48
Die Forstwissenschaft.
Sorgfalt vereint, welche erforderlich ist, um aus dieser kunstvollsten allerBetriebsarten alle die Vortheile, deren sie fähig ist, zu beziehen. Dieses Be-dürfniß an Sorgfalt und die sehr große Schwierigkeit der Ausfüh-rung sind die Hauptgründe, warum der Plenterwaldbetneb gewöhnlich nur fürFalle der Nothwendigkeit auzurathen ist.
Bezüglich der Holzart lästt sich sagen, die Wcißtanne eigne sich am meisten für diese Be-triebsart. M. vcrgl. v.. K c t t n e r S. t des 24. Hefts meiner Jahrbücher.
2) Die Fällung im Pleuterwalde betrifft, wie im schlagweisen Betriebe,
vor Allem das je älteste Holz und nächst dem die Wegnahme alles desjenigenjüngeren Holzes, welches kemen Zuwachs mehr hat, die Verhältnißmäßig-keit der st am mw eisen Altersklassen stört und insbesondere das Aus-kommen der durch die Verhaltnißmäßigkeit bedingten zureichenden Anzahl jüngererStämme und des Nachwuchses hcnunt. Wir haben also auch im Pleutcrwaldsowohl die Hanptnutznng, wie die Lurchsorstung, nur mit dem Unterschiededaß sie in der Regel gleichzeitig stattfinden und daß der Umtrieb vorwiegendin vertikaler, statt (wie im schlagweisen Hochwalde) in horizontaler Richtunggeschieht, gewissermaßen mit der Umdrehung eines senkrecht gestellten Mühlradsverglichen werden kann. Der leitende Maßstab bei der Bestandssteüung istdie vorhin bezeichnete Zusammensetzung, und zwar so, daß Luft und Boden inallen Schichten des Waldbereichs für Hvlzerzengung möglichst in Anspruch ge-nommen und ausgebeutet, alle Stämme stets frohwüchsig in gegenseitiger Ver-träglichkeit erhalten und alles Holz, was dabei entbehrlich oder hinderlich istmöglichst bald entfernt wird. ^ ,
Der Vers. hat die Bestandoformcn des PlenterwaldbestandS an Ort und Stelle inUrwaldnngen an der Krcnzc der Glttscher, Nne auf öden GebirgSplateantz, an steilem FelSgc-mäucr, wie an erpomrten M-creokusten stndlrt; er hat die Ergebnisse coüibtntrt und die Ueber-zeugung gewonnen, das, der Plenterwaldbetneb einer rationellen Begründung und wissenschaft-lichen Vervollkommnuna fähig „t, welche von dessen Widersachern nicht geahnt wurde. FürVerdeutlichung der Bestandsznsammenschung nur ein Beispiel > 20jährigen vertikalen llmtriebsmit zwei bis drei Stämmen von lOO bis 120, fünf von 100 bis llil)zchn von 9» bis lOOfünfzehn von 8» bis 90, zwanzig von 70 bis 80, dreißig Von 60 bis 70, sechzig von 50bis 60, hundertzwanzig von 40 bis 50, zweihundert von 30 bis 40, dreihundert von 20 bis30, sechshundert von 10 bis 20 Zähren, zusammen 136) Stämmen per Morgen nebst unbe-stimmter Menge Pflanzen von 1 bls 10 Jahren. Man verdeutliche nun ferner Wurzel- undKronenraum durch Kreise vcrhaltmstma,stger Kroße und vertheile diese Kreise in verbältnißmä-sstger Menge und Entfernung aus eine Fläche, „nd man wird den Weg erkennen, auf dessenweiterer Anbahnung man zum Normalzustand und zu den Normalregel» des Plenterwaldsgelangt. — Die Klippe dcS Plenterwaldbctricbs bestellt hauptsächlich darin, daß man dieältesten Klassen sich übermäßig zu einem verdammenden Schirme vermehren läßt, und dann aufeinmal ein z» greller Uebergang nöthig wird.
3) Eben so, wie unter Nr. 4. des §. 28. (Seite 42) bei der Durch-forstung bemerkt, ist zwar auch beim Plenterwald jährliche Wiederkehr derFällung in demselben Bestand theoretisch möglich, aber die mehrjährige Cumu-lirung der Ausbeute nur praktisch im Großen ausführbar. Die Anzahl Jahredieser Cumnlation bildet den horizontalen Umtrieb des Plenterwalds, z. B.zehn Jahre, wenn man alle Jahre und alle 10 Jahre den ganzen Walddurchplentert („mit dem Plentern herumkommt").
Aus dem unter (2) angeführte» Beispiele erhellt, daß der Hieb bei ljeder Plenterung sichin der Regel auf alle Altersclassen mit der zur Unterhaltunglder Verhältniß,naßiqkeit geeignetenQuote zu erstrecken hat.
4) Die Ausästung bildet in ähnlicher Weise, wie nach §. 30. und nachNr. 5. des 8. 33. ein wichtiges Hülfsmittel geeigneter Bestandsstellung undder Schonung des Unterwuchses auch im Pleuterwalde.