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Encyklopädie der Forstwissenschaft / von G.W. von Wedekind
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Forstliche Statik.

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so steckt ein großer Theil der Rod- schon in der Fällungsarbeit; eben so wirdfür die meisten anderen Sortimente der Fällerlohn zugleich mit dem Lohn fürdieselben bezahlt. Im gewöhnlichen Vorkommen erfordert das Fällen von1 prenß. Kbf. ^ bis V,ao Tagewerk, das Fertigen von Klafter Scheit-oder Prügelholz oder Vr Klafter Stvckholz oder 50 Wellen 1 Tagewerk,das Aufsetzen von 9 Klafter Scheit- und Prügclholz oder von 7 KlafterStockholz 1 Tagewerk.

2) Bei Würdigung des Werthsansatzcs für entwendete Walderzeugnissewerden im Großherzogthum Hessen 30 kleine Lüste 20 Mittellaste 15 großeLaste 10 Schiebkarren oder Handschlitten 2 Karren 1 Wagen gerechnet.Nimmt man letzteren nur zu 20 Centnern, so ergibt sich für die Mittellastschon ein Gewicht von 100 Pfund, für gewöhnliches Vorkommen zwar zu viel,dagegen in Frevelfällen, wo die Lasten gewöhnlich möglichst schwer sind, häufigangemessen. Im gewöhnlichen Vorkommen sind nur 50 Pfund auf die Mittellastzu rechnen. Eine zwcispännige Wagenladung kann 30 bis 40 Eeutnerbetragen, womit die Erfahrung, daß 1^ bis i7r Klafter Holz eine solcheLadung bilden, beiläufig übereinstimmt, vorbehaltlich der bedeutenden Unter-schiede der Ladung je nach der Holzart und dem Grad der Austrocknung »achNr. 7. des §. 114. (Seite 118) "). Wenn Holz an einen anderen Ortzum Verkauf gebracht werden soll, ist das Minimum des Preises gleich derSumme des Waldpreises und der Transportkosten; umgekehrt bei Möglichkeitdes Absatzes zu gutem Preise an einem Orte und geringem Absätze nächst demWalde der Waldpreis dem Preise des auswärtigen Absatzorts nach Abzug derTransportkosten gleich anzunehmen. Die bedeutenden Kosten des Transportsauf der Achse beschränken dessen Territorium sehr; nach Erfahrungen läßt sichannehmen, daß, wenn der Transport einer Klafter Holz auf ^ Stunde weit45 kr. kostet, er erfordert aus 1 Stunde 1 fl. 21 kr., auf 2 Stunden 2 fl.33 kr., auf 3 Stunden 3 fl. 36 kr., auf 4 Stunden 4 fl. 30 kr., auf5 Stunden 5 fl. 15 kr., auf 6 Stunden 5 fl. 51 kr., aus 7 Stunden 6 fl.18 kr., das Holz also an dem Absatzorte um diese Beträge theurer sein muß,als am Orte der Erzeugung.

8- l>8. Verhältnisse des Geldertrags.

Zur Erläuterung dieser Verhältnisse möge mit Bezugnahme auf §8- 78.und 8t. folgendes Beispiel eines sehr günstig gelegenen Waldcomplexes von6000 Morgen dienen, bestehend aus 3000 Morgen Buchenhochwald mit etwasEichen rc. gemischt, 2000 Morgen Kiefernwald, 1000 Morgen Niederwaldvon Eichen und anderen Holzarten, der erste in 100-, der zweite in 80-, derdritte in 20jährigcm Umtriebe.

(Man sehe die Tabelle Seite 122.)

Rubrik >. der Einuahme beruht auf folgenden Ansätzen. Der Fällnngsctat des Bnchen-hochwalds besteht in 2328 sum Klaftern Brennholz, 5400 Kbf. Bau-, Werk- und Nutzholz,sowie der des Kiefernwalds i» 2112 Klaftern und 21600 Kbf., des Niederwalds in 46treducirtcn Klaftern und 350 Kbf., so daß im Durchschnitt auf 1 Morgen der betreffendenWaldflächen, wenn 75 Kbf. Masse auf 1 Klafter gerechnet werden, kommen: im Bnchenhoch-wald 60, im Kiefernwald 90, im Niederwald 35 Kbf. Die zu Grund liegenden Preise sindfür die Klafter Brennholz 15 fl., 10 fl. und 11fl., für den Kbf. Ban-, Werk- und Nutz-holz 24, 16 und 18 kr. Hiernach kaun der Leser die gemachten Ansätze nachrechnen. ZurRubrik Holzsamcn rc. werden nach einem lojährigen Durchschnitt an Pacht für Kiefernzapfen-brechen erlöset rOa fl., und durch Verkauf von 10a Maltern Bucheln zu 3 fl. 300 fl. Die

Ein Mensch von 160 ^ Schwere braucht mit nur l'/r Klafter jährlichem Breunbedarfbeinahe Las äOfache seines Gewichts an Holz.