.H.L. Heeren
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339
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2. Verand. d. einz. Hptst. d. w. Eur. -1740. z 39

2. In wie fern mit der neuen Dynastie fürSpanien eine neue Epoche begann, ist oben ge-Zeigt (S. 319.). Die größere Theilnahme an denStaarshändeln Europas gieng nicht hervor aus derWiedererweckren Kraft der Natron; sondern war ei-ne Frucht der persönlichen Leidenschaften der Herr-scher. Selbst der glückliche Erfolg ihrer Waffengab ihr keinen neuen Schwung; was hätte sie durchdie Eroberungen gewinnen sollen?

z. Wenn gleich in Frankreich durch seineAnschließung an England eine Veränderung in sei-nen äußern Verhältnissen vorging; so wurde da-durch doch der Charakter seiner Politik so wenigwesentlich verändert, daß vielmehr gerade währenddieser freundschaftlichen Verhältnisse der Regierun-gen durch die wachsende Handelseifersucht beyderVölker der Keim zu künftigen Kriegen gelegt wurde.Aber in dem Innern ward durch die Annahme derBulle UnigenituS von Ludwig XIV. noch amEnde seiner Regierung eine Gährung erregt, dienicht mehr bloßer Streit zwischen Jesuiten undJansenisten blieb (s. oben S. 260.), sondernnothwendig eine Opposition gegen die Regierungbildete, die, bald auch in den Parlamentenihre Stütze findend desto gefährlicher für denStaat wurde, je mehr sie an die Unterdrückungder alten Nationalfreyheit erinnerte.

P a Publi.