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§. 15. Seine Bestrebungen, eine Akademie zu gründen.
Herrn besoldungen unterhalten werden, wie die Universitäten, Collegiaund die Academie Royale zu Paris, denn da werden gemeiniglichdurch die hofleute allerhand Personen hineingeschoben, die nichtaus guthem eifer und lobesbegierde, sondern umbs geld arbeiten, jahernach aus faulheit und neid das guthe verhindern, sondern einesolche societät die ihren eigenen fundum hätte, wie die Clöster undOrden der Römischen Religion. Nun ist zwar hei den Evangelischennichts dergleichen, doch wäre es nicht ohnmöglieh, wenn einigeReiche und lachende Erben habende von verständigen, wohlgosinten,ehrliebcnden Personen beredet worden köndten, das ihrige zum theiloder gänzlich zu einem so wichtigen worck zu wiedmen, vermittelstdessen ich versichert bin, dass zum besten des menschlichen ge-schlechts in 10 jahren mehr auszurichten, als sonst in hundertennicht geschehen wird. Ich bin vor vielen jahren mit diesem Ein-fall schwanger gangen und sehe fast allein die ersteren übrig etwasrechtes auszurichten, nachdem der andere an sich selbsten leichtere,nehndich einen grossen Fürsten, der dem werck allein gewachsen,dazu zu vermögen bei gegenwärtigen elenden Zeiten, da sie fastselbsten alle mit einander in weitläuftigkeiten vertielfet, nicht zuhoffen; dieser Vorschlag aber ist so bewand, dass er mit einem ge-ringen den anfang nehmen und bald zu etwas ansehnliches wachsenköndte, denn etliche Exompel andere aufxnuntern würden. In Hol-land glaub ich solten sich dergleichen leute finden, wiewohl auchTeutschland einige an die Hand geben möchte. Ich weiss, wie sehrM. H. H. sich allgemeinnüzige Dinge angelegen seyn lassen undwie leicht alles begreiffen, habe also dieses noch in vertrauen Deroerwegung und urtheil unterwerffen wollen; bitte die gedancken darauffgehen zu lassen und mich einsmahls mit wiederantwort zü erfreuen,der ich Dero etc.” Tschirnhaus indessen scheint mit dieser seinerAntwort gezögert zu haben, denn wiederum schreibt Leibniz an ihn')unter „Janvier 1694”: „Vous ne m’aves rien repondu ä une pensecdont je vous avois parle d’une societe ou communication au moins,mais uu peu autrement reglee que celle, oü il y a trop de merce-naires qui ne font ses choses que par maniere d’aequit pour gagnerleur pension, ou trop de curieux volagcs qui considcront les Sciencesnon pas commo une chose tres importante pour lc bien des liommes,mais commo un amusement ou jeu. Vostre Cabalo m’en avoit donnel’occasion, mais vous avies brise la dessus. Je vous supplie de mcdonner un peu de part de temps en temps de vos exeellentes penseeset de me croire etc.” Längere Zeit scheint nun der Gedanke anGründung einer Akademie wenn auch nicht aufgegebon, doch in denHintergrund getreten zu sein, denn, mit Ausnahme der pag. 195angeführten Stelle aus einem Briefe Leibnizens von „Hannover,21. Martis 1694”, in welchem die Brenngläser Tschirnhausens alsgut für den Anfang erklärt werden [jedenfalls, wie bereits auf
') Gerhardt: „Loibnizcns mathematische Schriften”. Band XV, pag. 519.