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Gegner dadurch ermuthiget und zu Reaktionen und Be-wegungen gereizt werden könnten. Deßhalb entschloß mansich zu einem Schritt/ der alles inS Klare und Bestimmtebringen sollte/ der erste Magistrat der Schweiz sollte nachParis gesendet werden/ Reding/ der kühne Degen/ der sorühmlich für seines Landes Freiheit gestritten und ge-sümpft/ für ein Volk und ein Land / für welche der ersteConsul bereits so große Vorliebe gezeigt hatte. DieseWahl/ glaubte man/ könne ihm nur angenehm seyn undkein ehrenvollerer und würdigerer Botschafter Hütte fürdas Oberhaupt der Franzosen erwühlt werden können/ alsder ritterliche Held von der Schindellcgi und von Morgarten.Allein man irrte sich/ im System Bonapartes lag ein sol-cher Mann/ wie Reding war/ nicht; selbststündige undnach Selbststündigkeit strebende/ dabei zugleich muthigeund entschlossene Männer lagen nicht in seinem politi-schen Interesse. Die französische Gesandtschaft gab ihmkeinen Paß als Landammann/ sondern blos als einer Per-son üe 1a plci8 baut enmiileration. Als er nach vielen Hin-dernissen und Zögerungen in Paris endlich angekommen/bekam man in Bern die Nachricht: daß die gegenwärtigeRegierung vom ersten Consul nicht anerkannt sey. Inden letzten Tagen des Dezembers erhielt Reding seine ersteund wie man sagte auch seine letzte Audienz. Am 2vtenJenncr war er schon wieder in Bern. Der Jubel wargroß/ man glaubte/ er bringe die Waadt wieder für Bernzurück/ mit Glockengeläute und Kanonendonner ward erempfangen. Und was brachte er? die Elemente zu einerneuen Umwälzung! ES wurde der Regierung befohlen/Saß wenn sie anerkannt seyn wolle/ sie einen Theil ihrerGegner/ Männer von der Gegenparthei/ in die erstenStaatSstcllen aufzunehmen habe/ was man dann für gutfand/ sogleich zu thun. Nachdem Dieses geschehen/ zeigteder französische Minister die Anerkennung seiner Regierungan. Aber auch gleichzeitig vernahm man über das cndli-