Buch 
2 (1833) Geschichte der schweizerischen Centralität oder die helvetische Revolution : mit einer chronologischen Übersicht der Hauptereignisse im Laufe dieses Zeitraumes / von Joseph Andres
Entstehung
Seite
200
JPEG-Download
 

200

haben und zur Herstellung politischer Privilegien wederheimlich noch öffentlich zu arbeiten." Wenn man so aufdie Stimmung und Ueberzeugung des Volkes zu wirkenhoffte, so vergaß man andererseits auch nicht alles dasje-nige zu entfernen und zu unterdrücken/ was es hätte ver-hindern können. Alle Kantonalbehörden/ zu denen mankein Zutrauen haben konnte/ wurden entlassen/* *) den Neu-angestellten außerordentliche Polizeigcwalt ertheilt/ dieZeitungen/ welche nicht von der herrschenden Parthei wa-ren/ verboten und alle andern der strengsten Censur unter-worfen. Die Buchhändler**) dursten ohne Bewilligungnichts Politisches drucksn; ja/ man sagte sogar: die Klug-heit sey bis zur sogenannten Pfiffigkeit gekommen und habezu Mitteln gegriffen/ über die man hätte erröthen müssen.

Alle diese politischen Vorsichtsmaaßregeln waren jedochnicht im Stande den ungesetzlichen und schiefwinklichtenGrund und Boden/ auf dem die neue Regierung stund/gesetzlich und rechtwinklicht zu machen; sie konnten nichtverhindern/ daß ihre auseinander versprengten und hocherbitterten Gegner/ das falsche Fundament ihr nicht im-mer vor die Augen rückten/ um sie damit zu peinigen undzu reizen und sie fiel um so leichter und schneller in dieHände ihrer Gegner/ als sie deßhalb unfähig wurde sichvor Widersprüchen zu hüten / und zwar gerade vor solchenwelche das Zutrauen in die Aufrichtigkeit ihrer Gesinnung

*) Herzog von Effingm soll am 28 Oktober seine Stelle als Statt-halter darum nicht abgegeben, weil er die Vereinigung des Aar-gau'S mit Bern zu verhindern wünschte; als er endlich doch ab-treten mußte, nach Bern geschrieben haben: schützt die Unabhängig-keit Aargau's.

*) Die Meyerische Buchhandlung in Luzern soll wegen Kochs Bericht

über die Begebenheiten des 28ten Oktobers von Unten bis Obendurchgesucht worden seyn. Allein der Herr Statthalter Genhardkam zu spät. Die Auflage w'gx schon in alle Welt geflogen.