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aber 1852 seine Stellung zur städtischen Handwerkerschule ver-lassen.
8. Abgegangene Lehrer.
I) Benedikt Listing, Dr. xllil., ordentlicher Professorder Physik an der Universität Göttingen; ist geboren den25. Juli 1808 zu Frankfurt am Main, besuchte von 1818bis 1824 die dortige Musterschule, und gewann durch Anregungdes Lehrers der Mathematik, Joh. Hcinr. Müller, Vorliebe fürmathematische und naturwissenschaftliche Beschäftigungen. DurchMüller's Unterricht und Umgang wurde seine Vorbereitungzum akademischen Studium begonnen; später wurde ihm eine fastelterliche Fürsorge im Hause des Hrn. Alexander Bernus zuTheil, welcher ihm auch Gelegenheit verschaffte, von 1825 bis 1829das Gymnasium zu besuchen. Vom 13. Jahre an erwarb ersich durch Zeichen- und Schreib-Unterricht, und nachher durchUnterricht in mathematischen Fächern, einen Theil der nöthigenSnbsistenzmittel. Zum Besuch der Universität ward ihm, außerBernus' Unterstützung, ein dreijähriges Stipendium desStädel-schen Kunst-Instituts in Frankfurt zu Theil, dessen architek-tonischen Unterricht er früher genossen hatte. Er ging i. 1.1829nach Göttingen; besuchte hier, außer Thibant's und EduardSchmidt's Vorlesungen, auch die mathematischen und astrono-mischen Vortrage von Gauß; setzte daneben verschiedene, zumTheil schon in Frankfurt begonnene Studien fort, als: Anatomie,Botanik, Mineralogie und Architektur; und hörte Hempel's ana-tomische und physiologische Vorlesungen, Botanik bei Bartling,Architektur bei Ulrich, Geognosie bei Hausmann, Chemiebei Stromeyer. Für das mathematische und naturwissenschaft-liche Studium aber war ihm in der ersten Zeit Schmidt's,später Gauß' und Wilh. Weber's nähere Bekanntschaft vonbesonderem Werthe. Er promovirte zu Göttingen am 30. Juni1834 in der Mathematik und Physik, und machte hieraufmit seinem Freunde und Studiengenossen Freiherr» Sartoriusvon Waltershausen eine dreijährige wissenschaftliche gleisenach Italien und Sizilien, zum Behuf der naturgeschichtlichenUntersuchung und geometrischen Aufnahme des vulkanischen Ge-
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