Z92 II.Per.6.1. Gesch. d. südl. Eur. Staatensyst.
Seiten darzustellen. Es war der Zeitraum, inwelchem die Cultur Europas vielleicht ihre höchsteStufe, gewiß' ihre größte Ausdehnung, erreichte;und die Völker dieses Welttheils eben daher sicheinander ähnlicher machte. Weit verbreitete Spra-chen erleichterten die allgemeine Circulation derIdeen; und die Verschiedenheit der Religionen fiengimmer mehr an, ihre Wichtigkeit auch im Privat-leben zu verlieren; nachdem sie sie schon vorher un-ter den Regierungen verkehren hatte.
2. Dieser Wachsthum einer vielseitigen Cul-tur zeigte sich daher auch auf die vielfachste Weise.Die StaatSkunst nicht weniger als die Staatöwirth-schaft wurden vervollkommnet; der Welthandel er-hielt einen Umfang und eine Wichtigkeit, die allesbisherige übertraf. Alle Meere wurden durchschifft,und die entlegensten Länder durchforscht. DieKriegskunst erhielt als Kunst ihre volle Ausbildung.Und dieß Alles geschah nicht bloß praktisch; son-dern der Zeitgeist gefiel sich nicht weniger in derGründung von Theorien. Alles der Untersuchungzu unterwerfen. Alles zum Gegenstände des Rai-sonnemcntS zu machen, war seine hervorstechendeEigenthümlichkeit; was glaubte er nicht ergründenzu können, und ergründet zu haben!