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Eine wichtige und oft erhobene Frage in Betreff der poly-technischen Schulen überhaupt, eine Frage also, welcher unsereAnstalt ebenfalls nicht ausweichen kann, ist die: ob und aufwelche Weise eine zweckmäßige Verbindung praktisch-gewerblicherBeschäftigungen mit dem technisch-wissenschaftlichen Unterrichteausführbar sei. In einzelnen Fällen kann es zulässig und rechtnützlich sein, wenn der in einem praktischen Fache schon arbei-tende Jüngling einen oder den andern Lehrgegenstand der Schulenebenbei betreibt, wie namentlich nach Umständen das Hand-zeichnen, das Bossiren, das Modelliren, die niedere Mathematik,die Technologie. Im Allgemeinen aber verlangt diese Schule,wie jede Lehranstalt, eine ungetheilte, gesammelte Anwendungder Kräfte, ohne welche wenigstens keine zusammenhängende,systematische, abgeschlossene Ausbildung zu erreichen ist; der Regelnach muß sich also der Schüler, so lange er die Anstalt besucht,dieser wesentlich allein widmen. Bauhandwerker, welche nur dieWinterszeit zum Schulbesuche frei haben, werden ihre Rechnungweit besser auf einer der für sie eigens eingerichteten Bau-gewerkenschulen lfür das Königreich Hannover zu Nienburg)finden, als auf der polytechnischen Schule. Wenn ein jungerMann, der sich zum Maschinenbauer, Werkführer, Fabrikdirigenten,Baumeister rc. ausbilden will und zu diesem Berufe neben denentsprechenden Lehrgegenständen der polytechnischen Schule einergewissen Fertigkeit in den wichtigsten praktischen Arbeiten seinesFaches bedarf, um künftig die unter ihm stehenden Arbeiter mitSicherheit und Autorität kontroliren zu können; so bleibt zuentscheiden, ob der Unterricht an der polytechnischen Schule der(jedenfalls verhältnismäßig kurzen) praktischen Lehrzeit voraus-gehen oder nachfolgen solle. Im Ganzen betrachtet ist gewißdas Erstere unbedenklich vorzuziehen. Der wissenschaftlich-technische Unterricht knüpft sich alsdann direkt an den allgemeinenSchulunterricht an; der jugendliche Geist ist noch mehr in derDisposition zur Unterwerfung unter das Schulregiment, ist bieg-lamer und nimmt gewisse Dinge behender aus; der Kops fügtsich leichter in anhaltende Beschäftigung mit schriftlichen Arbeiten,die Hand (welche noch keine schwere Arbeit verrichtet hat) leichter
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