l. 2. Veränd. d. einz. Hptst. d. w. Eur. -1786. 465
„ Haupt. Die formelle Gewalt einer Regierung be-^ stimmt die Constitucioii; die wirkliche der Erfolg.
Nach so siegreich geführten Kriegen, bey einemstets steigenden Nationalwohlstand, war Anhäng-lichkeit an die Verfassung und Regierung natürlich»
^ Welche Regierung wäre unter diesen Umständennicht mächtiger geworden?
^ 12. In England zeigte sich dieses in dem steir
^ gcnden Uebergewicht der Krone im Parla-^ Menr. Das Eigenthümliche der Brittischen Na-tionalfreyheit liegt praktisch darin: daß hier nicht,
^ wie anderswo, das Parlament den Streit mit derKrone, sondern die Krone den Streit mit dem Parr^ lament zu fürchten hat. Daraus entsteht das Stre-' ben der Minister nach der Majorität; und ihr noth-wendiger Wechsel, wenn diese ihnen fehlt. Wal-175»pole's Ministerium machte hier Epoche; zum er-Az^ stenmal sah man einen Minister über zwanzig Jahreauf seinem Posten, durch Behauptung jener Majorrität. Man beschuldigt ihn, die Bestechlichkeit ein-geführt zu haben. So bekannt diese bey den Mäh-, lern ist, so ungewiß ist sie bey den Gewählten,b' Allerdings, welche Versuchung für den Minister,
^ sich die Majorität auf jede Weise zu verschaffen'.
Und doch, was müßte eine Nation längst geworden»t, styn, deren Bevollmächtigte stets nur ein Haufenrrr feiler Menschen wären!
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