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Eilhardt Mitscherlich : Gedächtnissrede gehalten in der deutschen geologischen Gesellschaft / von Gustav Rose
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Isomorphie bezeichnete. Die Entdeckung derselben war fürBerzeuus chemische Proportionslehre von der grössten Wich-tigkeit, denn sie erklärte nun mit der grössten Leichtigkeit alledie Ausnahmen von den einfachen Verhältnissen, die sich in demchemischen Mineralsystem von Berzeuus fanden. Die isomor-phen Körper verbinden sich mit einander in allen Verhältnissen,wie dies aus den Mischungen der schwefelsauren Salze hervor-ging, und sie ersetzen sich gegenseitig in unbestimmten Verhält-nissen-in der Zusammensetzung der Mineralien, wie dies Hein-rich Rose und Bonsdorff bewiesen, die zu gleicher Zeit mitMitscherlich in dem Laboratorium von Berzeuus arbeiteten,ersterer bei den verschiedenen Mineralien, die die Krystallformdes Augits, letzterer bei denen, die die Krystallform der Horn-blende haben. Fasst man also die sich gegenseitig ganz oderzum Theil ersetzenden isomorphen Körper zusammen und be-trachtet sie wie einen, so sind die einfachen Verhältnisse herge-stellt. In den Mineralien z. B., die die Form des Augits haben,finden sich 4 isomorphe Basen, Kalkerde, Magnesia, Eisen- undManganoxydul, die mit der Kieselsäure in oft wenig untereinan-der einfachen Verhältnissen verbunden sind. Fasst man sie zu-sammen, so ist ihr Sauerstoff zu dem der Kieselsäure wie f : 2und das Verhältnis also sehr einfach.

Die Lehre von der Isomorphie war ferner ein vortrefflicherPrüfstein für die Bestimmung der Atomengewichte der Körper,und es zeigte sich nun, mit wie vortrefflichem Takte Berzeuusdieselben bestimmt hatte, da die Isomorphie nur sehr wenigeAenderungen bei ihnen nöthig machte. *)

*) Sie betrafen nur die Anzahl der Atome, die in dem Eadical derOxyde anzunehmen sind. Da sich in dem Eisenoxydul und Eisenoxydbei gleicher Menge Eisen die Mengen des Sauerstoffs wie 1 : verhalten,

so hatte Berzeuus, dem damals dies Verhältniss zu wenig einfach schien,auf ein Atom Eisen in dem Eisenoxydul 2 und in dem Eisenoxyde3 Atome Sauerstoff und somit überhaupt in den stärkern und schwa-chem Basen auf I Atom Eadical 2 und 3 Atome Sauerstoff angenommen.Wie in dem Eisenoxyd nahm er nun auch in der Thonerde und demChromoxyd auf 1 Atom Radical 3 Atome Sauerstoff an, und da derSauerstoff des Chromoxyds zu dem der Chromsäure sich verhält wie1:2, in dieser 6 Atome Sauerstoff. Die gleiche Anzahl von Atomen indiesen Oxyden bestätigte die Isomorphie vollkommen, sie zeigte sich inden verschiedenen Alaunen, wo sie alle unter gleichen VerhältnissenVorkommen; bei der Thonerde und dem Eisenoxyde zeigte sie sich auch