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Zweiter Band. M - Z.
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953-954
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T1I EUERD ANK.

THEUERDANK.

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Heller Gesch. der Holzschneidekunst S. n8* Vanpraetcatalogue premier des livres impr. sur vHin IV, 234 ss.Dibdin’s bibliogr. decaraeron I, 200 ss.

Ein von dem Helden des Werks selbst angegebnes undentworfnes, von Melchior Pflnzing ausgeführtes allegor.Rittergedicht, dessen Hauptstoff die Abenteuer sind,welche der deutsche Kaiser Maximilian I. zu bestehenhatte, ehe er zu dem Besitz der schönen und reichen Mariavon Burgund ('s. oben Oorloghen nura. 15128) gelangenkonnte. Es ist nicht die poetische Ausführung dieserAufgabe, welche dem Werke ein Interesse giebt (dennsie ist matt und kalt), sondern theils die allgemeine che-valereske Tendenz des Gedichts, theils die eigenthüm-liche artistische und typogr. Ausstattung der beiden erstenAusgg., welche allein für den Sammler Werth haben.

Obige erste Ausg. enthält in Allem 290 ungez. Bll. (einsweiss) mit 24 Zeilen und der Sign, a-z, A~P und A.Die letzten 8 BU* enthalten eine Erklärung der Allegorienoder einen Clavis, welcher einen unentbehrlichen Be-standtheil eines vollständigen Exemplars ausmacht, aberbisweilen fehlt. Die 118 eingedruckten schönen Ilschnn.sind von Hans Scheufelein gezeichnet und von Jost vonNegker (vielleicht auch von andern bei Bartsch VII, 236u. 241 erwähnten Meistern) ausgeführt. Mit Scheufelein’sMonogramm sind wenigstens die Nummern 13, 50, 39,42 , 48 , 58, 69 und 70 bezeichnet. Es dürfte aber auchnoch nach Bartsch VII, 245 u. 272 doch wohl die Frageseyn, ob nicht wenigstens einige dieser Darstellungenvon Scheufelein selbst geschnitten worden, da ja Bartschselbst VII, 236. num. 13. aus einem gleichzeitigen Docu-jnent Scheufelein als Holzschneider anführt. Negker’sMonogramm befindet sich (von Bartsch VII, 243 unbe-merkt) in einigen , aber nur wenigen, Exx. auf dem 7onHolzschnitte. Es ist merkwürdig, dass die Exx., indenen es sich findet, sämmtlich nur auf Papier sind, undman hat daraus folgern wollen, dass die Exx. mitNegker’3Monogramm zu den frühesten Abdrücken gehörten, unddasselbe später aus der Platte herausgeschnitten wordensei, was ich dahingestellt seyn lasse.

Von dieser ersten Ausg. giebt es Exx. auf Pg. (mankann ihrer über 40 nachweisen) und Papier, welche un-geachtet zahlreicher Verschiedenheiten dennoch von einerund derselben Ausg. sind, wie das in allen Exx. vorkom-mende verkehrte i im Worte schickhet unter dem 84n BildeZeile 2 zeigt. Diese Verschiedenheiten (in Aretin’s Beitrr.zur Gesch. u. Lit. V, 69 — 83 genauer angezeigt) betreffenjedoch nur die Orthographie und einzelne Buchstaben-züge , z. B. a 4 b Z. 16 gewyen und gewannen , g 2 a Z. 39Frawcnzyrner und frawenzümer , g,$b Z. 24 Zubewesyenund Zubewcysen , hüb Z. 3 alweg und alwegen. Diefehlerhaftere Lesart findet sich in der Regel in den Pg.Exx. und ist daselbst durch aufgeklebtc Streifeben ver-bessert, die Papierexx. hingegen haben gemeiniglich dasRichtigere, daher diese später und nach einer wiederhol-ten Revision abgezogen worden seyn mögen.

Auch in den Holzschnitten finden sich Verschiedenhei-ten. Es giebt Exx., in welchen sich auf num. 30 u. 70Scheufeleins Buchstabenmonogramm mit der Schaufelfindet. In den 2 Dresdner Pergamentexx. und in dempg. Ex. des Herrn von Nagler ist dieses Monogramm blosauf num. 50 vollständig, aber auf num. 70 die blosseSchaufel. In zwei Dresdner Papier - Exx. fehlt das Mo-nogramm auf beiden Holzschnn. gänzlich. Auf dem dritten Dresdner Papier-Ex. fehlt es auf num. 30, und aufnum. 70 befindet sich Negker’s Monogramm. Auf demPapier-Ex. des Herrn von Nagler ist auf num. 30 einTäfelchen ohne Monogramm und auf num. 70 Scheufe-leins Monogramm ganz vollständig und daneben das vonNegker.

Ueber den Druck dieses Buches sind die neuesten For-scher darinn übereingekommen, dass er in der Haupt-sache allerdings mit beweglichen gegossenen Buchstabenbewirkt worden sei, die irregulären oder über die Linie

und den Kegel hinausragenden Versalbuchstaben aber,sowie die kleinen und grossen Schreiberzüge, in Holzgeschnitten seien. Zuerst erscheint diese künstlicheSchrift im Diurnale s. liber precum. AV, , Schönspergcr ,2514, kl. fo2 ., welches als ein blosser Probedruck nurin wenigen Exx. für den Kaiser Maximilian abgezogenworden zu seyn scheint. Zuletzt findet man sie in derin Ausg. von Rüxner’s Turnierbuche , Simmern , 1530, f.

Es giebt auch gleichzeitig und zwar sehr schön illumi-nirte Pergamentexx., sie werden aber von den kunstge-rechten Sammlern den Exx. nachgesetzt, in welchen dieKunst des Holzschneiders nicht durch Farben verdeckt ist.

Als ungefährer Maasstab der successiven Verkaufspreisevon Pergamentexx. dieser ersten Ausg. können folgendeAngaben dienen. In England: Mead 9 Pf. 9 sh., Askew21 Pf., Paris 21 Pf. 16 sh. 6 d., Towneley 25 Pf. 4 sh.In Frankreich: Boze 240 livr. Gaignat 899 livr. 19SOUS.Mariette (mit geschriebnem Clavis) 1010 livr. (dasselbeEx. MCarthy 515 fr.) Camus de Limare 500 livr. 1 sous.Firmin Didot 825 fr. In Deutschland: Breitkopf 127 Thl.Ebner (ohne Clavis , worüber jedoch ein Process ent-stand) 300 Fl. Papierexx. wurden in Deutschland beiSchwabe mit 6 Thl, , bei Breitkopf mit 10 Thl. 12 gr.,bei Panzer mit 27 fl. 45 kr. bezahlt. (Tn Dresden alleinfinden sich auf der königl. öffentl. Bibi, zwei Pg. und

3 Papierexx. und im königl. Kupferstichcabinet ein Pa-pierex. In Wolfenbüttel sind ebenfalls zwei Pg. Exx.)

*22370. Theuerdakk. (2. Ausg.) Augsb., durchden Eltern Hansen Schönsperger, 1519, f. mit Ilschnn.Der Text, die Typen und die Ilschnn. dieser Ausg. sinddieselben, wie in der vorigen, nur in der Orthographieund in den Schreiberzügen sind einige Veränderungenvorgenommen worden. Auch Sign, und Blattzahl istwie in der ersten Ausg. Exx. auf Pg. kennt 3nan nicht,wohl aber Exx. mit Verschiedenheiten, welche vomUmdruck einzelner Blätter herrühren. So steht b 2bZ. 24 statt genöttig in andern genedig , dsb Z. 2 stattmit speis in andern mit fleys. (Die Dresdner Exx. sindvon dieser letztem Art.) Man thut Unrecht, wenn mandiese verschiednen Exx. als zwei besondre Ausgg. zählt.Uebrigens steht diese 2e Ausg. der ersten an Schönheit(besonders sind die Ilschnn. abgenutzt) und im Preise(etwa 8 Thl.) nach, hat aber deshalb noch einigen Werth,weil sie die Typen und den Text der erstem enthält.Die folgg. Ausgg. aber haben nur in einer vollständigenFolge aller Ausgg. des Theuerdanks Werth.

*22371* — (3* Ausg.) Augsb., H. Stainer, 21. Dec.1557, f. mit Ilschnn .

2, Bll. Vorst., 98 gez. Bll. u. 4 ungez. Bll. Clavis. Textund Figuren sind dieselben, wie in den frühem Ausgg.,die Typen aber blos ganz gewöhnliche. Die Hschnn.sind bis zur Unerkennbarkeit abgenutzt.

*22372. — (4* Ausg.) Die Ehr vnd manliclie Tliaten,Geschichten vnnd Gefährlichkeiten des Streitbaren Rit-ters, vnnd Edlen Helden Tewerdanck. Ff., Cli. Ege-nolff, 1553» tnit Ilschnn.

4 Bll. Vorst, u. 110 gez. Bll. Im Texte hat der Heraus-geber Burcard Waldis so viele Veränderungen vorgenom-men, dass es fast ein ganz neues, und eben nicht besse-res, Gedicht geworden ist. Die Hschnn. sind von denfrühem ganz verschieden.

22373* — (5* Ausg.) Thewerdanck Des Edlen, Streit-baren Helden vnd Putters, Ehr vnd männlichen Tlia-ten, Geschichten vnd Gefelirlicheiten. Ff. a. M., Ch.Egenolffs Erben, 1565» f. mit Ilschnn.

4 Bll. Vorst, u. 110 gez. Bll. Blosse Wiederholung dervorigen Ausg., wo nicht vielleicht gar ein blosser neuerTitel zu derselben. ( Wolfenbüttel.)

*22ß74- — (6. Ausg.) Gedenckwiirdige Historia: DesEdlen Streytbaren Helden vnd siegliafften RittersTlieuwrdanckhs männliche Tliaten, vnd aussgestandeneGefährligkeiten. Ff. a. M., Ch. Egenolfs Erben, 1589» f.mit Hschnn.